Berater-News: Horváth, Amco CPM, Forvis Mazars

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Patrick Heurich ist bei Horváth für das neu etablierte Restrukturierungsteam zuständig. Foto: Horváth & Partners
Patrick Heurich ist bei Horváth für das neu etablierte Restrukturierungsteam zuständig. Foto: Horváth & Partners

Horváth setzt auf Restrukturierung und China

Die Managementberatung Horváth & Partners bündelt ihre Kompetenzen in der Restrukturierung unter der neuen Marke „Horváth Restructuring“. Bislang waren Performance Improvement, Working Capital, Finanzierung und operative Umsetzung auf verschiedene Fachbereiche verteilt. Den Bereich Restructuring, Performance Improvement & Transactions leitet Patrick Heurich als Partner.

Das Leistungsspektrum reicht von der Krisenfrüherkennung und der Prüfung von Insolvenzeröffnungsgründen nach IDW S 11 über Sanierungskonzepte nach IDW S 6 bis zu Working-Capital- und EBIT-Programmen. Mit Tobias Fusten gewann Horváth in diesem Jahr bereits einen Experten für Sanierungsgutachten. Das Unternehmen plant, das Team auf Partner-, Principal- und Projektleitungsebene weiter auszubauen. Über die Plattform Interim-X vermittelt es zudem Interim Manager und Chief Restructuring Officers.

Treiber des wachsenden Bedarfs sind nach Angaben von Horváth höhere Finanzierungskosten, wachsender Wettbewerb aus Asien und erodierende Standortvorteile. Besonders betroffen seien familiengeführte Mittelständler in der Automobilindustrie sowie bau- und immobiliennahe Unternehmen.

Horváth baut zudem seine Präsenz in China aus und eröffnet Büros in Peking, Shanghai und Shenzhen. Die Managementberatung reagiert so auf eine wachsende Zahl an Kunden in der Volksrepublik. In den vergangenen Jahren beriet Horváth dort vor allem in den Bereichen Automotive und Technology.

Die drei Standorte erschließen unterschiedliche Perspektiven: Peking bietet Zugang zu politischen Entscheidungs- und Regulierungsstrukturen sowie zu Unternehmenszentralen chinesischer Konzerne. Shanghai steht für internationale Markt- und Geschäftsentwicklung, Shenzhen für Innovation und Technologie. Von den neuen Standorten aus begleitet Horváth sowohl europäische Unternehmen beim Ausbau ihrer China-Aktivitäten als auch chinesische Unternehmen bei der Expansion in europäische Märkte.

Helmut Ahr, Horváth & Partners
Helmut Ahr, Horváth & Partners. Foto: Horváth & Partners

Mit aktuellem Management verlängert

Der Aufsichtsrat hat außerdem die Vorstandsverträge von CEO Helmut Ahr (58) und Chief People Officer Stefan Hiendlmeier (48) vorzeitig verlängert. Die neuen Amtszeiten beginnen am 1. April 2027 mit dem Start des Geschäftsjahres 2027/2028.

Ahr tritt auf eigenen Wunsch eine weitere dreijährige Amtszeit an; Hiendlmeier verlängert um eine reguläre Periode von fünf Jahren. Die weiteren Vorstandsmitglieder Heiko Fink und Niko Hofmann haben laufende Mandate bis Ende März 2030. Der vierköpfige Vorstand bleibt damit in bisheriger Zusammensetzung bestehen.

Amco CPM übernimmt Treasury-Berater Greenty Advisory

Nach der Mehrheitsbeteiligung durch die Beteiligungsgesellschaft Deutsche Private Equity (DPE) im Jahr 2025 erwirbt Amco CPM die Pariser Beratungsgesellschaft Greenty Advisory. Der Käufer ist auf Corporate Performance Management spezialisiert und erweitert mit dem Schritt seine Office-of-the-CFO-Plattform um den Bereich Corporate Treasury. Angelegenheiten aus diesem Bereich gab er bislang an spezialisierte Partner weiter.

Greenty hoben 2020 die beiden Finanzmanager Édouard Nguyen und Denis Pantel aus der Taufe. Nguyen kommt aus dem Investmentbanking und dem Corporate Treasury, Pantel bringt fünfzehn Jahre Erfahrung im Marktrisikomanagement für Unternehmen im Investmentbanking mit. Das Unternehmen beschäftigt rund 20 Berater, betreut mehr als 80 aktive Kunden und ist in Paris, Rennes und Bordeaux präsent. Beide Gründer stehen weiterhin an der Spitze des Teams.

Amco CPM entstand im Frühjahr 2026 durch den Zusammenschluss des Genfer Beratungshauses CPM Partners und Amco Solutions. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 500 Fachleute in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum.

Forvis Mazars ernennt zwei neue Partner im Consulting

Die Next-Seven-Gesellschaft Forvis Mazars hat in Deutschland zum Start des neuen Geschäftsjahrs zehn neue Partner aus den eigenen Reihen ernannt. Zwei Ernennungen betreffen den Consulting-Bereich: Alana Brauer ist im Financial Reporting und Accounting Advisory tätig mit Fokus auf IFRS, US GAAP und IPO Readiness; Karl-Benedikt Schwenke berät im Accounting Advisory unter anderem zu IFRS-Konversionen sowie Record-to-Report-Prozessen.

Forvis Mazars Partnertabelle

Von den übrigen acht Ernennungen entfallen drei auf die Wirtschaftsprüfung, je zwei auf Tax & Accounting sowie auf die Rechtsberatung und eine auf Financial Advisory. In Deutschland zählt Forvis Mazars mehr als 180 Partner und mehr als 2.500 Mitarbeitende an 13 Standorten. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2024/25 zum Ende August bei 372 Millionen Euro.

Isabel Schnabel wechselt zum Internationalen Währungsfonds

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel wird Direktorin der Abteilung Geld und Kapitalmärkte sowie Finanzberaterin beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in der US-Hauptstadt Washington. Dessen geschäftsführende Direktorin Kristalina Georgiewa ernannte Schnabel mit Wirkung zum 4. Januar 2027. Ihre Mandate im Direktorium und im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) legt Schnabel zum 3. Januar nieder. Beiden Gremien gehört sie seit sieben Jahren an.

Der EZB-Rat entschied, dass für den Wechsel keine Cooling-off-Periode erforderlich ist. Bis zum Ende ihrer Amtszeit befasst sich Schnabel nicht mit IWF-Angelegenheiten. Ihre Nachfolge bei der EZB steht derzeit noch nicht fest.

Schnabel kommt aus der universitären Forschung und Lehre. Eine erste Stelle als Assistenzprofessorin trat sie 2003 an der Universität Mannheim an, später wechselte sie an die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2015 ist sie Professorin am Institut für Finanzmarktökonomie & Statistik der Universität Bonn und derzeit für ihre Aufgaben bei der EZB freigestellt.

Crédit Agricole ernennt Leiter für Bereich „Capital Naturel“

Seit September steht Timothée Jaulin an der Spitze des neu geschaffenen Geschäftsbereichs „Capital Naturel“ bei der französischen Großbank Crédit Agricole. Er verantwortet den Aufbau des Segments und soll das Angebot strukturieren und weiterentwickeln. Jaulin berichtet an Jean-Pierre Touzet, der die Division für Agri-Agro-, Garantie- und Wachstumskapital leitet.

Timothée Jaulin Crédit Agricole
Timothée Jaulin, Crédit Agricole. Foto: Magali Delporte

In einem ersten Schritt zielt Crédit Agricole darauf ab, Unternehmen, Investoren, lokale Behörden und regionale Banken dabei zu unterstützen, Wälder zu erhalten und zu sanieren. Dazu plant die Bank, mit dem Fonds „Amundi Arbora Nova“ ihres hauseigenen Asset Managers Amundi zusammenzuarbeiten, dessen Volumen bis zu 200 Millionen Euro betragen soll. Außerdem steht sie in M&A-Verhandlungen mit Ecotree, um einen Mehrheitsanteil zu erwerben. Die Zielgesellschaft ist spezialisiert auf Beratung und Umsetzung von Klimaschutzprojekten.

Timothée Jaulin kommt von Amundi, wo er  ab 2020 das Business-Development- und Advocacy-Team der Abteilung für verantwortungsvolles Investieren leitete. Er begann seine Laufbahn am Standort des französischen Finanzministeriums in der US-Hauptstadt Washington und wechselte 2012 als Research Associate zu Amundi. Dort war er am Aufbau des Investment-Solutions-Teams beteiligt. Ab 2017 leitete er innerhalb der Division für institutionelle und Unternehmenskunden das Beziehungsmanagement mit supranationalen Organisationen, darunter der Europäischen Investitionsbank.

Ethifinance beruft neue Geschäftsführung

Nach der im Juli verkündeten Integration von ESG Book hat Ethifinance seit Ende August eine neue, siebenköpfige Geschäftsführung. An der Spitze steht weiterhin Carol Sirou als CEO. Sie bringt 30 Jahre Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor in Europa und den USA mit, darunter in leitenden Positionen bei Standard & Poor’s Ratings in Paris und New York.

Als Finanzchef gehört Marc Banget-Mossaz dem Gremium an, er ist zugleich auch für Personal- und Rechtsangelegenheiten zuständig. Banget-Mossaz verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung bei Asset-Management- und Versicherungsunternehmen, darunter Aviva Investors, La Mutuelle Générale, Swiss Life Asset Managers und Axa Investment Managers.

Ethifinance entstand 2004 und hat einen Schwerpunkt bei ESG- und Kreditratings. Die Gruppe beschäftigt mehr als 300 Mitarbeitende und zählt mehr als 500 Investoren, Banken und Unternehmen als Kunden. Als einziger europäischer Akteur mit Kompetenz sowohl in Kredit- als auch in Nachhaltigkeitsratings sieht sich Ethifinance als unabhängige Alternative zu US-Ratingagenturen. Die Ratings der Gruppe stehen unter der Aufsicht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA).

BVR-Präsidentin Marija Kolak kündigt Rückzug an

Marija Kolak, die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), steht nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. In einer Sitzung des Verbandsrats teilte sie mit, ihren bis Ende 2027 laufenden Vertrag jedoch zu erfüllen. „Die Arbeit macht mir bis heute große Freude. Nach nahezu zehn Jahren an der Spitze des BVR habe ich mich aber entschieden, nach dem Ende der laufenden Amtsperiode ein neues berufliches Kapitel aufzuschlagen“, erklärte die 56-Jährige.

Kolak rückte Anfang 2018 als Nachfolgerin von Uwe Fröhlich an die Spitze des BVR. Am Ende ihrer zweiten Amtszeit Ende 2027 stand sie dem Genossenschaftsverband insgesamt zehn Jahre vor.

RSM Ebner Stolz nimmt zwei Bewertungsexperten auf

RSM Ebner Stolz hat sein Transaction Advisory Services-Team in Düsseldorf zum September um Patrick Hammel (42) und Nils Enneken (31) erweitert. Hammel ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Enneken ist Steuerberater. Beide arbeiteten zuletzt sechs Jahre lang gemeinsam bei dem Next-Six-Haus Forvis Mazars.

Das Duo bringt Erfahrung aus Mandaten in der Unternehmensbewertung und bei Deals mit. Der fachliche Schwerpunkt umfasst sowohl Compliance-orientierte Bewertungsanlässe für bilanzielle und steuerliche Zwecke als auch transaktionsbedingte Fragestellungen wie Unternehmenskäufe und -verkäufe.

RSM Ebner Stolz
Nils Enneken (links) und Patrick Hammel, RSM Ebner Stolz. Foto: RSM Ebner Stolz

Axa XL ernennt Chief Underwriting Officer für Europa

Axa XL hat Markus Posberg zum Chief Underwriting Officer für die Sektoren Property, Construction & Energy ernannt. Von Köln aus verantwortet er die Underwriting-Strategie für diese Bereiche in Europa, Australien, Israel und der Türkei (Apac & Europe).

Posberg kam 2018 zu Axa Corporate Solutions und übernahm 2021 die Leitung des Underwriting in den Segmenten Property, Construction und Energy in Deutschland. Zuvor war er mehr als 30 Jahre in leitenden Underwriting- und Führungspositionen tätig etwa bei QBE Insurance und dem Versicherungsmakler Montan. Seine Laufbahn startete er 1995 bei der damaligen HDI-Gerling Industrie Versicherung.

Aon ernennt Resche und Thofern zu Executive Chairmen

Der börsennotierte Beratungs- und Dienstleistungskonzern Aon hat Harald Resche und Mark-Dominik Thofern zum September zu Executive Chairmen für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) ernannt. Beide waren zuvor Geschäftsführer von Aon in Deutschland und bringen jahrzehntelange Erfahrung in der Versicherungs- und Beratungsbranche mit. Ihre neuen Funktionen sind in der Aon Holding Deutschland angesiedelt.

Beide sind künftig für Großkundenbetreuung, Relationship Management auf C-Level sowie Wachstumsinitiativen im DACH‑Raum zuständig. Hinzu kommt die Koordination der länderübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Region.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.