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M&A-Berater sind wieder in Partylaune

Grund zum Feiern: M&A-Berater und Investmentbanker haben so viel zu tun wie schon lange nicht mehr. Bleibt die Frage: Haben sie überhaupt noch Zeit zum Feiern?
Alessandro Biascioli – stock.adobe.com

Der M&A-Markt läuft wieder auf Hochtouren – und beschert den M&A-Beratern und Investmentbankern Aufträge ohne Ende. Und nicht nur das: Ihre Auftragsbücher sind sogar praller gefüllt als im vergangenen Herbst noch erwartet. Auch bei den M&A-Beratern ist damit nicht mehr Krisen-, sondern Partystimmung angesagt. Das zeigt das neue FINANCE M&A-Panel, eine Umfrage unter M&A-Beratern und Investmentbankern, die FINANCE zusammen mit der Wirtschaftskanzlei CMS durchführt.

Die Ergebnisse im Detail: Im Oktober 2020 vergaben die M&A-Berater und Investmentbanker für ihr erwartetes Projektaufkommen in den kommenden drei bis acht Monaten noch einen Wert von 0,83 auf einer Skala von –5 (stark unterdurchschnittliche Auslastung) bis +5 für (stark überdurchschnittliche Auslastung). Tatsächlich lag das Projektaufkommen bei Deals mit Signing in den vergangenen zwei beziehungsweise in den kommenden zwei Monaten laut aktueller Umfrage aber bei 1,41 und damit deutlich besser als erwartet.

Corona-Nachholeffekt füllt M&A-Pipeline

Besonders ausgelastet sind derzeit die Mid- und Largecap-Berater, die M&A-Deals mit einem Volumen von über 40 Millionen Euro begleiten. Im Oktober 2020 schätzte diese Beratergruppe ihre künftige Auslastung noch mit 1,10 ein – ihr derzeitiges Projektaufkommen bewerten sie nun aber mit 2,08 und damit fast doppelt so hoch.

Auch die Smallcap-Berater, die zu Transaktionen mit einem Volumen von bis zu 40 Millionen Euro beraten, profitieren von dem neuerlichen Aufschwung am M&A-Markt – allerdings auf niedrigerem Niveau als ihre Kollegen. Im Oktober 2020 bewerteten sie ihr künftiges Projektaufkommen mit 0,67, nun vergeben sie 0,88 Punkte.

„Die Zeichen stehen gut, dass 2021 ein starkes M&A-Jahr wird.“

Tobias Grau, Partner bei CMS

Der Grund für diesen unerwarteten Boom am M&A-Markt: Neben Transaktionen, die ohnehin für dieses Jahr geplant waren, finden zusätzlich die Deals statt, die im vergangenen Jahr zunächst auf Eis gelegt worden waren. „Die Zeichen stehen gut, dass 2021 ein starkes M&A-Jahr wird“, findet auch CMS-Partner Tobias Grau. „Dies liegt in der Kombination von außergewöhnlich guten Marktindikatoren und den Nachholeffekten nach dem ersten Corona-Schock begründet.“ Es bedeutet aber auch: Wirkt dieser Effekt nicht mehr, wird sich das M&A-Geschehen schnell wieder auf einem normalen Niveau einpendeln.

M&A-Berater auch künftig gut ausgelastet

Die vollere Auftragspipeline dürfte aber zumindest in diesem Jahr noch nicht wegbrechen: Ihr Projektaufkommen in den kommenden drei bis acht Monaten bewerten die M&A-Berater und Investmentbanker mit 2,0 und damit so gut wie seit Herbst 2018 nicht mehr. Damals lag der Wert bei 2,25.

Auch mit Blick auf die anstehenden Projekte zeichnet sich ein Unterschied zwischen den verschiedenen Beratergruppen ab: Die Mid- und Largecap-Berater sehen sich in den kommenden Monaten mit einer Auslastung von 2,42 stärker gefordert als die Smallcap-Kollegen, die ihre künftige Auslastung mit 1,66 beziffern.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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