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Ex-DPR-Vizepräsidentin Thormann geht zu Ebner Stolz

Bettina Thormann verstärkt ab sofort das Next-Six-Haus Ebner Stolz. Foto: Ebner Stolz
Bettina Thormann verstärkt ab sofort das Next-Six-Haus Ebner Stolz. Foto: Ebner Stolz

Verstärkung für Ebner Stolz: Bettina Thormann, Ex-Vizepräsidentin der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), wechselt zum Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus Ebner Stolz. Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Thormann ist seit dem 1. März als neue Partnerin an Bord.

Sie ist „eine der profiliertesten Expertinnen für Kontrollverfahren (Enforcement) in Deutschland“, freut sich das Next-Six-Haus über den Neuzugang. Auch das Thema Rechnungslegung nach IFRS gehört zu ihren Spezialgebieten.

Florian Riedl, Partner bei Ebner Stolz in Hamburg, ordnet die Personalie so ein: „Ebner Stolz ist in den letzten Jahren mit zahlreichen Prüfungs- und Beratungsmandaten kapitalmarktorientierter Unternehmen gewachsen. Diesen Weg möchten wir mit dem konsequenten Ausbau unserer Kapitalmarktexpertise fortsetzen, insbesondere mit Blick auf die geänderten Rahmenbedingen durch das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz.“ Gemessen am zuletzt veröffentlichten Umsatz von 279 Millionen Euro im Jahr 2020 ist Ebner Stolz derzeit Nummer 6 in Deutschland.

Bettina Thormann war viele Jahre bei der DPR

Thormann hat schon einen steilen Karriereweg hinter sich. Nach mehreren Jahren bei PwC fing sie 2005 bei der damals gerade gegründeten DPR an, zunächst noch als Member of the German Financial Reporting Enforcement Panel. 2013 stieg sie dann zur Vize-Präsidentin der Prüfstelle auf und war in dieser Funktion maßgeblich für die Überwachung der Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen in Deutschland sowie für die Durchführung einer Vielzahl von Enforcement-Verfahren verantwortlich. Seit 2013 besitzt sie auch einen Lehrauftrag für Konzernrechnungslegung an der Universität Potsdam. Im April 2020 wurde ihre Stelle bei der DPR eigentlich noch um weitere vier Jahre bis Juni 2025 verlängert.

Doch dann kam der Bilanzskandal bei Wirecard und rückte die DPR in ein schlechtes Licht. Die Bilanzpolizei, die es über 15 Jahre gab, geriet wegen ihrer Rolle beim Wirecard-Skandal heftig in die Kritik, da ihr die Bilanzmanipulationen des Zahlungsdienstleisters offensichtlich nicht aufgefallen waren. Schließlich nahm Edgar Ernst, Ex- Präsident der DPR, im April 2021 freiwillig seinen Hut.

Die DPR ist in die Bafin übergegangen

Allerdings war dieser Schritt nicht die einzige Konsequenz. Zum Jahreswechsel löste sich die DPR auf und ist in die Bafin übergegangen. Damit soll die Bilanzkontrolle nicht mehr in einem zweistufigen System erfolgen, sondern in einem einstufigen: Zuvor prüfte erst die DPR die Bilanzen der Unternehmen, während die Bafin nur unter gewissen Umständen die Prüfung an sich zog. Die Bafin hat zudem deutlich mehr Durchgriffsrechte als die DPR und will auch Prüfungen schneller als bisher abschließen.

Um die Kompetenz der DPR-Mitarbeiter nicht zu verlieren, wurden viele Mitarbeiter direkt in die Bafin überführt. Bettina Thormann hat sich offenbar gegen diesen Schritt entschieden. „Ich freue mich sehr darauf, Ebner Stolz mit meiner langjährigen Praxiserfahrung und -expertise zu unterstützen und Unternehmen bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen, vor allem auch präventiv, zu begleiten“, sagt sie.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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