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Säureattentat auf Günther: Zwölf Jahre Haft für Angeklagten

Die Aufklärung um das Säureattentat auf Bernhard Günther schreitet voran. Ein 42 Jahre alter Belgier wurde nun verurteilt. Foto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini
Die Aufklärung um das Säureattentat auf Bernhard Günther schreitet voran. Ein 42 Jahre alter Belgier wurde nun verurteilt. Foto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini

Viereinhalb Jahre nach dem Säureattentat auf den ehemaligen Innogy-CFO und heutigen Fortum-Finanzchef Bernhard Günther wurde erstmals ein Angeklagter schuldig gesprochen: Das Landgericht in Wuppertal hat einen 42 Jahre alten Belgier wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte stets beteuert, nicht an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er war im Dezember festgenommen worden, die Anklage war im April erhoben worden.

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Forderung der Anklage. Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden. Angesichts der Indizien und der DNA-Spuren könne es „keinen vernünftigen Zweifel“ an der Mittäterschaft des Belgiers geben, zitiert das „Handelsblatt“ die Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer. Günther sei dauerhaft entstellt, er leide an starken Schmerzen, seine Familie sei mitbetroffen, heißt es weiter. „Sein früheres Leben bekommt der Geschädigte nicht mehr zurück.“

Bernhard Günther war zwei Mal attackiert worden

Allerdings ist der Fall immer noch nicht abgeschlossen, denn der zweite Täter ist noch flüchtig und auch die Hintermänner der Tat sind nicht bekannt. Die Ermittlungen gegen einen anderen Verdächtigen waren bereits vor einiger Zeit eingestellt worden. Günther selbst hat schon mehrfach gesagt, dass er eine Person aus seinem beruflichen Umfeld verdächtigt. Mit der Entscheidung seien die Ermittlungen hoffentlich nicht beendet, so Günther nun vor Gericht. Er hofft, dass auch die Mittelsmänner und der Auftragsgeber der Tat aufgeklärt würden.

CFO-Profil

Der heute 55 Jahre alte Bernhard Günther war im März 2018 in der Nähe seinen Hauses in Haan bei Wuppertal überfallen worden, wobei ihm hochkonzentrierte Säure ins Gesicht gegossen wurde. Der Manager erlitt schwere Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Im Gesicht mussten Teile seiner Haut und Augenlider transplantiert werden. Bis heute ist er schwer von der Tat gezeichnet. Bereits 2012 war er beim Joggen überfallen und zusammengeschlagen worden. Beide Taten geschahen in beruflichen Umbruchszeiten, betonte er selbst.   

Info

julia.schmitt@finance-magazin.de | + posts

Julia Schmitt ist Redaktionsleiterin von FINANCE-Online und Moderatorin bei FINANCE-TV. Nach ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz stieg sie 2014 bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA ein. Sie betreut die Themenschwerpunkte Wirtschaftsprüfung und Bilanzierung und ist Trägerin des Karl Theodor Vogel Preises der Deutschen Fachpresse.

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