Ulf Hüttmeyer war als Senior Vice President für die Etihad-Beteiligungen zuständig.

Etihad

07.04.17
CFO

Ex-Air-Berlin-CFO Hüttmeyer verlässt Etihad

Ulf Hüttmeyer wechselte vor zwei Jahren von Air Berlin zu Großaktionär Etihad. Jetzt findet seine Karriere am Golf ein Ende.

Der ehemalige Air-Berlin-Finanzchef Ulf Hüttmeyer verlässt den Flugkonzern Etihad. Das bestätigte eine Etihad-Sprecherin gegenüber FINANCE. Hüttmeyer war vor zwei Jahren von Berlin aus in die Zentrale des Großaktionärs Etihad nach Abu Dhabi gewechselt, um von dort aus als Senior Vice President die Beteiligungen der Araber zu steuern. Zu den Hintergründen von Hüttmeyers Abgang gab Etihad zunächst keinen Kommentar ab.

Der 44-Jährige gilt als Architekt der Zusammenarbeit zwischen Etihad und Air Berlin. Die Araber sind nicht nur größter Anteilseigner der kriselnden Airline, sondern stehen auch direkt und indirekt als Garant hinter einem Großteil von Air Berlins Finanzschulden von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Joint Venture zwischen Etihad und Tui hakt

Für Etihad dürfte Air Berlin also alles andere als eine erfreuliche Beteiligung sein. Zumal es dem Management der Fluglinie bis heute nicht gelungen ist, das Unternehmen aus den roten Zahlen zu holen. Jetzt soll ein Chief Transformation Officer den Umbau vorantreiben.

Neben Air Berlin war Hüttmeyer auch für die Beteiligung an der österreichischen Billigfluglinie Niki zuständig. Etihad hatte Air Berlin einen 49-prozentigen Anteil für 300 Millionen Euro abgekauft. Beobachter hielten den Preis für überhöht und mutmaßten, es handle sich um eine versteckte Finanzspritze.

Eigentlich wollte Air Berlin das Geschäft mit Ferienflügen an Niki übertragen, Niki wiederum sollte mit dem Tui-Ferienflieger Tuifly zusammengehen. Dafür wollen Etihad und Tui ein Joint Venture bilden. Doch noch hapert der Zusammenschluss der Fluglinien an der Genehmigung der Behörden, wie eine Etihad-Sprecherin jetzt gegenüber FINANCE bestätigte. Die Folge: Air Berlin, Niki und Tuifly operieren zunächst unabhängig voneinander.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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