Im Wettrennen um die Firmenkunden liegt die Commerzbank derzeit vorne, hat eine Leserbefragung von FINANCE ergeben.

Arndt Benedikt

08.03.18
CFO

Firmenkundengeschäft: Commerzbank schlägt Deutsche Bank, aber…

Einen harten Wettbewerb liefern sich die Banken um die Firmenkunden. FINANCE hat seine Leser befragt: Lesen Sie in unserer neuen Ausgabe, welche Banken Deutschlands CFOs und Treasurer ganz vorne sehen.

Commerzbank, Deutsche Bank und Unicredit/Hypovereinsbank – diese drei Großbanken dominieren das deutsche Firmenkundengeschäft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 100 Finanzchefs, die FINANCE im Februar durchgeführt hat.

Bei genauerem Blick fällt die Umfrage differenzierter aus: Die Commerzbank führt das Gesamtranking zwar an, doch bei den Großkunden liegt die Deutsche Bank hauchdünn in Führung. Auch wenn man einzelne Produktgebiete betrachtet, ist der skandalgeplagte Branchenprimus in vielen Bereichen vorne. Wo genau und welche Auslandsbanken derzeit besonderen Druck entfalten, erfahren Sie im neuen FINANCE-Magazin.

Commerzbanker Michael Reuther bläst zum Angriff

Michael Reuther, der seit eineinhalb Jahren das Firmenkundengeschäft der Commerzbank leitet, freut sich über den ersten Platz im FINANCE-Ranking. Ausruhen kann sich die gelbe Bank aber nicht, befindet sie sich doch selbst stark im Umbruch. Reuther will sogar weiter angreifen: „Wir werden in den nächsten Monaten noch einige Attacker-Produkte auf den Markt bringen“, kündigte er gegenüber FINANCE an.

Ganz besonders zielt die Commerzbank dabei auf Unternehmen mit Umsätzen zwischen 15 und 100 Millionen Euro, die bislang vor allem von den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken bedient werden. Wie genau die Vertriebsinitiative aussehen wird, wollte Reuther zwar nicht verraten. Aber immerhin so viel: Er sieht bei den Kreditkonditionen für kleinere Unternehmen noch preislichen Spielraum. Finanzchefs kleinerer Unternehmen werden es gerne hören.

„Wir werden in den nächsten Monaten noch einige Attacker-Produkte auf den Markt bringen.“

Michael Reuther, Commerzbank-Vorstand

CFO-Rochade bei Vonovia

Zwischen der Banken- und Unternehmenswelt gibt es immer wieder Wechsel. Die Anzahl der Top-Banker, die CFOs werden, ist aber überschaubar. Deutsche-Bank-Vorstand Marcus Schenck ging einst von Goldman zu E.on, Frank Lutz von der Deutschen Bank zu MAN, wo er später den angeschlagenen Finanzvorstand Karlheinz Hornung ablöste.

Jetzt übernimmt Helene von Roeder die CFO-Position beim Immobilienkonzern Vonovia, wie diese Woche, nur wenige Stunden nach Drucklegung des Magazins, bekannt wurde. Den richtigen Riecher hatten wir immerhin, weil wir in einer kurzen Personalie bereits vermuteten, dass von Roeder mittelfristig Kirstens Rolle übernehmen könnte. Dass der Wechsel nun so rasch über die Bühne ging, überraschte allerdings. Helene von Roeder reiht sich damit in die überschaubare Riege an weiblichen CFOs aus Dax und MDax ein.

FINANCE vergleicht Supply-Chain-Fintechs

Apropos Frank Lutz: Wäre der Manager heute noch CFO von Covestro, dann könnte er Mitte März über den Einzug des Bayer-Spin-offs in Deutschlands Leitindex Dax jubeln. Nach Meinungsverschiedenheiten verließ der erfahrene Manager jedoch im vergangenen Jahr den Kunststoffkonzern aus Leverkusen, um bei einem noch relativ unbekannten Fintech anzuheuern. CRX Markets, so der Name des Start-ups, konnte in den vergangenen Jahren immerhin schon Größen wie die Lufthansa, Nestlé und seit neuestem auch Daimler von seinem Angebot überzeugen.

Das Fintech aus dem Umfeld der 360T-Gründer ist allerdings beileibe nicht das einzige, das sich auf die Optimierung der Lieferkette spezialisiert hat: FINANCE hat rund zehn Anbieter identifiziert, die für CFOs interessant sein könnten. Wie sich CRX, Taulia, C2FO, Cflox, Crossinx & Co. im Detail unterscheiden, zeigt der große FINANCE-Vergleich.

Die CFOs von Gea und Nordex in kniffliger Lage

„Die strategische Transformation der vergangenen Jahre hat unsere Organisation sicher gefordert, jedoch nicht überfordert.“

Helmut Schmale, CFO bei Gea

IT ist ein Thema, mit dem auch der Anlagenbauer Gea kämpft. Mit konzernweit über 70 ERP-Systemen ist bei der ehemaligen Metallgesellschafts-Tochter ein richtiggehender Wildwuchs entstanden. Nach mehreren Gewinnwarnungen ist Gea zudem ins Visier von aktivistischen Investoren geraten. Beobachter unken sogar, dass der Kapitalmarkttag Mitte März die letzten Chance für die aktuellen Manager sein könnte, eine plausible Strategie vorzulegen.

FINANCE konfrontierte CFO Helmut Schmale mit diesen Vermutungen. Er hielt dagegen: „Die strategische Transformation der vergangenen Jahre hat unsere Organisation sicher gefordert, jedoch nicht überfordert.“ Schmale muss nun verhindern, dass Gea als Bilfinger 2.0 in die Geschichte eingeht. Der Showdown steht kurz bevor.

Einen wichtigen, wenn auch schmerzvollen Schritt hat Christoph Burkhard bereits vollzogen: Um eine geschäftliche Flaute zu überbrücken, platzierte der Nordex-CFO vor kurzem einen Green Bond mit einem Kupon von 6,25 Prozent. Ein eindeutiges Krisensignal, finanzierte sich Nordex zuvor doch noch über Schuldscheine mit Kupons zwischen 1 und 3 Prozent.

Was ist schiefgelaufen? Burkhard zeigt sich im FINANCE-Interview selbstkritisch, Nordex habe sich „tatsächlich zu lange“ auf alten Modellen seiner Windturbinen „ausgeruht“. Der CFO blickt aber optimistisch nach vorn: Mit der Delta4000 habe Nordex wieder „eine sehr wettbewerbsfähige Turbine“ auf den Markt gebracht. Man muss kein Hellseher sein: Den Hamburgern stehen mal wieder stürmische Zeiten bevor.

Zweifel am Schuldscheinmarkt wachsen

Zu früh für eine abschließende Bewertung ist es auch noch beim Schuldscheinmarkt. Allerdings wachsen die Zweifel, ob der Boom des einstigen Nischeninstruments noch so gesund ist, nachdem Großemittenten wie Steinhoff oder Carillion in die Krise gerutscht sind. Im neuen Magazin werfen wir einen Blick auf ein spezielles Schuldschein-Segment. „Dass immer mehr Kleinemittenten Schuldscheine begeben, betrachte ich mit Sorge“, sagt etwa Schuldschein-Profi Paul Kuhn von der BayernLB. Wiederholt sich hier das Mini-Bond-Desaster? Die FINANCE-Analyse gibt Aufschluss.

Dass die Welt auch in Zeiten von Niedrigzinsen und blendender Konjunktur nicht ohne Risiken ist, beleuchtet der Schwerpunkt der Ausgabe: Wie entwickelt sich der Versicherungsmarkt für Cyber-Risiken? Wie gehen Forensiker bei Hinweisen auf Bilanzmanipulation à la Steinhoff vor? Wie bereiten sich Finanzchefs auf die mögliche Zinswende vor? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die neue FINANCE.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

„Dass immer mehr Kleinemittenten Schuldscheine begeben, betrachte ich mit Sorge.“

Paul Kuhn, BayernLB

Die neue FINANCE

Welche Blockchain-Initiativen für CFOs relevant sind, wie Vapiano-CFO Lutz Scharpe den Börsengang meisterte und welcher Kleidungsstil für Finanzchefs empfehlenswert ist – diese und viele weitere Themen finden Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder heute schon als E-Paper beziehen können. Dieses Mal liegt dem Magazin außerdem die Sonderpublikation Top-Kanzleien bei, die spannende juristische Tipps für CFOs bereithält.