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Aareal Bank wird doch noch von PE übernommen

Aareal Bank wird nun doch von PE übernommen. Foto: Aareal Bank.
Aareal Bank wird nun doch von PE übernommen. Foto: Aareal Bank.

Überraschende Wende bei der Aareal Bank: Die Private Equity-Häuser Advent und Centerbridge haben sich doch noch mit den Großaktionären des Immobilienfinanzierers auf eine Übernahme geeinigt. Die aktivistischen Investoren Petrus Advisers, Talomon, Teleios und Vesa dienen den beiden PE-Fonds ihre 37-Prozent-Beteiligung an und machen damit den Weg für ein erneutes öffentliches Übernahmeangebot frei.  

Pro Aktie bieten Advent und Centerbridge nun 33 Euro. Bei diesem Angebot ist die geplante Dividende der Bank in Höhe von 1,6 Euro pro Aktie enthalten. Damit wird die Aareal Bank mit 2 Milliarden Euro bewertet. Die Mindestannahmeschwelle soll „höchstens“ 60 Prozent betragen. Dank der Zustimmung der Großaktionäre stehen die Chancen gut, dass diese Hürde diesmal überwunden werden kann.

Advent und Centerbridge überzeugen Petrus und Co.

Warum aber haben sie dem erneuerten Angebot dieses Mal zugestimmt? Im Februar war das erste Übernahmeangebot der PE-Investoren noch gescheitert. Advent und Centerbridge hatten ihr ursprüngliches Angebot zwar schon von 29 auf 31 Euro angehoben, konnten letztendlich aber nur 42,6 Prozent der Aktien einsammeln und waren damit unter der selbst gesetzten Schwelle von 60 Prozent geblieben.

Die Großaktionäre lehnten dieses Angebot als deutlich zu niedrig ab und forderten von den Bietern mindestens 40 Euro pro Aktie. Zudem warfen sie dem Aareal-Bank-Management vor, nicht sorgfältig genug nach potenziellen Konkurrenzangeboten Ausschau zu halten.

Das neue Angebot ist nun nur unwesentlich höher als das gescheiterte, doch es enthält eine wesentliche Weiterentwicklung: Die vier Hedgefonds geben zwar ihre Anteile ab, kaufen aber mit einem Teil des Erlöses neue stimmrechtslose Anteile in Höhe von 20 Prozent an der Bietergesellschaft für Aareal. Damit würden sie an der erhofften Wertsteigerung, die sie der Aaral Bank zutrauen, weiterhin partizipieren. Adam Epstein, Mitbegründer von Teleios Capital, gibt sich zufrieden: „Wir glauben, dass die Aareal Bank mit diesem überarbeiteten Angebot nun ihr wahres Potenzial ausschöpfen kann, welches wir in den letzten drei Jahren als Großaktionär hervorzuheben versuchten.“

Aareon bleibt Teil der Aareal Bank – vorerst

Auch der kanadische Pensionsfonds CPPIB wird der Investorengruppe angehören. An den strategischen Zielen und Absichten der neuen Eigentümer solle sich im Vergleich zum im Dezember 2021 veröffentlichten Übernahmeangebot nichts Wesentliches ändern, teilte die Aareal Bank mit.

Dies impliziert, dass ein kompletter Verkauf der IT-Tochter Aareon zumindest kurzfristig nicht angestoßen werden dürfte. Aareon gilt als Kronjuwel der Gruppe, seit August 2020 ist Advent mit 30 Prozent an dem IT-Dienstleister beteiligt. Nach Ansicht des Vorstands der Bank ließe sich Aareon aus regulatorischer und finanzierungstechnischer Sicht nicht sinnvoll vom Konzern trennen. Zuletzt hatte Aareal- Bank-Vorstandschef Jochen Klöges jedoch ein Einlenken signalisiert und gesagt, dass „der Übergang der Aareon in neue Eigentümerhände, sei es durch einen Verkauf oder einen Börsengang, mit Blick auf unser Zieljahr 2025 kein Tabu“ sei.

Die Anleger scheinen von dem neuem Angebot überzeugt zu sein: Der Kurs der Aareal Bank stieg von 31 auf 32,58 Euro. Das ist der höchste Wert seit Herbst 2018. Auf dem Weg bis zum Closing gibt es allerdings noch einige Hürden. Da es eine gesetzlich angeordnete Sperrfrist von einem Jahr für ein erneutes Übernahmeangebot der Bieter gibt, müssen die Gremien der Aareal Bank und die Bafin dem neuen Anlauf des PE-Konsortiums explizit zustimmen. Auch eine Verschiebung der für den 18. Mai geplanten Hauptversammlung der Bank steht zur Debatte. Die Aareal Bank kommunizierte in einer Pressemitteilung, dass zurzeit für die Gesellschaft noch nicht absehbar sei, ob es tatsächlich zu einem erneuten Übernahmeangebot kommen werde oder nicht.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

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Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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