M&A-Deals: ADAC, Fresenius, Hawesko

ADAC

14.11.14
Deals

M&A-Deals: ADAC, Fresenius, Hawesko

ADAC verabschiedet sich aus dem Fernbusmarkt und beendet seine Beteiligung am ADAC Postbus, die Fresenius-Tochter Fresenius Medical Care stärkt mit dem Kauf von Cogent Healthcare ihre Präsenz in den USA und PE-Investor Tocos will Hawesko übernehmen. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

ADAC beendet Engagement im Fernbusmarkt

ADAC zieht sich aus dem Fernbusmarkt zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Grund für den Ausstieg ist die Entwicklung des Fernbusmarkts, die zwar dynamisch, aber sich „auch in zunehmenden Maß wettbewerbs- und preisintensiv entwickelt“ hat, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Deutsche Post übernimmt die ADAC-Anteile an der gemeinsamen Betreibergesellschaft DP Mobility GmbH. Sie zeigte sich vom Fernbusgeschäft überzeugt: „Darum werden das Netz im nächsten Jahr weiter ausbauen“, zitiert das Handelsblatt Post-Vorstand Jürgen Gerdes.

Fresenius Medical Care expandiert in die USA

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care breitet sein Netzwerk von Krankenhausärzten in den USA aus und übernimmt über die amerikanische Tochtergesellschaft Sound Physicians das Facharztunternehmen Cogent Healthcare. Fresenius will die Investition mit Barmitteln finanzieren, über die genauen Kosten wurde Stillschweigen vereinbart. Der Dax-Konzern erhofft sich von Cogent im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 250 Millionen US-Dollar, teilte Fresenius Medical Care mit.

Die Mutter Fresenius musste hingegen das für sein Tochterunternehmen Fresenius Kabi geplante Joint Venture mit dem russischen Infusionslösungshersteller Binnopharm absagen. Grund für die Absage sind die veränderten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der Region, so Fresenius. Im April hatte der Konzern angekündigt, dass Fresenius Kabi ein Joint Venture mit dem Hersteller von intravenösen Arzneimitteln, eingehen will. Trotz Absage muss CFO Stephan Sturm, der diese Woche zum CFO des Jahres 2014 gekürt wurde, keine Break-up-fees befürchten, denn Fresenius ist im Rahmen der Transaktion keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen eingegangen.

Machtkampf um Hawesko

Der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Tocos, Detlev Meyer, will alle ausstehenden Aktien der börsennotierten Hanseatischen Wein- und Sekt-Kontor (Hawesko) Holding übernehmen. Derzeit ist er mit 29,5 Prozent beteiligt. Tocos bietet den Aktionären 40 Euro je Aktie, das Gesamtvolumen des Deals würde damit bei 253 Millionen Euro liegen. Tocos kritisiert die hohe Dividende des Unternehmens, die zuletzt bei bis zu 90 Prozent des Gewinns lag. Stattdessen soll die Ausschüttungsquote auf 40 bis 50 Prozent begrenzt und in die Internationalisierung investiert werden.

Halder kauft Amoena

Der Silikonbrustprothesenhersteller Amoena hat einen neuen Investor: Das PE-Haus Halder hat Amoena von GB Deutschland und Baird Capital übernommen. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Beraten wurde GB Deutschland von Lincoln International, Halder hat PwC, Roland Berger, Skadden (Federführung: Lutz Zimmer), Latham & Watkins, Willis und ERM mandatiert. Amoena hat im Geschäftsjahr 2012/2013 rund 72 Millionen Euro umgesetzt. 2007 hatten GB Deutschland und Baird Capital Amoena für 102 Millionen Euro von der dänischen Coloplast-Gruppe erworben. Halder hatte sich im vergangenen Jahr von seinem belgischen Partner Gimv getrennt und sich mit Hanns Ostmeier als Gesellschafter verstärkt.

Sana Kliniken übernimmt Kliniken Leipziger Land

Die Sana Kliniken werden zum 1. Januar 2015 die Kliniken Leipziger Land mit ihren Standorten in Borna und Zwenkau übernehmen. Das Kartellamt hat dem Deal nun zugestimmt. Damit sei ein wichtiger Schritt für einen erfolgreichen Übergang vom jetzigen Eigentümer HCM S.E. auf Sana vollzogen, so Sana in einer Pressemitteilung. Der Deal fand im Rahmen des Verkaufs eines Großteils der Kliniken der Rhön-Klinikum AG im Jahr 2013 statt. Sana Kliniken ist nach eigenen Angaben die drittgrößte private Klinikgruppe in Deutschland, der Jahresumsatz liegt bei zwei Milliarden Euro.

M&A-Personalien

Die M&A-Beratungshaus IMAP M&A Consultants hat einige Neuzugänge. Daniel Blum ist als Direktor nach Mannheim gekommen und betreut branchenübergreifend nationale und internationale Kauf- und Verkaufsmandate im Small- und Mid-Cap-Bereich. Zuvor war der Volkswirtschaftler für die Investmentbanken Metzler Corporate Finance und Robert W. Baird in Frankfurt tätig und beriet internationale Konzerne, Familien-und Beteiligungsgesellschaften bei grenzüberschreitenden Mid-Cap-Deals. Nils Keller ist nach Mannheim als Projektmanager gekommen und ist nun für die Strukturierung und Umsetzung nationaler und internationaler M&A Transaktionen verantwortlich. Er kommt vom Bankhaus Lampe, wo er acht Jahre lang M&A-Deals im Mittelstand betreute. Andreas Widholz ist Direktor in München und für nationale und internationale Kauf- und Verkaufsmandate verantwortlich. Er ist spezialisiert auf die Betreuung von Familienunternehmen und Finanzinvestoren. Zuvor war er bei den Beratungshäusern Ferber & Co. sowie Doertenbach & Co tätig und hat knapp 10 Jahre Erfahrung in M&A- und Corporate Finance-Beratung.

Weitere M&A-Deals

Die Indus Holding hat die Mehrheit an der mittelständischen MBN Maschinenbau-Gruppe mit Sitz in Neugersdorf von den drei Eigentümern Ernst Lieb, Iris Kaden und Heiko Krause erworben. Alle drei geschäftsführenden Gesellschafter bleiben mit zusammen 25 Prozent beteiligt. Das Unternehmen fertigt automatisierte Anlagen und Maschinen für die Fahrzeugendmontage und hat einen Umsatz von rund 45 Millionen Euro. Weitere finanzielle Details sind nicht bekannt.

Adcuram hat den Fertighaushersteller Hanse Haus von der Bayerischen Hausbau übernommen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Hanse Haus war seit 1978 ein Tochterunternehmen der Bayerischen Hausbau Adcuram ist bereits mit der Übernahme von Bier-Zenker in der Fertighausbranche aktiv. Derzeit gehören sechs Tochtergesellschaften mit rund 600 Millionen Euro Umsatz und 3.000 Mitarbeitern zu Adcuram.

Die Gesellschaft der Gottlieb Tesch Bauunternehmen aus Stahnsdorf bei Berlin wurde an Trapp Rohrbau verkauft. Gottlieb Tesch Bauunternehmen ist unter anderem im Bereich Kanalbau für Ver- und Entsorgungsleitungen, Leitungsbau für Trinkwasserleitungen tätig. Beraten wurde Gottlieb Tesch Bauunternehmen von Mayland.

Der niederländische PE-Investor Holland Private Equity hat 13 Prozent der Anteile an der Hamburger Kreditech Holding erworben. Verkäufer sind Seed-Investoren und Business Angels. Beraten wurde HPE von einem Freshfields-Team.

Nexus mit Sitz in Villingen-Schwenningen hat alle Anteile der französischen Cs3i SAS, einem Anbieter für klinische Informationssysteme in französischen Privatkliniken, erworben. Damit stärkt Nexus seine Präsenz in Frankreich.

Heta Asset Resolution hat gemeinsam mit der Hypo Group Alpe Adria ein Non-Performing Loans-Portfolio in der Höhe von Euro 168 Millionen an die B2Holding verkauft. Heta hat den gesetzlichen Auftrag, den notleidenden Teil der 2009 verstaatlichten Hypo Alpe Adria zu verwerten. Beraten wurde Heta von CMS Hasche Sigle unter der Leitung von Alexander Rakosi.

Die Frankfurter TouGas Oilfield Solutions, ein Spezialchemie-Unternehmen im Bereich Erdgas- und Erdölförderung, hat mit Sumitomo Deutschland aus Düsseldorf, Tochter der japanischen Sumitomo Corporation, einen neuen Investor. Weiterhin beteiligt bleiben Cassella, Conduit Ventures sowie Enertech. Beraten wurde TouGas von einem CMS Hasche Sigle-Team um Martin Bell und Tobias Kilian.

Die Taunus Capital Management mit Sitz in Frankfurt hat ein öffentliches Kaufangebot an die Aktionäre der ACA Müller ADAG Pharma zum Erwerb von Aktien veröffentlicht. Der Preis je Aktie beträgt 6,85 Euro. Das Kaufangebot ist auf 35.000 Aktien begrenzt. Vorstand und Aufsichtsrat der ACA hält das Angebot für unangemessen und wird selbst davon absehen, ihre Anteile zu verkaufen.

Auer Lighting erwirbt den Geschäftsbereich „Technische Schaugläser“ von der insolventen Technische Glaswerke Ilmenau. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Heuking Kühn Lüer Wojtek um Jörg Schewe hat Auer Lighting rechtlich beraten.

Mit einer stillen Beteiligung hat sich die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) an der Verpackungsfolienveredeler Pe-Kunststofffabrik Woffenbach (Peku) beteiligt. Die neuen Geschäftsführer sind Gerd Fricke und Dieter Burgmer. Die BayBG half dabei den Unternehmenskauf mitzufinanzieren.

Der Hamburger PE-Investor CEE Management hat drei Freiflächensolarparks in Frankreich von der 123-Venture-Gruppe erworben. Beraten wurde die Transaktion von der Anwaltskanzlei White & Case rundum Patrick Narr und Menso Engelmann.

Die Alloheim Senioren-Residenzen mit Sitz in Düsseldorf hat die Wiesbadener Procon Trust Invest erworben, Verkäufer sind die von der Münchener Auctus Capital Partners beratene Fonds sowie die beiden Procon-Geschäftsführer. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Beraten wurde Alloheim von einem Arqis-Team um Jörn-Christian Schulze sowie Latham & Watkins. Auctus wurde einem Heuking Kühn Lüer Wojtek-Team um Boris Dürr beraten.

Die insolvente DruckChemie-Gruppe hat einen Käufer gefunden: Die britische Industriegruppe Langley Holdings erwirbt das Unternehmen. CMS hat den Insolvenzverwalter beraten, federführend waren Martin Bell und Tobias Kilian.

Immobilienscout 24 hat die Mehrheit an der Hamburger Flohmarkt-App Shuffle erworben, die 250.000 Nutzer hat. Hogan Lovells hat Immobilienscout24 mit einem Team um Nikolas Zirngibl beraten. Shuffle wurde von GvW Graf von Westphalen beraten.

Renesas Electronics Europe mit Hauptsitz in Japan hat ihren Display-Geschäftsbereich an die Karlsruher Tianma Europe verkauft. Finanzielle Details sind nicht bekannt, beraten wurde Renesas von einem Clifford Chance-Team um Stefanie Tetz.

Die SAG Motion, ein Teilkonzern der Salzburger Aluminium, hat die Euromotive, Teil der Alutech Gesellschaft, an den strategischen Käufer Alu Menziken Extrusion veräußert. Der Standort in Ranshofen Wien hatte die SAG Motion mit einem Ebit von 2,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013 belastet.

Die deutsche ConCardis wird das Geschäft der österreichischen REA Card Bargeldlose Zahlungssysteme übernehmen. Das Unternehmen mit Sitz in Vösendorf bei Wien bietet Händlern, Gastronomen und Dienstleistern stationäre und mobile Kartenterminals und ist eine Tochter der REA Card aus Deutschland. Diese bleibt von der Transaktion unberührt. Die beiden Unternehmen haben bereits seit Jahren kooperiert.


julia.becker[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.