M&A-Deals: Fokus auf das Kerngeschäft: Bilfinger gibt bei seiner M&A-Agenda weiter Gas und stellt weite Teile des Ingenieurbaugeschäfts zum Verkauf.

Bilfinger SE/Ulli Deck

09.05.14
Deals

M&A-Deals: Bilfinger, Bayer, Merck

Bilfinger stellt weite Teile der Construction-Sparte zum Verkauf, Bayer lässt sich das OTC-Geschäft von Merck & Co. in den USA mehr als 10 Milliarden Euro kosten, und der Darmstädter Konzern Merck hat mit seiner Offerte bei AZ Electronics das Ziel erreicht. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Bilfinger stellt Construction-Aktivitäten zum Verkauf

Die Fokussierung auf das Kerngeschäft beim Konzern Bilfinger geht weiter. Das Unternehmen will sich nach eigenen Angaben „von wesentlichen Teilen seines Ingenieurbaugeschäfts“ trennen, das 2013 ein Volumen von rund 800 Millionen Euro hatte. Bilfinger stellt die im Geschäftsfeld Construction zusammengefassten Aktivitäten zum Verkauf. Die Sparte Construction ist spezialisiert auf Ingenieurbauleistungen in den Bereichen Mobilität und Energie, darunter fallen etwa Tunnel, Schleusen oder Leitungen. Ausgenommen vom Verkaufsprozess sind die Einheiten für Offshore-Windkraftanlagen, den Bau von Überlandleitungen und Stahlbau mit einem Volumen von zuletzt rund 200 Millionen Euro. Das Windkraftgeschäft und die Überlandleitungen, die 2013 eine Leistung von zusammen 140 Millionen Euro erbrachten, werden künftig in einer neuen Einheit dem Geschäftsfeld Power zugeordnet. Bilfinger definiert künftig die Hochbauaktivitäten in Deutschland als Kerngeschäft.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Verkaufsprozess für die Construction-Aktivitäten innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden kann. Bilfinger hatte im vergangenen Jahr bereits die Trennung vom Geschäftsfeld Concessions angestoßen. Unter CFO Joachim Müller arbeitet der Konzern zurzeit eine ambitionierte M&A-Agenda ab.

Milliardendeal: Bayer übernimmt OTC-Geschäft von Merck & Co.

Seit dieser Woche ist es offiziell: Der Pharmakonzern Bayer möchte das Consumer-Care-Geschäft des US-Wettbewerbers Merck & Co. übernehmen. Bereits in der vergangenen Woche waren Gerüchte über einen bevorstehenden M&A-Deal aufgekommen. Bayer zahlt rund 14,2 Milliarden US-Dollar (10,4 Milliarden Euro). Aus dem Kaufpreis ergibt sich für 2013 pro forma ein Ebitda-Multiple von 21x. Nach eigenen Angaben steigt Bayer durch den M&A-Deal zum weltweit zweitgrößten Anbieter im Geschäft mit rezeptfreien Produkten auf. Der Pro-forma-Umsatz des kombinierten Consumer-Care-Geschäfts von Bayer und Merck betrug 2013 rund 7,4 Milliarden US-Dollar (5,5 Milliarden Euro), davon entfielen etwa 2,2 Milliarden US-Dollar auf Merck & Co.

Beide Konzerne vereinbarten zudem eine Entwicklungs- und Vermarktungskooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase. Dafür erhält Bayer von Merck & Co. eine Vorauszahlung von 1 Milliarde US-Dollar sowie umsatzabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar.

Bayer rechnet ab dem ersten Jahr nach dem Vollzug mit „signifikanten Steuereinsparungen“ sowie mit Kostensynergien, etwa bei Marketingaufwendungen und Herstellungskosten. Der Konzern veranschlagt von 2017 an Kostensynergien von rund 200 Millionen US-Dollar jährlich. Die erhöhte Vertriebskraft soll genutzt werden, um die übernommenen Marken außerhalb der USA zu verbreiten und soll 2017 zu Umsatzsynergien von etwa 400 Millionen US-Dollar führen. Die Einmalkosten im Zusammenhang mit dem M&A-Deal und der Zusammenführung der Geschäfte setzt Bayer mit etwa 500 Millionen US-Dollar vornehmlich in den Jahren 2014/2015 an.

Bayer will die Akquisition mit einem Brückenkredit zwischenfinanzieren, der von der Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas und Mizuho bereitgestellt und der später an eine größere Gruppe aus dem Kreis der Bayer-Kernbanken aussyndiziert werden soll. Die Kanzlei Clifford Chance hat die Banken zum Brückenkredit rechtlich beraten. Bei der späteren Ausfinanzierung am Kapitalmarkt ist die Begebung von vor- und nachrangigen Anleihen geplant. Die Kartellbehörden müssen die Transaktion noch freigeben, sie soll im zweiten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden. Bei der Finanzierung hat Allen & Overy (Neil George Weiand, Urs Lewens) den Bayer-Konzern rechtlich beraten, Inhouse war für Bayer Martin Eisenhauer tätig.

Merck bei AZ Electronic Materials am Ziel

Aufgrund akuter Verwechslungsgefahr sah sich der deutsche Konzern Merck in dieser Woche gezwungen, offiziell zu betonen, dass man in Darmstadt am Consumer-Health-Geschäft weiter festhalten will. Untätig waren die Darmstädter im M&A-Bereich dennoch nicht. Der Pharma- und Chemiekonzern hat bei AZ Electronic Materials das Übernahmeziel erreicht. Nachdem die Annahmefrist mehrfach verlängert wurde, hat Merck nun die Mindestannahmequote von 75 Prozent überschritten. Nach eigenen Angaben wurden dem Unternehmen inzwischen 81,3 Prozent der AZ-Aktien angedient. Aus der Transaktion soll ein neuer Anbieter im Bereich der Hightech-Materialen und der funktionalen Spezialchemikalien entstehen. Merck hatte sich im Dezember 2013 mit dem Board of Directors von AZ auf ein Barangebot in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro geeinigt.

Voraussetzung für den Abschluss waren das Erreichen der Mindestannahmequote sowie die kartellrechtlichen Freigaben in den USA, Japan, Taiwan, Deutschland und China. AZ machte 2013 einen Umsatz von umgerechnet rund 530 Millionen Euro, fast 80 Prozent davon erzielte das Unternehmen in Asien. Clifford Chance hat AZ bei dem Übernahmeangebot mit einem Team von Anwälten aus London und Luxemburg um Tim Lewis beraten. Allen & Overy hat Merck mit einem Team unter Führung der Partner Michael J. Ulmer (Corporate/M&A, Frankfurt) und Richard Browne (Corporate/M&A, London) bei dem M&A-Deal begleitet.

Merck strebt nun für Anfang Juni das Delisting der AZ-Aktien von der Londoner Börse an. Die Darmstädter wollen einer Mitteilung zufolge weiterhin alle ausstehenden Aktien von AZ übernehmen. Das Angebot an die AZ-Aktionäre werde daher „bis auf Weiteres“ aufrecht erhalten. Alle wichtigen Maßnahmen zur Integration von AZ mit seinen weltweit rund 1.150 Mitarbeitern sollen bis Ende 2014 vollzogen sein. Für die Zeit der Integration wird AZ als eigenständige Geschäftseinheit geführt, bis eine Entscheidung über die endgültige Struktur fällt.

Siemens kauft bei Rolls-Royce zu und gründet Joint Venture

Der Konzern Siemens, der zurzeit durch seine Rolle im Bieterwettstreit um Alstom sowie durch seine strategische Neuausrichtung für Gesprächsstoff sorgt, hat im Rahmen der Umbaumaßnahmen auch verstärkte M&A-Aktivität entwickelt. Die Münchener haben sich mit Rolls-Royce auf eine Übernahme des Geschäft mit aero-derivativen Gasturbinen und Kompressoren geeinigt. In diesem Segment erzielte Rolls-Royce im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 871 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Euro) und ein Ebit von 72 Millionen Pfund (rund 88 Millionen Euro). Der Kaufpreis liegt bei 785 Millionen britischen Pfund (rund 950 Millionen Euro). Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen, der M&A-Deal soll voraussichtlich bis Ende Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein.

Als weitere Komponente erhält Siemens exklusiven Zugang zu technologischen Entwicklungen bei Flugzeugturbinen im Leistungsbereich von 4 bis 85 Megawatt sowie bevorzugten Zugang zu Liefer- und Ingenieurdienstleistungen von Rolls-Royce. Für diese Vereinbarung, die eine Laufzeit von 25 Jahren hat, bezahlt Siemens zusätzlich rund 240 Millionen Euro.

Ebenfalls in dieser Woche hat sich Siemens mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) auf ein Joint Venture im Gebiet der metallurgischen Industrie geeinigt. Die Konzerne wollen einen global agierenden Komplettanbieter für die Eisen-, Stahl- und Aluminiumindustrie bilden und damit auf den hohen Preisdruck in der Branche reagieren. Beide bringen ihr metallurgisches Industriegeschäft ein. In das neue Gemeinschaftsunternehmen wird auch das Joint Venture Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery eingebracht, ein von MHI konsolidiertes Unternehmen mit den Anteilseignern Hitachi und IHI Corporation. MHI wird 51 Prozent und Siemens 49 Prozent an dem Joint Venture halten. Nach Zustimmung der Behörden soll das Gemeinschaftsunternehmen im Januar 2015 seinen Betrieb aufnehmen.

Georgsmarienhütte verkauft Gießereien an PE-Investor Callista

Der PE-Investor Callista hat zwei Aluminiumgießereien im Großraum Stuttgart vollständig von der Unternehmensgruppe Georgsmarienhütte übernommen. Die Übertragung der Geschäftsanteile der MWK Renningen und MWK Schwäbisch Gmünd wurde jetzt abgeschlossen. Georgsmarienhütte will sich verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren und hat die Unternehmen daher in einem strukturierten Prozess verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die MWK Renningen (Umsatz 2013 ca. 28 Millionen Euro) fertigt Aluminiumgussprodukte mit Schwerpunkt für die Automobilindustrie. Die MWK Schwäbisch Gmünd (Jahresumsatz gut 30 Millionen Euro) fertigt Wärmetauscher im Sandgussverfahren. Callista-COO Marc Zube sagte, der PE-Investor wolle „im Rahmen der Sanierungsleistungen“ weitere Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie übernehmen, um sich breiter aufzustellen und dem Preisdruck im Markt „mit skalenbasierten Kostenvorteilen“ zu begegnen. Callista hatte sich zu Beginn dieses Jahres mit seinem ersten abgeschlossenen Investment die Mehrheit an der MS Deutschland gesichert.

Teamviewer geht an Permira

Der PE-Investor Permira hat den Softwareanbieter Teamviewer mit Sitz in Göppingen von GFI Software übernommen. GFI ist ein Portfoliounternehmen von Insight Venture Partners. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hat Permira bei dem M&A-Deal beraten.

SH+E in finalen Verhandlungen mit Investoren

Die vor einigen Wochen begonnene Investorensuche für die bislang unter dem Dach der SH+E Group zusammengefassten Einzelfirmen macht Fortschritte. Konzern-Insolvenzverwalter Tobias Hoefer (Kanzlei Hoefer, Schmidt-Thieme) sagte, man sei in den Verhandlungen mit potentiellen Investoren und Erwerbern „planmäßig voran gekommen“. Bis Ende Mai will er Fortführungslösungen für alle operativ tätigen Bereiche präsentieren. „Wir haben für alle operativen Einzelbereiche Interessenten“, betonte Hoefer in einer Mitteilung. Die Verhandlungen mit potentiellen Investoren befinden sich demnach in der finalen Phase und könnten womöglich noch in diesem Monat zum Abschluss gebracht werden. Die Holdinggesellschaft SH+E und mehrere operative Tochtergesellschaften hatten im Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. SH+E gehörte als Tochter zum Maschinenbauer Rena, der zwischenzeitlich selbst die Sanierung in Eigenverwaltung beantragt hat.

Unternehmerfamilie Reimann baut Kaffee-Imperium aus

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann baut ihr Engagement im Kaffeesektor weiter aus. Das von der Familie Reimann kontrollierte niederländische Kaffeeunternehmen D.E. Master Blenders, für das die Familie im April 2013 über ihre Holding Joh. A. Benckiser ein Übernahmeangebot vorgelegt hatte, soll mit den Kaffeegeschäft des Süßwarenkonzerns Mondelez zusammengeschlossen werden. Das Gemeinschaftsunternehmen werde Jacobs Douwe Egberts heißen und einen jährlichen Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro machen, teilte D.E. Master Blenders mit. Zu Mondelez gehören Marken wie Jacobs und Tassimo, D.E Master Blenders besitzt unter anderem Senseo.

Im Rahmen der Transaktion soll Mondelez rund 5 Milliarden US-Dollar in bar und einen 49-prozentigen Anteil am neuen Unternehmen Jacobs Douwe Egberts erhalten. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Der Abschluss wird für 2015 erwartet. Ein Team von Oppenhoff & Partner unter Leitung von Georg Maier-Reimer und Harald Gesell hat Joh. A. Benckiser und D.E. Master Blenders bei der Vorbereitung des M&A-Deals und bei der Due Diligence in Deutschland beraten.

Hannover Finanz beteiligt sich an Simplon Fahrrad

Die Hannover Finanz Gruppe ist mit einer 55-prozentigen Beteiligung beim Hersteller von Sportfahrrädern Simplon Fahrrad in Österreich eingestiegen. Das Unternehmen produzierte 2013 rund 10.000 Fahrräder und erzielte einen Jahresumsatz von knapp 18 Millionen Euro. Der Einstieg der Hannover Finanz soll Simplon eine breitere Aufstellung und weiteres Wachstum im internationalen Fahrradmarkt ermöglichen. Der Zusammenschluss wurde bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet, die Zustimmung steht noch aus. Die Hannover Finanz ist unter anderem auch am Sportartikelfachhändler Runners Point sowie am Hersteller von Wintersportbekleidung Ziener beteiligt.

M&A-News: Personalien

Erik Bork und Joakim Notö werden für den Beteiligungskonzern Aurelius mit Hauptsitz in München künftig die skandinavischen Aktivitäten steuern. Nach der Eröffnung des Londoner Büros ist Aurelius Nordic in Stockholm die zweite Auslandsniederlassung des Konzerns. Aurelius hat in der Vergangenheit bereits mehrfach in Skandinavien zugekauft. Der Konzern kaufte die Firmen Schabmüller und Secop vom dänischen Konzern Danfoss, die Tochter Brightone gehörte ehemals zur finnischen Tieto. Den Spezialchemie-Produzent Calachem übernahm Aurelius 2010 von der finnischen KemFine-Gruppe.

Die Partner der Kanzlei Hengeler Mueller haben Dirk Bliesener (47) und Georg Seyfarth (48) zum 1. Juli in den geschäftsführenden Verwaltungsausschuss gewählt. Beide sind seit mehr als zehn Jahren Partner der Kanzlei. Seyfarth berät im Schwerpunkt zu M&A-Deals, Bliesener zum Kapitalmarktrecht. Die beiden neuen Managing Partner folgen turnusgemäß auf Daniela Favoccia und Matthias Hentzen.

Der auf M&A- und Strategiethemen spezialisierte Unternehmensberater Osvaldo Celani (41) wird Geschäftsführer und Partner bei der Beratungsgesellschaft Baker Tilly Roelfs. Er wechselt von Bain & Company. Celani begann seine Karriere im Strategiebereich der Managementberatung Accenture. Er soll bei Baker Tilly Roelfs die Bereiche Strategie, M&A sowie Ergebnisverbesserung stärken.

Die Partner der deutschen Corporate/M&A-Praxis von Allen & Overy haben Hans Schoneweg zu ihrem neuen Leiter gewählt. Er folgt auf Helge Schäfer, der das Amt zwölf Jahre lang inne hatte und sich nun wieder auf seine Rolle als Mitglied des Global Board der Kanzlei konzentrieren wird. Schoneweg ist seit 2001 bei Allen & Overy und wurde 2003  Partner im Hamburger Büro. Zur Corporate/M&A-Praxis der Kanzlei gehören derzeit 20 Partner, die von den fünf deutschen Standorten beraten.

Weitere M&A-Deals

Die Valora Holding hat ihre Division Services an Thomas Kirschner verkauft, der bereits Mehrheitsgesellschafter des deutschen Pressegrossisten PVG ist. Im Rahmen des M&A-Deals erwirbt Kirschner das Pressegrossogeschäft in der Schweiz und in Luxemburg sowie die Drittkundenlogistik von Valora in der Schweiz. Die Warenlogistik bleibt bei Valora. Die Transaktion erfolgt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Der Enterprise Value beträgt 80 Millionen Schweizer Franken, die veräußerten Geschäftsbereiche erwirtschafteten 2013 einen Nettoerlös von 272 Millionen Schweizer Franken. Die Schweizer Kartellbehörde muss noch zustimmen, der Abschluss wird im zweiten Quartal 2014 erwartet. Die Kanzlei Paul Hastings unter Federführung von Partner Christopher Wolff (Corporate/M&A, Frankfurt) hat Kirschner bei der Übernahme beraten.

Der Flugzeugsitzhersteller Recaro prüft die Übernahme von Teilen des US-Konzerns B/E Aerospace. Dies bestätigte das Unternehmen gegenüber der Agentur Reuters. Die Amerikaner hatten vor wenigen Tagen bekannt gegeben, einen möglichen Verkauf, Merger oder Spin-off des Unternehmens oder einzelner Geschäftsteile zu prüfen. Die Citigroup ist dazu als Berater engagiert.

Das Softwaretesting-Unternehmen uTest hat den Berliner Crowdtesting-Anbieter Testhub übernommen. Beide Unternehmen firmieren künftig unter dem neuen Namen Applause. Die Berlin Technologie Holding ist als zusätzlicher strategischer Investor an Bord gegangen. Teil des Kaufpreises ist eine Rückbeteiligung der Verkäufer von Testhub (Gründer und Business Angel) an der US-amerikanischen uTest-Holding Applause App Quality. Der Vollzug des M&A-Deals steht noch aus, wird aber bis Mitte Mai erwartet. Die Kanzlei Noerr hat uTest bei dem M&A-Deal unter Federführung von Christoph Spiering beraten. Zum US-Recht beriet Foley Hoag.

Die NZZ-Mediengruppe wird Alleinbesitzerin der Freie Presse Holding. Die PubliGroupe verkauft ihre Minderheitsbeteiligung von 25,07 Prozent an die NZZ, die bereits über die restlichen Anteile verfügt. Die Transaktion beläuft sich auf 53 Millionen Schweizer Franken und muss noch von einer außerordentlichen Generalversammlung der PubliGroupe genehmigt werden. Der M&A-Deal wird wegen Goodwillabschreibungen einen negativen Effekt in Höhe von 24 Millionen Schweizer Franken auf das konsolidierte Ergebnis der PubliGroupe haben. Der Effekt auf das konsolidierte Eigenkapital wird dem Unternehmen zufolge leicht positiv ausfallen.

Das Mess- und Regeltechnikunternehmen G. Lufft hat rückwirkend zum 1. April den Produktbereich Wolkenhöhenmesser der Jenoptik-Tochter ESW übernommen. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit 2011 zusammen, Lufft bot im Rahmen der Partnerschaft Jenoptik-Produkte als Ergänzung zum eigenen Portfolio an. Zu finanziellen Details der Transaktion wurde nichts bekannt.

Die Beteiligungsgesellschaft Finatem hat im Rahmen eines Asset Deals hat im Rahmen eines Asset-Deals einen Geschäftsbereich der mG miniGears in Italien sowie deren chinesische Tochtergesellschaft von der Carraro Gruppe übernommen. Die Bereiche entwickeln Zahnräder und Getriebebaugruppen und beschäftigen rund 500 Mitarbeiter.

Die Kirchhoff Group hat das Schweizer Unternehmen Fritz Haueter übernommen, das sich auf Autoumbauten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität spezialisiert hat. MP Corporate Finance war Finanzberater der Kirchhoff Group bei dem M&A-Deal. Details wurden nicht bekannt.

Die DMS Beteiligungs GmbH, ein Unternehmen im mittelbaren Beteiligungsbesitz der HSH Nordbank, hat den deutschen Maschinenbauer DMS Dynamic Micro Systems Semiconductor Equipment an das Unternehmen Brooks Automation verkauft. DMS entwickelt Anlagen für die Halbleiterindustrie. Taylor Wessing hat die DMS Beteiligungs GmbH bei der Transaktion mit einem Team um Bernhard Kloft (Lead, M&A/Restrukturierung) und Jan Riebeling (Co-Lead, M&A) rechtlich beraten. Brooks Automation wurde von der M Law Group in München um Peter Kremer (Lead, M&A) beraten.

Mit Wirkung zum 1. Mai hat die Münchner Unternehmensgruppe Serafin alle Anteile an ITW Heller vom US‐Konzern Illinois Tool Works übernommen. Die Gesellschaft wird als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Heller Tools weitergeführt.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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