M&A-Deals: Der Verkauf der gemeinsamen Mobilfunktochter Everything Everywhere der Deutschen Telekom und Orange steht.

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06.02.15
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M&A-Deals: Deutsche Telekom, LafargeHolcim, Xing

Die Deutsche Telekom verkauft mit ihrem Partner Orange die gemeinsame britische Tochter Everything Everywhere, die Baustoffkonzerne Lafarge und Holcim nehmen eine weitere wichtige Hürde in Richtung Fusion und Xing kauft die größte deutsche Online-Jobsuchmaschine. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Deutsche Telekom und Orange verkaufen Joint Venture

Milliardendeal für die Deutsche Telekom in Großbritannien: Gemeinsam mit der Französischen Orange verkauft die Telekom das britische Gemeinschaftsunternehmen Everything Everywhere an die BT Group (ehemals British Telecom). Die Briten zahlen für das Unternehmen inklusive Schulden 12,5 Milliarden Pfund (16,5 Milliarden Euro). Das entspricht dem 7,9-fachen des operativen Ebitda im Jahr 2014. Im Dezember hatten Telecom und Orange angekündigt, mit möglichen Käufern zu verhandeln. Die Deutsche Telekom wird mit dem Deal BT-Großaktionär: Sie erhält Aktien im Wert  von 5,1 Milliarden Pfund und hält damit 12 Prozent an BT. Abhängig vom Aktienkurs von BT und weiteren Faktoren beim Closing könne die Deutsche Telekom neben dem 12-Prozent-Anteil an BT auch eine Barkomponente erhalten, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Durch den Zusammenschluss mit EE werden Synergien mit einem Barwert von 4,6 Milliarden Pfund (nach Integrationskosten) erwartet. Barclays und Citi agierten als Financial Advisors und Clifford Chance agierte als Legal Advisor für die Deutsche Telekom.

PE-Investor Capvis übernimmt Rena

Rena hat einen neuen Eigentümer: Der Schweizer PE-Investor Capvis wird alle betriebsnotwendigen Vermögenswerte, bestehende Aufträge und auch alle Mitarbeiter vom insolventen Maschinenbauer übernehmen. Damit endet für Rena ein monatelanger Investorenprozess. Die Mehrheit der Rena-Anleihegläubiger hatte sich noch vor wenigen Tagen für eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzplans ausgesprochen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Rena schlitterte im März vergangenen Jahres in die Insolvenz, nachdem Gespräche mit den Finanzierungspartnern gescheitert waren.

PE-Investor Halder übernimmt Prae-Turbo

Der PE-Investor Halder übernimmt im Rahmen eines Management-Buy-Out den Turbolader-Spezialisten Prae-Turbo von den Gründern. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Gesellschafter von Prae-Turbo, zu denen die Gründerfamilie und der bisherige Geschäftsführer Reiner Wahlers zählen, wurden beim Verkauf von Angermann M&A International beraten. Nach dem Vorbild des Automotivekonzerns CCN, der 2011 von Halder übernommenen wurde, soll auch Prae-Turbo nach Mexiko und China expandieren und weltweit aktiv werden. Der letzte Deal von Halder ist noch nicht lange her: Ende 2014 hatte der Investor den Prothesenhersteller Amoena übernommen.

Holcim-Anteile gehen nach Irland

Die Fusion von Holcim und Lafarge zum weltweit größten Baustoffkonzern hat eine wichtige Hürde genommen. Die beiden Konzerne verkauften Firmenteile wie Zementwerke und Anlagen im Wert von 6,5 Milliarden Euro an den irischen Rivalen CRH. Damit erfüllten sie die Auflagen der Wettbewerbshüter. Laut Reuters soll die Akquisition mit einem Umsatzvolumen von 5,2 Milliarden Euro zum Teil in bar bezahlt werden. Zudem plane CRH die Aufnahme von neuen Schulden sowie eine Platzierung von Aktien in Höhe von knapp zehn Prozent. „Mit dieser Ankündigung sind wir weiter auf Kurs, den geplanten Zusammenschluss unter Gleichen in der ersten Hälfte 2015 abzuschließen“, zitiert Reuters Wolfgang Reitzle und Bruno Lafont, den designierterten Präsidenten und den Konzernchef von LafargeHolcim. In Europa trennen sich die beiden Firmen von Zementwerken und Anlagen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Rumänien, Serbien und der Slowakei. Zudem werden Aktivitäten in den USA, Kanada, Brasilien und auf den Philippinen abgestoßen. Im November vergangenen Jahres krempelte Holcim bereits sein Portfolio um, um die Auflagen der Wettbewerbshüter zu erfüllen. 

Xing übernimmt www.jobbörse.com

Das soziale Netzwerk für berufliche Kontakte Xing hat die Intelligence Competence Center vollständig erworben. Sie ist unter anderem Betreiberin der Webseite www.jobbörse.com, die nach eigenen Angaben mit über 2,5 Millionen Stellenanzeigen die größte Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum ist. Durch den Deal übernimmt Xing auch die Suchtechnologie von Jobbörse.com, die heute rund 15 Millionen Domains und darunter mehr als 1,5 Millionen Unternehmensseiten durchsucht. Xing zahlt für die Anteile einen Kaufpreis von rund 6,3 Millionen Euro. Abhängig von dem Erreichen bestimmter operativer Ziele in den kommenden zwei Jahren kann der Gründer der Intelligence Competence Center weitere Kaufpreiszahlungen in Höhe von maximal 2,4 Millionen Euro erhalten. Beraten wurde Xing von DLA Piper unter der Federführung von Matthias Lupp.

Tocos erreicht Dreiviertel-Mehrheit bei Hawesko

Nach der im Januar gewonnen Übernahmeschlacht erreicht die Tocos Beteiligung des Investors und Geschäftsführers sowie alleinigen Gesellschafters Detlev Meyer eine Dreiviertel-Mehrheit beim Weinhändler Hawesko. Damit ist er nun größter Ankeraktionär. Hawesko soll auch weiterhin als unabhängiges Unternehmen mit einem ausreichenden Free Float an der Börse notiert bleiben, hieß es. Ein Delisting oder Squeeze-out sind nicht beabsichtigt. Meyer hatte Anfang November den Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet und gegen den anfänglichen Widerstand des Großaktionärs und Vorstandschefs Alexander Margaritoff durchgesetzt.

Afinum beteilgt sich an Meridian Spa

Der Münchener PE-Investor Afinum beteiligt sich bei der Nobel-Wellnesskette Meridian Spa. Der Deal erfolgt aus dem 210 Millionen Euro schweren AF Eigenkapitalfonds. Daraus hat Afinum auch die Beteiligung an Görtz finanziert. Verkäufer waren zwei Privatinvestoren. Die Meridian Spa-Altgesellschafter um Gründer Barthold Richters und Geschäftsführer Leo Eckstein bleiben unverändert mit je 20 Prozent beteiligt. Ob Afinum bei dem Deal nun die Mehrheit an Meridian Spa übernommen hat, wollte der Investor gegenüber FINANCE nicht beantworten. Bei Investments aus dem Wachstumskapitalfonds verspricht Afinum den Altgesellschaftern üblicherweise die Beibehaltung der unternehmerischen Führung sowie die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt die Anteile zurückzukaufen.

M&A-Personalien

Merck ernennt einen neuen Leiter M&A: Roman Morten Werth übernimmt den Posten von Andreas Stickler, der im Konzern bleibt und die Leitung des Controlling im Unternehmensbereich Healthcare übernimmt. Werth und Stickler werden ab Februar direkt an CFO Marcus Kuhnert berichten. Andreas Stickler war seit 2008 Leiter M&A bei Merck und hat unter anderem die Übernahmen von Millipore, AZ Electronics Materials und die im vergangenen Jahr angekündigte geplante Übernahme von Sigma-Aldrich geleitet. Auch Roman Werth hat seit Beginn seiner Tätigkeit für Merck 2008 die M&A-Deals des Unternehmens begleitet. Zuvor sammelte er mehrere Jahre lang Erfahrung in den M&A-Bereichen von Siemens und Continental.

Das M&A-Geschäft von EY Schweiz bekommt zum 1. Februar mit Ronald Sauser einen neuen Leiter. Sauser war bislang CEO der Investmentbank Leonardo & Co. Er bringt ein Team von M&A-Beratern mit zu EY, zu denen Fabian Denneborg, Lars Frölich und Marco Hirsiger gehören.

Seit Anfang Januar baut Gerhard Wacker bei PwC Legal den Bereich Gesellschaftsrecht/M&A am Standort Nürnberg auf. Wacker ist auf Venture-Capital- und Private-Equity-Transaktionen spezialisiert. Er wechselte von Rödl &Partner und bringt zum 1. Februar Cilem Aksu als Manager mit zu PwC.

Das Private-Equity-Beratungsgeschäft von Latham & Watkins verstärkt sich mit den beiden neuen Partnern Oliver Felsenstein und
Burc Hesse. Beide kommen von Clifford Chance. Felsenstein war erst im September vergangenen Jahres als Nachfolger von Peter Dieners zum Head of Corporate von Clifford Chance Deutschland berufen worden. Wann die beiden PE-Anwälte die Kanzlei wechseln, ist noch nicht bekannt.

PwC Legal gewinnt zum 1. März Nikolaus Schrader als Partner für das M&A-Geschäft in Hamburg und München. Der 50-Jährige wird gemeinsam mit Dirk Stiller die Praxisgruppe Gesellschaftsrecht/M&A leiten. Schrader kommt von Freshfields Bruckhaus Deringer und hat über 20 Jahre Erfahrung mit M&A-Deals und PE-Investoren. Zuletzt war er bei Freshfields Co-Leiter der weltweiten Private M&A Group.

Weitere M&A-Deals

Die Beltz-Verlagsgruppe, bisher mit 50 Prozent am Campus Verlag beteiligt, hat laut Handelsblatt die verbleibenden Anteile vom bisherigen Gesellschafter Thomas Carl Schwoerer erworben  und übernimmt das Unternehmen somit komplett. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Beltz war seit der Gründung von Campus 1975 an dem Verlag beteiligt. Thomas Carl Schwoerer, Sohn des Unternehmensgründers Frank Schwoerer, wird nach Angaben des Handelsblatts Anfang März aus dem Unternehmen ausscheiden. Er hatte den Verlag seit 1995 geführt. Campus hat nach Unternehmensangaben 40 Mitarbeiter und bringt jährlich knapp 200 Neuerscheinungen heraus.


Soll Wella wieder verkauft werden? Medienberichten zufolge will der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter&Gamble den deutschen Haarpflegekonzern verkaufen. P&G hatte Wella 2004 erworben. Die Institute Morgan Stanley und Goldman Sachs hätten den Auftrag, den Markt unverbindlich zu sondieren, berichtet die F.A.Z. Es soll dabei vor allem um den Salon Professional gehen, also das Geschäft mit Friseuren.

Der Pharmakonzern Stada hat in Russland im Bereich Männergesundheit zugekauft. Die russische Stada-Tochter AO Nizhpharm hat die beiden Marken „AndroDoz“ und „NeroDoz“ für umgerechnet 7,9 Millionen Euro in bar übernommen, gab der Bad Vilbeler Konzern bekannt. Es handelt sich um frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel. Verkäufer ist OOO PharmEnergy, ein russisches Pharmaunternehmen mit Sitz in Moskau.

Das Modeunternehmen Strenesse schiebt seine Investorensuche weiter auf und lässt mögliche Investoren weiter auf den Startschuss des M&A-Prozesses warten. Frühestens im Sommer dieses Jahres werde man damit beginnen, teilte Restrukturierungsvorstand Michael Pluta mit. Er wolle das Unternehmen zunächst nachhaltig sanieren und strebe keinen schnellen Verkauf an.

Das Technologieunternehmen Trumpf, ein Hersteller von Werkzeugmaschinen, Laser und Elektronik für industrielle Anwendungen, übernimmt die EHT Werkzeugmaschinen, ein Maschinenbauunternehmen mit Sitz im südbadischen Teningen. Beraten wurde Trumpf von CMS um Lead-Partner Tobias Schneider. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Trumpf setzte 2013/14 mit etwa 11.000 Mitarbeitern rund 2,6 Milliarden Euro um.

Tetra Pak hat das polnische Unternehmen Obram übernommen. Obram ist im Bereich Käsereilösungen und Ausrüstung für Käse mit Aktivitäten in Polen, Russland, Weißrussland und Teilen Osteuropas tätig. Mit der Übernahme will Tetra Pak seine Position im Käsesektor ausbauen.

Der Finanzinvestor Equistone hat den Bekleidungshersteller Polo Motorrad und Sportswear von den bisherigen Investoren Paragon Partners und Tempus Capital erworben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Verkäufer hatten das insolvente Unternehmen 2012 übernommen. Equistone finanziert den Erwerb über eine als Schuldverschreibung strukturierte Unitranche, die von Ares Management bereitgestellt wurde. Ares wurde bei der Finanzierung durch ein Team von Ashurst unter der Federführung von Bernd Egbers beraten. Berater von Equistone waren aus Corporate-Sicht P+P Pöllath & Partners und Latham & Watkins für Finanzierungsdetails. Die Verkäufer Paragon und Tempus wurden von Latham & Watkins gesellschaftsrechtlich beraten.

Das belgische Chemieunternehmen Solvay hat sein deutsches Kältemittelgeschäft an den japanischen Konzern Daikin Industries verkauft. In diesem Zusammenhang werden alle Geschäftsfelder in Frankfurt verkauft und 75 Mitarbeiter wechseln zu Daikin. Weitere Details des M&A-Deals sind nicht bekannt. Die deutschen Tochterunternehmen von Solvay erwirtschafteten 2013 mit 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Der Chemiekonzern Daikin beschäftigt rund 33.500 Mitarbeiter und ist bereits mit Tochterunternehmen in Deutschland vertreten. Solvay wurde beim Verkauf von Luther unter der Federführung von Hans-Georg Hahn beraten.

Der IT-Konzern Intel übernimmt den Münchner Chiphersteller Lantiq vom PE-Investor Golden Gate Capital. Das Unternehmen stellt Breitbandzugangstechnologien her. Der M&A-Deal soll in etwa drei Monaten abgeschlossen sein.

Der PE-Investor Callista erwirbt den Hersteller von Elektrowerkzeugen Kress vollständig von der Unternehmerfamilie. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Finanzierung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen ist über eine Kapitalerhöhung sowie weitere Kreditzusagen gesichert, heißt es. 

Der Immobilien-Investmentfonds Captiva Capital Partners III hat sein „Tonic“-Portfolio mit einem kumulierten Volumen von über 230 Millionen Euro verkauft. Dazu zählen Einzelhandelsimmobilien und Einkaufszentren. Beraten wurde Captiva von Freshfields Bruckhaus Deringer.

Der Tübinger Wachstumsinvestor SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement investiert mit seinem vierten Fonds in das Schweizer Roboterchirurgie-Unternehmen AOT. Details des Deals wurden nicht bekanntgegeben. Der vierte Fonds verwaltet über 100 Millionen Euro.

Die Deutsche Rohstoff hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung der australischen Hammer Metals mit rund 15 Prozent an dem börsennotierten Explorationsunternehmen beteiligt. Die Deutsche Rohstoff erwarb dazu 15,625 Millionen Aktien zu je 0,08 Australischen Dollar für insgesamt rund umgerechnet 0,86 Millionen Euro. Somit ist sie zweitgrößter Aktionär von Hammer Metals. Das deutsche Unternehmen erhält außerdem Optionen für den Kauf weiterer 3,8 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von je 0,15 Australischen Dollar.

Die Westfleisch Gruppe übernimmt die insolvente Rindfleischsparte der Gausepohl-Gruppe. Die Rindfleischsparte hatte zuletzt einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Über Kaufpreis und Details der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Laut Insolvenzverwalter soll der erzielte Kaufpreis zu einer Befriedigungsquote der Gläubiger von bis zu 50 Prozent führen. Gläubiger des Verfahrens sind vor allem Landwirte und Viehhändler aus der Region.

Die österreichische Laborgruppe Lifebrain übernimmt das italienische Labor Salus und wird nach eigenen Angaben größte private Laborgruppe in der Region Lazio. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben. 

Die Verlagsgruppe Rhein Main mit Sitz in Mainz erwirbt die beiden Darmstädter Unternehmen Echo Medien und SLS Südhessische Logistik-Service. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Waldeck Rechtsanwälte hat die zu 50 Prozent an der Echo-Medien-Gruppe beteiligten Gesellschafter Lars Bach und Pia Schneider bei dem Verkauf rechtlich beraten. Der Mitgesellschafter Hans-Peter Bach wurde von einem Team von CMS Hasche Sigle um Lead Partner Oliver Wolfgramm begleitet.

Die Allianz beteiligt sich mit 56 Prozent an der Colchester Garrison Private Finance Initiative, einem Finanzierungsprojekt für Infrastruktur in Großbritannien. Die Anteile werden von zwei Fonds der Investmentgesellschaft Infrared Capital verkauft. Der Kaufpreis beträgt 130 Millionen Britische Pfund (rund 172 Millionen Euro).

Die indische Samvardhana Motherson-Gruppe hat den Automobilzulieferer Scherer & Trier übernommen. Das deutsche Unternehmen mit Standorten in Deutschland und Mexiko hatte vor einem Jahr Insolvenz angemeldet. Der indische Automotive-Spezialist hat den Großteil der Vermögensgegenstände von Scherer & Trier erworben und führt die Geschäfte unter dem neuen Unternehmen Samvardhana Motherson Innovative Autosystems (SMIA) weiter. Der Kaufpreis beträgt rund 36 Millionen Euro. Scherer & Trier erzielt nach Unternehmensangaben Umsätze von rund 240 Millionen Euro.

Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Lampe Privatinvest kauft den deutschen Nudelproduzenten Erfurter Teigwaren von der Familienholding Emphor. Das Unternehmen erzielt mit 100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Im Zuge der Transaktion beteiligt sich der Geschäftsführer Gerhard Gabel als Minderheitsgesellschafter ebenfalls an dem Unternehmen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Berater von Lampe Privatinvest waren CFH Cordes + Partner. Emphor wurde durch die Beratungsgesellschaft cf:M beraten.

Das Beteiligungsunternehmen Aurelius hat das Europageschäft des Jeansherstellers Tavex übernommen. Die Tavex-Gruppe erzielte 2014 mit 580 Beschäftigten einen Umsatz von 45 Millionen Euro. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Der Dämmstoffhersteller Armacell übernimmt das in der gleichen Branche tätige türkische Unternehmen OneFlex. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Armacell wurde von Bird & Bird unter der Federführung von Alfred Herda und mit Unterstützung von BTS & Partners (Istanbul) beraten.

Der Call-Center-Dienstleister Avocis wird für 210 Millionen Euro vom britischen Outsourcing-Dienstleister Capita übernommen. Die Zustimmung des Bundeskartellamts steht noch aus. Beraten wurde Capita bei der Übernahme durch ein Team der Wirtschaftskanzlei Noerr unter der Federführung von Thomas Schulz.

Die Spheros-Gruppe mit Sitz in Gilching bei München hat Ende Januar das amerikanische Unternehmen ACC Climate Control übernommen. Die beiden Unternehmen sind auf Klimatechnologie für Busse spezialisiert. Spheros erzielte 2014 mit 900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. ACC hat derzeit rund 140 Mitarbeiter.

Das französische Gastechnologieunternehmen Air Liquide hat sich zum Jahresbeginn mehrheitlich an der deutschen Optimal Medical Therapies-Gruppe, einem Anbieter für häusliche Infusionstherapie, beteiligt. Details des M&A-Deals sind nicht bekannt. Air Liquide wurde durch Baker & McKenzie unter der Federführung von Florian Kästle beraten.

Die Schwa-Medico-Gruppe hat die Vertriebsgesellschaft Neurotech Bio-Medical Research mit Sitz in Salem von der irischen Muttergesellschaft Bio-Medical Research übernommen. Der Verkäufer wird von Bird & Bird unter der Federführung von Stefan Münch beraten. Schwa-Medico wurde von Rödl & Partner beraten.

Der Automobilzulieferer Quin hat mit der chinesischen Joyson-Gruppe einen neuen Mehrheitseigner. Ningbo Joyson Electronic hält seit Mitte Januar 75 Prozent an dem Unternehmen, die übrigen Anteile verbleiben bei den bisherigen Gesellschaftern. Beraten wurde Joyson durch die Kanzlei Waldeck Rechtsanwälte unter der Federführung von Frank Weber und in Zusammenarbeit mit bpv Grigorescu Stefanica sowie JP Weber in Rumänien und Polen. KPMG beriet Joyson im Steuerrecht und bei der Financial Due Diligence. Der Verkäufer wurde unter Federführung von Ulrich Philippi von Luther beraten.

Merz Pharma
verkauft seine Zahntechnik-Tochter Merz Dental an das japanische Dentalunternehmen Shofu. Merz Dental wird weiterhin am deutschen Standort in der Nähe von Kiel tätig sein. Details über den M&A-Deal sind nicht bekannt.

Die M.A.X. Automation-Gruppe übernimmt mit seiner Tochter NSM Magnettechnik den hessischen Roboterhersteller Indat Robotics. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Indat hat knapp 80 Mitarbeiter und plant für 2015 Umsatzerlöse von rund 18 Millionen Euro.

Syskron, ein Intralogistik-Unternehmen der Krones-Gruppe, hat den Software-Berater Triacos übernommen, der auf die Implementierung von SAP-Lösungen spezialisiert ist. Der Kaufpreis liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich. Triacos erzielte 2014 einen Umsatz von 2 Millionen Euro. Die Krones-Gruppe wurde von Heuking Kühn Lüer Wojtek unter der Federführung von Anne de Boer und Dirk Koch beraten.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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