M&A-Deals: Monteray will einen Großteil seiner Anteile am Touristikkonzern Tui abgeben.

Tui

21.02.14
Deals

M&A-Deals: Tui, Valensina, Fresenius

Großaktionär Monteray reduziert seine Beteiligung an Tui deutlich, Valensina will ohne M&A-Berater mit potentiellen Investoren verhandeln und Fresenius bekommt die Kartellfreigabe für die Übernahme von 40 Kliniken des Wettbewerbers Rhön. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Monteray verkauft Anteile an Tui

Die Gesellschaft Monteray des norwegischen Milliardärs John Fredriksen verkauft einen Anteil von rund 15,7 Prozent am Touristikkonzern Tui. Goldman Sachs hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, dass die Anteile von Monteray im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens verkauft werden sollen. Nach Abschluss des Verkaufs sinkt der Anteil von Monteray auf rund 4,4 Prozent. Im Gegenzug werden einer Unternehmensmeldung zufolge die spanische Hotelkette Riu, CEO Friedrich Joussen, CFO Horst Baier sowie weitere institutionelle Investoren Anteile aufstocken. Die beiden Vorstände investieren Berichten zufolge mit Aufsichtsratschef Klaus Mangold insgesamt rund 1 Million Euro in Aktien. Riu ist bereits langjähriger Investor und wird seinen Anteil auf knapp 8 Prozent ausbauen. Größter Einzelaktionär bleibt die russische S-Group Travel Holding von Alexej Mordaschow, die mit 26 Prozent beteiligt ist.

Fresenius darf Kliniken von Rhön übernehmen

Der Medizintechnikkonzern Fresenius darf über seine Tochter Helios wie geplant 40 Kliniken und 13 medizinische Versorgungszentren vom Wettbewerber Rhön übernehmen. Das Bundeskartellamt stimmte dem Vorhaben jetzt zu. Damit entsteht der größte private Klinikkonzern Deutschlands. Drei Kliniken und zwei Versorgungszentren waren aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken vom M&A-Deal ausgenommen.

Valensina will Beteiligung ohne M&A-Berater aushandeln

Beim Fruchtsafthersteller Valensina verhandelt Geschäftsführer Wilfried Mocken nun in eigener Sache mit einem namentlich nicht genannten Münchener Family Office über eine Beteiligung. Ursprünglich war Lincoln mit der Investorensuche betraut geworden, das Mandat ruht aber nun, wie die F.A.Z. zuerst berichtete. Gespräche mit dem Family Office werden exklusiv geführt und sollen kurz vor einer Absichtserklärung stehen. Der Verkaufsprozess ist modifiziert worden. Ging es zunächst um die Valensina GmbH sowie den separaten Verkauf der Marke Hitchcock, mit dem die Investmentboutique Freitag betraut war, verhandelt man nun um Anteile an der Holding, die über der GmbH angesiedelt ist. Mocken will nur eine Minderheit abgeben.

Douglas einigt sich mit PE-Investor Charterhouse bei Nocibé

Nach mehreren Versuchen kommt der Drogeriekonzern Douglas bei der Übernahme der französischen Parfümeriekette Nocibé voran. Mit den Verkäufern um PE-Investor Charterhouse Capital einigte sich Douglas, inzwischen selbst mehrheitlich in der Hand des Private-Equity-Hauses Advent, auf eine Übernahme. Verhandlungen über den M&A-Deal liefen seit Oktober. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Mann+Hummel übernimmt Vokes von PE-Investor Riverside

Der schwäbische Filterhersteller Mann+Hummel hat den schwedischen Anbieter von Luftfiltern Vokes Air von PE-Investor Riverside übernommen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Riverside war seit 2008 in Vokes investiert, das Unternehmen entstand nach einem Carve-out aus der SPX Corporation. Mannheimer Swartling und KPMG haben Riverside beim Verkauf beraten.

Barry Callebaut übernimmt Zulieferer vollständig

Der Schokoladenproduzent Barry Callebaut hat den langjährigen Zulieferer für Kakaobohnen Biolands Group vollständig übernommen. Die Schweizer waren seit 2008 bereits mit 49 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der M&A-Deal soll einen Beitrag zu dem Ziel leisten, eine führende Position in der nachhaltigen Kakaoproduktion einzunehmen, teilte Barry Callebaut mit. Das Unternehmen hatte zuletzt Ende 2012 eine Großtransaktion in Asien umgesetzt.

FINANCE M&A Panel: Belebung am M&A-Markt

Kaufwillige Unternehmen werden in diesem Jahr starke Konkurrenz aus dem Lager der PE-Investoren erhalten. Darauf deuten die Ergebnisse der jüngsten Befragung des FINANCE M&A Panels hin, für das die Redaktion von FINANCE gemeinsam mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle sowohl M&A-Chefs in deutschen Unternehmen als auch führende Investmentbanker und M&A-Berater anonym zu ihrer Markteinschätzung befragt hat. Dies schürt die Hoffnung auf mehr M&A-Deals in den kommenden Monaten: Die Rahmenbedingungen sind gut, und die Unternehmen sind nach eigenem Bekunden durchaus dazu bereit, Zukaufsgelegenheiten offensiv zu nutzen.

Joint Venture von Rickmers und Apollo kauft Schiffe von Hamburg Süd

Ein Joint Venture zwischen der Hamburger Rickmers Gruppe und Fonds der Apollo Global Management hat für 176 Millionen US-Dollar sechs Schiffe von der zur Oetker-Gruppe gehörenden Hamburg Süd erworben. Die Schiffe werden für einen Zeitraum von drei Jahren an Hamburg Süd rückverchartert. Rickmers und Apollo hatten ihr Joint Venture im Herbst 2013 gegründet.

M&A-News: Personalie

Die Kanzlei GSK Stockmann + Kollegen verstärkt ihr Stuttgarter Büros im Bereich Corporate/M&A mit Hermann Ali Hinderer. Der frühere Local Partner von Baker & McKenzie in Berlin wechselt als Equity Partner zu GSK nach Stuttgart. Hinderer (36) war seit 2004 als Rechtsanwalt für Baker & McKenzie in den Bereichen Corporate/M&A tätig und hat langjährige Erfahrung mit nationalen und internationalen M&A-Deals. Ein Schwerpunkt liegt in der Beratung von Transaktionen in regulierten Industrien.

Weitere M&A-Deals

Die Otto AG für Beteiligungen, eine Firma der Unternehmerfamilie Otto, hat den Squeeze-out der außenstehenden Aktionäre der börsennotierten C.J. Vogel AG abgeschlossen. Die Hauptversammlung hatte den Squeeze-out in der vergangenen Woche beschlossen. Wesentliches Asset der C.J. Vogel AG ist eine indirekte Beteiligung am Versandhandelsunternehmen Otto, daher erforderte der Squeeze-out auch eine Unternehmensbewertung der Otto-Versandgruppe. Ein Team von White & Case unter Federführung des Partners Volker Land hat die Otto AG bei der Transaktion beraten.

Der Stuttgarter Montagedienstleister Scholpp hat den Industrieservicedienstleister Pro-Tec aus Nürnberg übernommen. Scholpp gehört zu 49 Prozent dem PE-Investor Odewald & Compagnie. Die Minderheitsbeteiligung ging der PE-Investor 2012 ein. Heuking Kühn Lüer Wojtek hat die Scholpp-Gruppe beim Erwerb von ProTec beraten.

Eine Gruppe von PE-Investoren unter der Führung von Yellow & Blue und Hightech Gründerfonds sowie das Management haben ihre Anteile an der deutschen Entelios an die US-amerikanische EnerNoc zu einem nicht genannten Preis veräußert. Entelios ist ein Anbieter von virtuellen Kraftwerken zum Management dezentraler elektrischer Verbraucher. Lincoln International hat die Transaktion als exklusiver M&A-Berater der Aktionäre umgesetzt.

Der PE-Investor CVC Capital Partners hat die Übernahme des europäischen Online-Bezahlanbieters Skrill abgeschlossen. Ein Investorenkonsortium um Investcorp hatte die Mehrheit abgegeben, Investcorp bleibt aber Anteilseigner. CVC wurde beraten von Jefferies International, Clifford Chance, Bain and Company sowie PwC. Investcorp und Skrill wurde beraten von Barclays, KWM SJ Berwin, Travers Smith, Freshfields Bruckhaus Deringer, PwC und der Anthemis Group. Die Finanzierung der Transaktion übernahmen die Banken Crédit Suisse, Jefferies International und die Royal Bank of Scotland.

Die Gesellschafter des Mediendienstleisters Wunder Media Production haben ihr Unternehmen an Hubert Burda Media verkauft. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen, über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Gütt Olk Feldhaus hat die Gesellschafter beim Verkauf der Gesellschaft beraten.

Die Gesellschafter der Berchtold Holding haben 100 Prozent der Anteile an die US-amerikanische Stryker Corporation verkauft. Berchtold ist ein familiengeführter Hersteller von Zubehör für Operationsräume. DC Advisory war Finanzberater der Verkäufer. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung und soll Ende des ersten Quartals 2014 abgeschlossen werden.

Die Puk-Werke haben eine Mehrheitsbeteiligung an der indischen Gesellschaft Profab Engineers in Mumbai erworben. Das Unternehmen will sich durch die Transaktion den indischen Markt für Kabelbahnen und Zubehör erschließen. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Eva Annett Grigoleit und Igor Stenzel (Kanzlei CMS Hasche Sigle) haben die Puk-Werke bei der Transaktion gemeinsam mit einem internationalen Anwaltsteam beraten.

Zwölf Presseverleger haben über eine Erhöhung des Stammkapitals insgesamt 50 Prozent der Geschäftsanteile an der Gesellschaft zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen (VG Media) erworben. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion zustimmen. In rechtlichen Fragen hat die Kanlzei Noerr unter Federführung der Partner Karsten Metzlaff und Christian Pleister die VG Media beraten.

Der PE-Investor Silver Investment Partners (SIP) hat das Feinmechanikunternehmen PTF Holding mit einem Add-on gestärkt. PTF hat mit Unterstützung des Mehrheitsinvestors SIP die Hitega Präzisionsmechanik übernommen. Die PTF-Gruppe erwartet mit dem Zukauf einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro im Jahr 2014. Der M&A-Deal wird von PTF und SIP aus eigenen Mitteln sowie durch Fremdkapital finanziert. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. „Die Transaktion ist ein weiterer Meilenstein in der Buy-and-Build-Strategie für unser Portfoliounternehmen PTF“, sagte Philipp Amereller, geschäftsführender Partner von SIP. Der PE-Investor wurde bei der Transaktion von Ernst & Young (Finanzen) und King & Wood Mallesons (Recht und Steuern) beraten. Hitega hat Dissmann Orth (Recht und Steuern) als Berater mandatiert.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de