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Schaeffler kassiert Jahresprognose

Schaeffler-CFO Claus Bauer und -CEO Klaus Rosenfeld müssen die Jahresprognose nach unten korrigieren.
Schaeffler-CFO Claus Bauer und -CEO Klaus Rosenfeld müssen die Jahresprognose nach unten korrigieren. Foto: Schaeffler

Der Autozulieferer Schaeffler hat seine Prognose für den Jahresumsatz nach unten korrigiert. Nachdem das Unternehmen Ende Juli noch von einem Umsatzwachstum in Höhe von 11 Prozent ausgegangen war, geht Schaeffler nun von einem 7 Prozent höheren Umsatz als noch 2020 aus. Damit kehrt Schaeffler wieder zu seiner Ende Februar veröffentlichen Prognose zurück. 2020 lag der Jahresumsatz bei 12,600 Milliarden Euro.

Zwar haben sich die 9-Monats-Zahlen gut entwickelt: So ist der Umsatz um 15 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro gestiegen. Doch das dritte Quartal war schwach: Entgegen der Erwartungen nach dem Abschluss des ersten Halbjahres musste der Autozulieferer in den Monaten von Juli bis September verglichen mit dem Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro hinnehmen.

Automotive Technologies bei Schaeffler mit größten Verlusten

Schuld daran war vor allem der größte Geschäftsbereich Automotive Technologies. Während die deutlich kleineren Geschäftsbereiche Automotive Aftermarket und Industrial ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Bereich vorweisen, hat die Hauptsparte des Unternehmens einen Rückgang von mehr als 11 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Mangel an Halbleitern und Chips habe zu einem Rückgang der Kundennachfrage geführt, was sich unmittelbar im Umsatz des 3. Quartals niederschlage, so der Konzern.

Finanzchef Claus Bauer, der erst im September dieses Jahres beim Autozulieferer in Herzogenaurach die Leerstelle im Finanzressort füllte, hat also bereits alle Hände voll zu tun. Der Posten im Vorstand war frei geworden, nachdem Klaus Patzak im Juli Schaeffler verlassen hat. Bauer kennt den Konzern allerdings sehr gut – er ist bereits seit 1998 bei Schaeffler beschäftigt.

Weitere Sparmaßnahmen bei Schaeffler?

„Wir werden an unserer strengen Kosten- und Kapitaldisziplin festhalten und zusätzliche Maßnahmen prüfen, um den im vierten Quartal weiter zunehmenden Herausforderungen, vor allem auf der Materialpreisseite zu begegnen“, kommentierte der neue CFO die aktuelle Entwicklung. Schaeffler hatte bereits im vergangenen Jahr die Kostensenkungsmaßnahmen ausgeweitet – diese hätten sich bereits positiv ausgewirkt, heißt es.

Während Schaeffler die Umsatzprognose für das Gesamtjahr kappen muss, geht das Unternehmen weiterhin von einer Ebit-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 8 bis 9,5 Prozent aus. In den ersten neun Monaten lag sie bei 9,6 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). Zudem erwartet Schaeffler einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von über 400 Millionen Euro.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Er hat in Köln Geschichte, Deutsch und North American Studies studiert. Während eines Auslandsaufenthalt an der UC Berkeley hat er zeitweise für den Daily Californian gearbeitet. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig.