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Aktivist Petrus stockt bei Aareal Bank auf

Die Aareal Bank muss erneut mit Forderungen von Petrus Advisers kämpfen.
Aareal Bank

Petrus Advisers lässt nicht locker: Der Aktivist hat seine Anteile an der Aareal Bank erhöht und stellt neue Forderungen. Wie die Bank mit Sitz in Wiesbaden mitteilte, besitzt Petrus Advisers jetzt über 9,80 Prozent der Stimmrechte. Und er legt gleich einige neue Forderungen nach: Der aktivistische Investor will, dass drei der insgesamt acht Sitze im Aufsichtsrat neu besetzten werden, darunter auch der Aufsichtsratsvorsitz. Die Chefin des Kontrollgremiums ist Marija Korsch.

Welche AR-Mitglieder will Petrus austauschen?

Das Geldhaus, was auf die Finanzierung von Hotels und Gewerbeimmobilien spezialisiert ist, wurde vom Anteilseigner in einem Brief über die Änderungswünsche informiert. „Wir kommentieren die Forderungen von Petrus Advisers nicht. Wir werden die vorliegenden Informationen zunächst sorgfältig analysieren und uns zu gegebener Zeit dazu äußern“, erklärte die Aareal Bank auf Anfrage.

Ein konkreter Vorschlag zu einer der Neubesetzungen wurde von Petrus Advisers nicht unterbreitet. Auch ist nicht bekannt, ob dem Investor aus Großbritannien zwei konkrete Mitglieder des Aufsichtsrats ein Dorn im Auge sind.

Fronten zwischen Petrus und Aareal scheinen verhärtet

Petrus Advisers war vor über einem Jahr bei der Aareal Bank mit fast 3 Prozent eingestiegen. Im Juli 2020 war dieser Anteil bereits auf 6,09 Prozent angestiegen. Seit seinem Einstieg formulierte der Investor – teils in emotionalen Brandbriefen – diverse Forderungen an die Bank und kritisierte sowohl das Management als auch den Aufsichtsrat scharf. Im November hatte er sogar eine Auflösung nahe gelegt. Dass die Bank im Januar zudem noch eine Gewinnwarnung aussprechen musste, dürfte den Investor nicht gerade gefreut haben.

Auch eine Überprüfung der Strategie seitens der Bank stellte ihn nicht zufrieden – vor allem die seiner Ansicht nach zu hohen Kosten sowie die Tatsache, dass die IT-Tochter Aeron immer noch nicht abgespalten ist, sind seine Hauptkritikpunkte. Unzufrieden ist er auch damit, dass es immer noch keinen langfristigen Nachfolger für CEO Hermann Merkens gibt, der krankheitsbedingt seit November fehlt. Für ihn steht momentan CFO Marc Heß auf dem Schlachtfeld. In dieses Machtvakuum droht Petrus nun aber immer mehr einzudringen.

Info

Wo es sonst noch Streit zwischen Aktionären und Unternehmen gibt, erfahren Sie auf unserer Themenseite zu den aktivistischen Investoren.