Der in Herzogenaurach ansässige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler bereitet die Begebung von Investmentgrade-Anleihen vor.

Schaeffler

11.03.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Schaeffler, Deutsche Börse, R-Logitech

Schaeffler plant die Platzierung von Investmentgrade-Anleihen, die Deutsche Börse und Clearstream fügen einem Kredit eine Nachhaltigkeitskomponente zu und R-Logitech stockt eine Anleihe auf – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Schaeffler plant Investmentgrade-Anleihen

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler bereitet die Begebung von Investmentgrade-Anleihen vor. Dazu hat das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach ein Emissionsprogramm mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro etabliert. Den Prospekt für ein entsprechendes Debt Issuance Program hatte der Konzern bereits im vergangenen Herbst vorbereitet.

Bisher besteht die Konzernfinanzierung von Schaeffler aus Bankkrediten sowie aus teilweise vorzeitig kündbaren High-Yield-Anleihen. Schaeffler wird von den Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's seit dem vergangenen Jahr im Investmentgrade eingestuft.

Nachhaltiger Kredit für Deutsche Börse und Clearstream

Die Deutsche Börse und Clearstream Banking haben ihre bestehende syndizierte Kreditlinie mit einer Positive-Incentive-Komponente versehen. Der Kredit hat ein Volumen von 750 Millionen Euro. Die Finanzierungskosten der Deutschen Börse sind damit nun auch von ihrem Nachhaltigkeitsrating abhängig, das die Agentur Sustainalytics erstellt. Linklaters hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten. Zuletzt hatten bereits Henkel, Verbund und Voith Kreditvereinbarungen mit Nachhaltigkeitskomponente abgeschlossen.

R-Logitech stockt Anleihe auf

Das Logistik- und Technologieunternehmen R-Logitech hat die geplante Aufstockung seiner Anleihe um bis zu 100 Millionen auf 125 Millionen Euro abgeschlossen. Bei dem Bond handelte es sich um eine im April 2018 begebene Anleihe mit einer Laufzeit bis 2023 und einem Zinskupon von 8,5 Prozent. Die Transaktion wurde von der BankM als Global Coordinator und Bookrunner begleitet. Als Selling Agents fungierten die GBR Financial Services, die STX Fixed Income und The Seaport Group Europe.  

Immobilienfirma Gateway will an Frankfurter Börse

Der Immobilienentwickler Gateway Real Estate strebt einen Börsengang im ersten Halbjahr 2019 an. Die Aufnahme der Aktien soll dabei im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen. Bisher ist Gateway lediglich im Freiverkehr der Börse Stuttgart notiert. In Verbindung mit dem Uplisting plant das Unternehmen eine Kapitalerhöhung von rund 10 Prozent des Grundkapitals.

Neben den neuen Aktien sollen auch bestehende Aktien des derzeitigen Mehrheitsaktionärs im Rahmen einer Privatplatzierung Investoren zum Kauf angeboten werden. Der endgültige Zeitablauf sowie die Höhe der Platzierung sind noch  nicht festgelegt, teilte Gateway mit. Credit Suisse begleitet die Privatplatzierung als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner, Société Générale agiert als Joint Bookrunner und Quirin Privatbank wurde als Co-Lead Manager mandatiert.

Weitere Meldungen

Das 2014 gegründete Berliner Insurtech Wefox hat in einer Finanzierungsrunde 125 Millionen Dollar (110 Millionen Euro) bei internationalen Kapitalgebern eingesammelt. Die Runde wurde von Mubadala Ventures, dem Staatsfonds Abu Dhabis, angeführt. Goldman Sachs agiert als Private Placement Advisor für Wefox.

Auch das erst vor zwei Jahren gegründete Berliner Insurtech Friday hat kürzlich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und sammelte 114 Millionen Euro ein. 75 Millionen Euro investierte der Schweizer Versicherungskonzern und Haupteigentümer Baloise. Die restlichen 39 Millionen Euro kommen im Rahmen eines Media-for-Equity-Deals von Seven Ventures und German Media Pool.

Der Finanzinvestor Carlyle hat den Börsengang des Berliner Spezialchemieunternehmens Atotech offenbar vorerst auf Eis gelegt, die Kapitalmärkte seien jedoch zur Zeit zu unsicher. Dies berichtete die F.A.Z. unter Berufung auf informierte Kreise. Die PE-Gesellschaft hatte im November vergangenen Jahres der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Bank of America, Citi, Credit Suisse und JP Morgan als begleitende Emissionsbanken des IPOs festgelegt.

Windeln.de hat die im Januar geplante Bezugsrechtskapitalerhöhung abgeschlossen und insgesamt rund 6,85 Millionen neue Aktien ausgegeben. Der Bezugspreis betrug 1,48 Euro je Aktie. Daraus ergibt sich für Windeln.de ein Bruttoemissionserlös von rund 10,1 Millionen Euro.

Der Industriegasehersteller Messer hat seine Finanzierung neu geordnet. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von einem Bankenkonsortium bestehend aus den Mandated Lead Arrangers Unicredit, BayernLB, ING, sowie der Helaba. Die Neuordnung erfolgt im Rahmen der Gründung eines Joint Ventures zwischen Messer und dem Private-Equity-Investor CVC Capital Partners, das unter anderem große Teile des amerikanischen Gasegeschäfts übernimmt, die die fusionierenden Konkurrenten Linde und Praxair abgeben. Das Bankenkonsortium wurde bei der Transaktion von Clifford Chance (Federführung: Bettina Steinhauer) beraten.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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