German Pellets

05.11.15
Finanzierungen

Refinanzierung der Mittelstandsanleihe: German Pellets pokert weiter

German Pellets kauft 5 Millionen Euro seiner Mittelstandsanleihe zurück. Klarheit schafft das Unternehmen damit jedoch nicht. Wie wird German Pellets sich refinanzieren?

Der Holzpellet-Hersteller German Pellets pokert bei der Refinanzierung seiner 80 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe weiter: Heute gab das Unternehmen bekannt, ein Rückkaufprogramm von vorerst 5 Millionen Euro zu starten. Laut einer Unternehmenssprecherin stamme das Geld aus der im November 2014 begebenen 100 Millionen Euro schweren Anleihe. Dieser Schritt sei außerdem schon seit Längerem geplant gewesen.

Das Rückkaufprogramm soll heute anlaufen und spätestens am 31. Dezember enden. Bisher hat German Pellets über die neue Anleihe 26 Millionen Euro refinanziert. Parallel läuft die Emission eines neuen 15 bis 25 Millionen Euro schweren Genussscheins, von dem 10 bis 18 Millionen Euro zur Refinanzierung der Anleihe 2011/2016 herangezogen werden sollen. Geht man von dem maximalen Umtauschvolumen von 18 Millionen Euro aus und addiert die 5 Millionen Euro aus dem Rückkaufprogramm, so bleibt ein Betrag von 31 Millionen Euro, der noch refinanziert werden muss.

German Pellets lässt sich nicht in die Karten schauen

Doch hier lässt sich German Pellets weiterhin nicht in die Karten schauen: Die Formulierung „vorerst 5 Millionen Euro“ lässt vermuten, dass das Unternehmen noch Gelder aus der Anleihe 2014/2019 in der Hinterhand hat. Auch in der Kasse dürften noch rund 14,2 Millionen Euro sein. Über die konkreten Pläne will das Unternehmen jedoch noch nichts bekannt geben. Die Gläubiger müssen also weiterhin abwarten, die Gleichung für die Refinanzierung löst sich nur Stück für Stück auf.

Die nächste Unbekannte soll sich morgen lösen, dann nämlich will das Unternehmen bekannt geben, wie viele Gläubiger von der Anleihe in den Genussschein wechseln. Die meisten Investoren scheinen den Poker noch mitzumachen: Die Anleihe 2011/2016 steht derzeit bei 96,50 Prozent, die Anleihe 2013/2018 bei 87 Prozent und der Bond 2014/2019 bei 90,15 Prozent.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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