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Autozulieferer Huf gelingt Refinanzierung

Tom Graf ist CEO der Huf Gruppe, die jetzt ein umfangreiche Finanzierung abschließen konnte. Foto: Huf

Der Automobilzulieferer Huf Hülsbeck & Fürst hat seine Restrukturierung zu einem guten Abschluss gebracht. Das Familienunternehmen aus Velbert (bei Düsseldorf) erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro und beschäftigte weltweit rund 7.800 Mitarbeiter. Nun hat es eine Finanzierung über 400 Millionen Euro abgeschlossen. Das umfasst eigenen Angaben zufolge „revolvierende Kreditfazilitäten, Factoring-Programme und Schuldscheindarlehen”. Als „Sole Debt Advisor“ des Unternehmens fungierte die Frankfurter Beratung Herter & Co.

Solche Restrukturierungen sind immer aufwendig, speziell wenn sie in der Automobilbranche stattfinden. Kaum ein Sektor befindet sich derzeit so im Umbruch wie Deutschlands Kernbranche. Neben dem Umbau hin zur Elektromobilität hat besonders die Coronakrise viele Zulieferer unter Stress gesetzt. Deswegen steht sie ganz oben in der Restrukturierungshitliste, wie das Restrukturierungsbarometer von FINANCE im Frühjahr zeigte.


Schuldscheininvestoren und Hausbanken bleiben an Bord

Besonders die Verlängerung von Schuldscheindarlehen stellt in schwierigen Situationen eine besondere Herausforderung dar. Hintergrund: Bei den Papieren handelt es sich im Prinzip um bilaterale Darlehen, was bedeutet, das Huf sich mit jedem Investor einzeln einigen musste. Das gelang: Eine „breite Investorengruppe“ von über 50 Kapitalgebern stellt Huf unverändert die Schuldscheindarlehen zur Verfügung, heißt es in einer Mitteilung. Hier agierte nach FINANCE-Informationen die Kanzlei Dentons mit dem Restrukturierungsspezialisten Andreas Ziegenhagen als Berater.

Entscheidend ist aber auch, dass die Banken an Bord bleiben. Dabei baut das Unternehmen auf „ein Konsortium bestehend aus den langjährigen Hausbanken“, nennt aber keine Namen. Die Banken hielten dem Unternehmen in der Krise offenbar die Treue. Beim Factoring gelang nach FINANCE-Informationen zudem eine Ausweitung und Verlängerung. Die erfolgreiche Refinanzierung markiert für das Unternehmen selbst den Schlusspunkt der 2019 eingeleiteten Restrukturierung.


Netzwerk gestrafft und Digitalisierung vorangetrieben

Der neuen Finanzierung ging ein operatives Maßnahmenbündel voraus: In den vergangenen Monaten habe Huf das weltweite Entwicklungs- und Produktionsnetzwerk „deutlich gestrafft und verdichtet“, heißt es in einer Mitteilung. Dies ermögliche es dem Unternehmen, „die Kapazitäten noch besser dort zu nutzen, wo sie gebraucht werden“.

Zudem investierte das Familienunternehmen „erheblich“ in die Digitalisierung in allen Bereichen. „Wir sind deutlich flexibler in unseren Kostenstrukturen und damit wettbewerbsfähiger geworden“, betont CEO Tom Graf. „Dies kommt uns in der durch die anhaltende Chip-Krise sehr volatilen Marktsituation zugute.“ Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen, „in einem schwierigen Marktumfeld die Ergebniswende geschafft“.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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