Nach der Verwertung gibt es eine erste Prognose zur Insolvenzquote bei Vapiano. Allzu große Sprünge werden die Gläubiger nicht machen können.

Vapiano

27.08.20

Insolvenzquote: Das erwartet die Vapiano-Gläubiger

Die wesentlichen Assets sind verkauft, nun wird die börsennotierte Vapiano-Gesellschaft aufgelöst. Für die Gläubiger gibt es nicht viel zu holen.

Ende einer kurzen Börsengeschichte: Die Vapiano-Unternehmensgruppe steht gut drei Jahre nach dem IPO im Juni 2017 vor der endgültigen Auflösung. Die Gläubigerversammlung hat am heutigen Donnerstag beschlossen, die Gesellschaft endgültig stillzulegen. Vapiano hatte im Frühjahr Insolvenz beantragt. Die Restaurantkette war schon seit längerem angeschlagen und konnte sich im vergangenen Jahr nur über eine Notfinanzierung retten. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie besiegelten dann das Ende des Unternehmens. 

Wesentliche Vapiano-Assets sind verkauft

Die als Vapiano SE firmierende Gesellschaft ist inzwischen nur noch eine Hülle: Nach der Insolvenz war die Restaurantkette, zu der neben im Franchise-System betriebenen Filialen auch eigene Restaurants gehörten, in ihre Einzelteile zerlegt worden. Die wesentlichen Assets der Gesellschaft sowie der Tochtergesellschaften hat Insolvenzverwalterin Ruth Rigol (Kanzlei Pluta) in den zurückliegenden Wochen verkauft. 

Das wohl größte Paket, das unter anderem 30 deutsche Vapiano-Restaurants sowie das internationale Franchisegeschäft umfasst, ging für 15 Millionen Euro an ein Konsortium um Mario Bauer, den ehemaligen International-Franchising-Vorstand der Gruppe. 

Insolvenzquote bei Vapiano wohl einstellig

Rigol zufolge sind inzwischen „wesentliche Teil des Geschäfts der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften“ verkauft. Im nächsten Schritt wird die Vapiano SE abgewickelt und anschließend gelöscht werden.

Die Gläubiger, die bei Vapiano noch Gelder im Feuer haben, werden wohl nur einen sehr kleinen Teil ihrer Forderungen zurückerhalten. Rigol erwartet, dass die Insolvenzquote nach Abschluss des Verfahrens bei voraussichtlich 3 Prozent liegen wird. Das ist wenig, allerdings sind Quoten im einstelligen Prozentbereich bei Insolvenzverfahren keine Seltenheit. Für die Unternehmensinsolvenzen zwischen 2010 und 2014 beispielsweise errechnete das Statistische Bundesamt eine durchschnittliche Quote von 5 Prozent, die an die Gläubiger ausgeschüttet werden konnte.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Vom Börsenneuling zum Insolvenzfall: Den Absturz der Restaurantkette lesen Sie auf unserer Themenseite zu Vapiano. Alles über die rechtlichen Rahmenbedingungen und aktuelle Beispiele finden Sie auf der Themenseite Insolvenz.

Die wichtigsten Nachrichten aus der Welt der Restrukturierung finden Sie immer in unserem Themen-Hub Transformation by FINANCE sowie regelmäßig auch im zugehörigen Newsletter.