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Insolvenzverwalter verkauft große Wirecard-Tochter

Der Verkauf der Wirecard-Töchter durch Insolvenzverwalter Michael Jaffé geht weiter.
Wirecard

Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat eine weitere Wirecard-Tochter verkauft. Das indonesische Unternehmen PT Prima Vista Solusi, das End-to-End Zahlungsdienste anbietet, geht an eine Technologieholding einer indonesischen Unternehmensgruppe. Wer genau der Käufer ist, ist nicht bekannt. Der Verkauf steht noch unter den üblichen Vollzugsbedingungen wie der Zustimmung der indonesischen Bankenaufsicht.

Mit rund 670 Mitarbeitern ist PT Prima Vista Solusi eine der größten Wirecard-Töchter. Wirecard hatte das Unternehmen im Jahr 2012 für rund 40 Millionen Euro erworben. 

Verkauf an Finch Capital teilweise vollzogen

Insolvenzverwalter Jaffé gab zudem das Closing von zwei weiteren Transaktionen bekannt. Der Verkauf von zwei Tochterkonzernen an den niederländischen Fin-Tech-Investor Finch Capital wurde vollzogen. Damit könnten rund 90 Arbeitsplätze erhalten werden, zumal gebe es „substanzielle Rückflüsse“ für die deutsche Insolvenzmasse, heißt es.

Finch Capital hat über die neu gegründete Nomu Pay insgesamt vier asiatische Wirecard-Tochtergesellschaften in Hongkong, Malaysia, Thailand und auf den Philippinen erworben. Die beiden anderen Töchter – Wirecard e-Money Philippines und Wirecard Thailand – müssen noch vollzogen werden. Die Kaufverträge wurden bereits im April unterzeichnet.

Die Finch Capital-Tochter Nomu Pay spezialisiert sich auf Zahlungsdienste in der Türkei und im Mittleren Osten. Im April hatte Nomu Pay außerdem noch das türkische Wirecard-Tochterunternehmen erworben.

Verkauf der Wirecard-Töchter bald abgeschlossen?

Die M&A-Prozesse neigen sich damit dem Ende: „Mit dem Verkauf der PT Prima Vista Solusi in Indonesien sowie dem Vollzug der Verkäufe von Tochtergesellschaften in Hong Kong und Malaysia haben wir die Verwertung von Beteiligungsgesellschaften weitgehend abgeschlossen“, so Michael Jaffé. 

„Insgesamt konnten wir dabei bestmögliche Lösungen für Mitarbeiter und Gläubiger erreichen und im Zuge der Verwertung bislang rund 2.800 Arbeitsplätze erhalten.“ Der renommierte Insolvenzverwalter Jaffé wurde im August 2020 vom Amtsgericht München für das Insolvenzverfahren des Zahlungsdienstleisters bestellt, nachdem Wirecard im Juni Insolvenz anmelden musste. 

Wirecard-Geschäft in Indien, Vietnam & Co. verkauft

Jaffé hat seitdem Kollaps diverse Verkäufe vermelden können. Erst vergangene Woche hat der Insolvenzverwalter zum Beispiel einen Käufer für die indische Wirecard-Tochter gefunden: Die Wirecard Forex India wurde an Nium, einen singapurischen Zahlungsdienstleister, der auf grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und die Ausgabe von Zahlungskarten spezialisiert ist, verkauft. Die indische Tochter mit 190 Mitarbeitern ist auf Devisen, Prepaid-Karten- und Überweisungen in Indien spezialisiert und ist von der Reserve Bank of India als autorisierter Devisenhändler der Kategorie II lizenziert. 

Mehrere Tochtergesellschaften von Wirecard in Indonesien, Australien und Vietnam wurden zudem in den vergangenen Monaten veräußert. Im Herbst 2020 hat die Wirecard-Tochter Acquiring & Issuing zudem ihre Anteile am Nordamerika-Geschäft verkauft, kurz zuvor wurde außerdem die brasilianische Tochter veräußert. Im Oktober hatte zudem der Zahlungsdienstleister Unzer Wirecards Geschäft mit Kartenlesegeräten gekauft. 

eva.brendel[at]finance-magazin.de

Info

Mehr News und Hintergründe zum Wirecard-Skandal gibt es auf der FINANCE-Themenseite zu Wirecard, alle aktuellen Entwicklungen in unserem Wirecard-Ticker. Alle Artikel unserer Wirecard-Enthüllungsserie finden Sie auf unserer Spezialseite zu den „Wirecard Files“.

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