2018 war ein reges Jahres für CFO-Wechsel.

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21.01.19
CFO

CFO-Wechsel-Party im MDax

Im MDax haben 2018 zahlreiche Konzerne ihren CFO ausgetauscht. Die Dax-Granden zeigten sich aber fast ebenso wechselfreudig.

2018 haben zahlreiche MDax-Konzerne Wechsel auf der CFO-Position vorgenommen. Insgesamt haben im vergangenen Jahr neun Unternehmen einen Finanzchef-Zugang oder –Abgang verkündet, während sie in dem Index notiert waren. 2017 waren es sieben, 2016 sogar nur drei. Das geht aus einer FINANCE-Analyse aller öffentlich kommunizierten CFO-Wechsel hervor.

Unter den Zu- und Abgängen tummeln sich einige bekannte Namen: So hat Gea im April bekanntgeben, dass CFO Helmut Schmale sein Amt niederlegen wird, wenn ein Nachfolger gefunden ist. Das ist bis dato nicht geschehen. Bei dem Flugzeugbauer Airbus folgt Infineon-CFO Dominik Asam im April 2019 auf Harald Wilhelm. Christian Gisy verlässt zudem den Internetkonzern Scout24 spätestens im September dieses Jahres, die Münchener sind ebenfalls noch auf der Suche nach einem Nachfolger.

Aber auch andere MDax-Konzerne wie der Gabelstaplerhersteller Kion, der Start-up-Investor Rocket Internet, die Aareal Bank, der Verpackungshersteller Gerresheimer, der Mobilfunker Freenet und der strauchelnde Möbelkonzern Steinhoff, der mittlerweile im SDax notiert ist, haben im abgelaufenen Jahr CFO-Wechsel verkündet.

Sieben Dax-Konzerne wechseln CFO

Im deutschen Leitindex Dax ging es derweil nicht ganz so rege zu: Hier haben aber immerhin sieben Konzerne neue Finanzvorstände be- oder amtierende CFOs abberufen. Im Vorjahr waren es noch sechs. Neben dem Abgang von CFO Asam bei Infineon hat bei Daimler das Finanzurgestein Bodo Uebber seinen Abschied angekündigt. Auch bei Munich Re ist eine Ära zu Ende gegangen: Jörg Schneider hat den Platz nach fast 20 Jahren für Christoph Jurecka geräumt. 

FINANCE-Köpfe

Dessi Temperley, Beiersdorf AG

Die gebürtige Bulgarin Dessi Temperley fängt 1995 als Management Accountat bei der bulgarischen Tochter des Ölkonzerns Shell an. Zwischen 1998 und 2004 arbeitet sie bei dem Telekommunikationskonzern Cable & Wireless in Russland und Großbritannien als Finance Manager, ehe sie 2004 in den Nestlé-Konzern eintritt.

Bei dem Lebensmittelriesen hat Temperley über 14 Jahre lang verschiedene Positionen inne. So ist sie von 2008 bis 2011 CFO der Aktivitäten von Nestlé in Griechenland und Südosteuropa. Danach agiert sie drei Jahre als Head of Global Planning & Performance Management, ehe sie 2014 zur Finanzchefin für die Region Europa, Mittlerer Osten und Nordafrika (Emena) von Nestlé Purina aufsteigt, der Trinkwassertochter des Konzerns. 2017 befördert Nestlé Temperley zur Chefin der Investor Relations. Im Juli 2018 wechselt die Bulgarin als CFO zum Konsumgüterkonzern Beiersdorf.

zum Profil

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf und der Immobilienkonzern Vonovia setzten derweil mit Dessi Temperley und Helene von Roeder als einzige Dax-Konzerne auf Frauen. Die Deutsche Telekom traute mit Christian Illek einem fachfremden Manager den CFO-Posten zu. Er ist zu Jahresbeginn auf Thomas Dannenfeldt gefolgt.

Bei Thyssenkrupp unterstützt Ex-Bayer-CFO Johannes Dietsch ab Februar Guido Kerkhoff, wie die Essener noch im vergangenen Dezember angekündigt haben. Der ehemalige Finanzchef Kerkhoff agiert als neuer CEO. Die beiden Finanzexperten verantworten nun den anstehenden tiefgreifenden Umbau der Industrie-Ikone.

Unternehmen suchen Finanzchefs mit Erfahrung

Nicht nur im Dax und MDax zeigen sich interessante Entwicklungen. 2018 haben Unternehmen über alle Firmengrößen hinweg wesentlich öfter CFO-Abgänge kommuniziert als noch im Vorjahr: Insgesamt 234-mal räumten Finanzchefs in Deutschland, Österreich und der Schweiz offiziell ihre Posten, was einem Anstieg von fast 16 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht. Der Anstieg bei den Neuzugängen fiel mit 4 Prozent moderater aus: 285 Unternehmen haben 2018 einen neuen CFO engagiert. Davon waren gerade einmal 8 Prozent Frauen.

Das durchschnittliche Alter eines neuberufenen CFOs ist von 46,7 Jahre in 2017 auf 48 Jahre in 2018 gestiegen. Im vierten Quartal lag das mittlere Alter sogar bei 50,6 Jahren – der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2014.

Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die zunehmenden Unsicherheiten um den Brexit und die an Fahrt verlierende Wirtschaft die Nachfrage nach CFOs mit Erfahrung und einem damit einhergehenden Track Record erhöht.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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