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Ex-Traton-CFO Christian Schulz geht zu Renk

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Christian Schulz ist neuer Finanzchef bei Renk. Foto: VW
Christian Schulz ist neuer Finanzchef bei Renk. Foto: VW

Zuletzt war es ruhig um den ehemaligen Traton-CFO Christian Schulz, nun hat er einen neuen Job: Schulz bleibt der Fahrzeugindustrie treu und ist hat als Finanzchef bei Renk angeheuert, einem Antriebstechniker für die Rüstungsindustrie und Portfoliounternehmen des Private-Equity-Investors Triton. Dort ist er der Nachfolger von Niklas Beyes, der sein Amt nach eineinhalb Jahren auf eigenen Wunsch niedergelegt hat, wie Renk bekanntgab.

„In den vergangenen knapp anderthalb Jahren hat Herr Beyes wesentlich zu der erfolgreichen Transformation des Unternehmens beigetragen. Wir wünschen Herrn Beyes für seine weitere berufliche Zukunft alles Gute“, kommentiert Aufsichtsratsvorsitzender und Triton-DACH-Chef Claus von Hermann den Weggang des CFO. Welche neuen Aufgaben Beyes nun annimmt, ist bisher nicht bekannt.

Christian Schulz begleitete Traton-IPO

Mit Schulz hat Renk einen Finanzchef an Bord geholt, der sich in der Automobilbranche bestens auskennt. So war er von 2018 bis September 2021 für die Finanzgeschicke der VW-Tochter Traton verantwortlich, die zuvor unter dem Namen Volkswagen Truck & Bus firmierte. Auf ihn folgte Annette Danielski, die ihre Aufgaben Anfang April allerdings schon wieder an Michael Jackstein übergab.

Vor seiner Zeit bei VW war Schulz mehr als 15 Jahre innerhalb des Daimler-Konzerns tätig, wo er zuletzt in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz als Direktor die weltweiten Controlling Operations (Produktion und Einkauf) sowie die wesentlichen globalen Beteiligungen des Unternehmens leitete.

Während seiner Zeit bei Traton platzierte der 46-Jährige als CFO Ende Juli 2020 einen Konsortialkredit über 3,75 Milliarden Euro, der an ESG- und Nachhaltigkeitskritierien gekoppelt ist. Zuvor begleitet der Finanzchef im Juni 2019 den Börsengang des Lkw-Herstellers, der bis dato mehrmals verschoben wurde. Der IPO erreichte ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro.

Renk: Rückkehr an die Börse?

Schulz‘ Expertise am Kapitalmarkt könnte bei seinem neuen Arbeitgeber hilfreich sein. „Aufgrund seiner Kapitalmarkt- und internationalen Erfahrung bringt er beste Voraussetzungen mit, Renk auf seinem künftigen Wachstumskurs erfolgreich zu unterstützen“, so Claus von Hermann. Denn bei dem Panzergetriebehersteller könnte bald ein IPO anstehen.

So will der Finanzinvestor Triton Renk an die Börse bringen. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, hat die Private-Equity-Gesellschaft erste Vorbereitungen für den Börsengang oder einen Verkauf des Unternehmens vorgenommen. Triton war im Oktober 2020 bei Renk eingestiegen und hatte 90 Prozent der Anteile von dem vorherigen Aktionär Volkswagen sowie von Minderheitsaktionären übernommen. Nach einem Squeeze-out sicherte sich der PE-Investor im Februar 2021 100 Prozent der Anteile und nahm den Antriebsspezialisten von der Börse.

Bei einer Rückkehr an den Aktienmarkt könnte Renk mit 2,4 bis 3 Milliarden Euro bewertet werden, so das „Handelsblatt“. Renk beschäftigt mehr als 3.400 Mitarbeiter und verzeichnete 2021 einen Umsatz von 807 Millionen Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 hat Renk einen Umsatz von 850 Millionen Euro erwirtschaftet.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.