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06.10.20
CFO

So machen M&A-Berater Karriere

Eine hohe Arbeitsbelastung und lange Arbeitszeiten kennzeichnen den Joballtag eines M&A-Beraters, machen sich dafür aber auch im Gehalt bemerkbar. Zudem winken gute Karrierechancen in der M&A-Beratung – und auch darüber hinaus.

Vom M&A-Berater zum CFO: Dieser Karriereweg ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Vorgemacht hat dies unter anderem der Finanzchef von Metro, Christian Baier: Christian Baier startete seine Karriere nach dem Studium in der M&A-Beratung von Lehman Brothers. Später wechselte Baier zu dem Private-Equity-Investor Permira, bevor er im Jahr 2011 den Sprung auf die Unternehmensseite wagte und bei Metro anheuerte. Nach mehreren Stationen in der Konzern-M&A-Abteilung und als Sparten-CFO wurde Baier im März 2017 zum Konzern-CFO berufen. 

Auch Jan Kemper startete seine Karriere im Investmentbanking von Credit Suisse und Morgan Stanley, bevor er auf die Corporate-Seite wechselte und schließlich zum CFO bei ProSiebenSat.1 befördert wurde.

Das sind die Aufgaben eines M&A-Beraters

Die beiden Lebensläufe der CFOs stehen exemplarisch für einen Karriereweg, der immer häufiger zu finden ist: Nach einem Einstieg in einer M&A-Beratung, einer auf bestimmte Branchen fokussierten M&A-Boutique oder einer Investmentbank im M&A-Bereich, wechselt manch einer die Seite, um in einer M&A-Abteilung eines Konzerns tätig zu sein. Aber auch die Private-Equity-Branche steht für ehemalige M&A-Berater offen. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Der Grund: War jemand einmal als M&A-Berater tätig, hat er oder sie Zähigkeit und Durchhaltefähigkeit nachgewiesen. Denn die M&A-Beratung ist mit einer hohen Arbeitsbelastung und langen Arbeitszeiten verbunden. Einsatzbereitschaft und Flexibilität sind das A und O in dem Job.

Die Transaktionsprojekte wie Fusionen, Unternehmenskäufe, Spin-offs oder Carve-outs laufen in der Regel strukturell immer gleich ab, variieren nur in den verschiedenen Themen- und Fragestellungen – wer sich einmal das M&A-Einmaleins einverleibt hat, zehrt im Idealfall seine gesamte Karriere von diesem Wissen.

Kampf um M&A-Mandate: Das Netzwerk zählt

Dennoch ist es für die M&A-Berater kein leichtes Unterfangen, an Aufträge zu kommen. Kontakte und Branchenwissen sind essentiell, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Zudem wird von jedem M&A-Berater eine ausgewiesene Kompetenz im Projektmanagement erwartet.

Dafür braucht man zwar eine gewisse Begabung, aber viele Skills können auch erlernt werden, um Geschäftsmodelle bewerten und Daten im Rahmen einer Due Dilligence analysieren zu können. Englischkenntnisse und ein Studium sind Pflicht für einen Einstieg in die M&A-Beratung. Ohne dieses Handwerkszeug kommt man nicht weit.

Zusätzlich zeichnen sich M&A-Berater durch einen beharrlichen Ellbogeneinsatz und ein nachhaltiges Betonen der eigenen Stärken aus. Mitunter herrscht ein rauer Ton und Umgang in der Branche. Es gib durchaus Fälle, in denen gerade angelsächsische Häuser ihre Mitarbeiter in weniger als fünf Minuten vor die Tür gesetzt haben, ohne dafür einen Grund anzugeben – Sitten, die man in Deutschland sonst nicht unbedingt gewohnt ist.

Das sind die Gehälter der M&A-Berater

Bemitleiden muss man die M&A-Berater dennoch nicht: Denn hat man erst einmal einen Fuß in der Tür der M&A-Beratung, lässt sich darin gutes Geld verdienen. So müssen sich schon Berufseinsteiger bei kleineren M&A-Häusern nicht mit weniger als 55.00 Euro Gehalt zufrieden geben, in der Spitze können die jungen M&A-Berater sogar bis zu 80.000 Euro verdienen.

Schaffen M&A-Berater den Aufstieg zum Associate, winken sogar Gehälter zwischen 75.000 und 90.000 Euro. Senior Associates verdienen in der Regel nicht weniger als 85.000 Euro und in der Spitze bis zu 95.000 Euro. Auf Gehälter von bis zu 150.000 Euro schaffen es Senior Vice Presidents, die sich aber häufig auch nicht mit weniger als 105.000 Euro zufrieden geben müssen.

Die Gehaltsaussichten sind zudem blendend: Wer es in der M&A-Karriere nach ganz oben geschafft hat, verdient oft nicht viel weniger als 270.000 Euro – und ein satter Bonus kommt noch obendrauf. Für M&A-Berater, die sich nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance sehnen oder den Wunsch haben, tief in eine Branche einzusteigen, anstatt viele Branchen oberflächlich kennenzulernen, könnte sich zudem der Wechsel ins Corporate M&A auszahlen.

Dort verdienen die M&A-Experten zwar nicht unbedingt weniger als in einer großen M&A-Beratung – dafür müssen die Ex-M&A-Berater aber auf ihre hohen Bonuszahlungen verzichten, die oft einen Großteil des M&A-Beratergehalts ausmachen. Allerdings warten im Corporate M&A dafür auch attraktive Karrieremöglichkeiten, die für einen M&A-Berater sogar auf dem gutbezahlten CFO-Posten enden können.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Berufsbilder im Finanzbereich – einschließlich Ausbildung, Karrierewege und Gehaltsentwicklungen – finden Sie auf unserer Themenseite Jobs in Finance.