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Aurelius findet neuen CFO

Aurelius hat nach rund einem Jahr einen Nachfolger für CFO Steffen Schiefer gefunden. Foto: makibestphoto - stock.adobe.com
Aurelius hat nach rund einem Jahr einen Nachfolger für CFO Steffen Schiefer gefunden. Foto: makibestphoto - stock.adobe.com

Der Private-Equity-Investor Aurelius hat einen neuen Finanzchef: Wie die Münchener am heutigen Mittwoch bekanntgaben, wird Richard Schulze-Muth ab dem 1. Oktober neuer CFO des Finanzinvestors. Künftig verantwortet er die Finanzorganisation der Gruppe sowie die Bereiche Buchhaltung, Accounting, Controlling, Unternehmensfinanzierung, Steuern sowie die Spezialfinanzierung von Portfoliounternehmen.

Darüber hinaus hat es sich Schulze-Muth zur Aufgabe gemacht, „die Transparenz und Kommunikation weiter zu verbessern“ und das Wachstum zu beschleunigen, wie er in einem ersten Statement zu seinem Amtsantritt verkündete.

CFO Schulze-Muth komm aus Aurelius‘ Finanzabteilung

Schulze-Muth kennt Aurelius sehr gut: Der Manager leitete bisher seit 2015 das Corporate-Finance-Team von Aurelius und war in dieser Funktion unter anderem für die Emission verschiedener Anleihen verantwortlich. Neben der Private-Equity-Branche kennt der Manager aber auch die Banking- und Rechtsbranche: Wie aus Schulze-Muths Linkedin-Profil hervorgeht, war er vor seiner Zeit bei Aurelius etwas mehr als zwei Jahr als First Vice President bei der BayernLB in München tätig. Davor arbeitete er rund fünfeinhalb Jahre als Anwalt bei der Kanzlei Ashurst.

Von diesem breit gefächerten Profil will Aurelius profitieren: Die „tiefgreifenden und umfangreichen Erfahrungen in der Finanz- und Rechtsbranche“ sollen das Unternehmen voranbringen, so der Wunsch von Aurelius-CEO Matthias Täubl.

Schulze-Muth folgt auf Steffen Schiefer, der Aurelius Ende August vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen verlassen hatte. Nur wenige Tage nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen starb er nach langer Krankheit. Schiefer agierte seit 2012 als Aurelius-CFO, wurde aber erst Ende 2017 in den Vorstand berufen. Zuvor hatte der Shortseller Gotham City gegen Aurelius schwere Vorwürfe erhoben und sogar die Existenz des Finanzchefs angezweifelt, weil dieser bis dato zum Beispiel nicht namentlich im Geschäftsbericht erwähnt worden war. 

Ist ab Oktober 2021 neuer CFO von Aurelius: Richard Schulze-Muth. Foto: Aurelius

Aurelius sieht „reife Unternehmen“ im Portfolio

Aurelius sieht sich nun mit einem neuen CFO gut für den anstehenden Dealflow am M&A-Markt gerüstet: „Mit mehreren reifen Unternehmen im Portfolio und dank einer gut gefüllten Deal-Pipeline wollen wir unsere M&A-Aktivitäten weiter steigern – ein Bereich, in dem Richard für das Unternehmen von großem Wert sein wird“, glaubt CEO Täubl.

Schon länger im Portfolio befinden sich beispielsweise der Hersteller von Lehrmitteln für Naturwissenschaften LD Didactic, den Aurelius bereits im Jahr 2009 aus der Insolvenz herausgekauft hatte, sowie der Segelyachtenhersteller Hanseyachts, den Aurelius 2011 übernommen hatte. Der Schuhhersteller Scholl sowie die Stuttgarter Fernhochschule Akad University befinden sich seit 2014 im Aurelius-Portfolio.

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Laut der Unternehmenswebseite haben die Münchener derzeit insgesamt 30 Unternehmen im Portfolio. Zu den jüngsten Transaktionen zählt die Übernahme des Aluminium-Präzisionsrohrgeschäfts der norwegischen Norsk Hydro Group im Juli dieses Jahres sowie die Übernahme des Duschausstatters Hüppe von der britischen Masco Corporation im Juni.

Im April dieses Jahres hat Aurelius zudem einen neuen Mittelstandsfonds bei 500 Millionen Euro geschlossen. Das Besondere an diesem Fonds: Durch das Volumen steigt Aurelius in eine neue Größenordnung auf. Zuvor war der Finanzinvestor eher auf Distressed-M&A-Deals im sogenannten „Lower Midmarket“ aus. Nun schauen sich die Münchener auch größere Transaktionen mit zum Teil profitablen Unternehmen an. Darüber hinaus hat Aurelius einen eigenen Wachstumskapitalarm, aus dem die Münchener ausschließlich in gesunde, wachsende Unternehmen investieren.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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