Getting Deals Done

Abonnements

Startseite Deals Private Equity DBAG steigert Portfoliowert um 40 Prozent

DBAG steigert Portfoliowert um 40 Prozent

Hohe Wertzuwächse bei der DBAG: Jetzt will der Finanzinvestor sein Budget für Investments um 50 Prozent ausweiten. Foto: Industrieblick/Adobe Stock
Hohe Wertzuwächse bei der DBAG: Jetzt will der Finanzinvestor sein Budget für Investments um 50 Prozent ausweiten. Foto: Industrieblick/Adobe Stock

Das Private-Equity-Haus DBAG hat im gerade beendeten Geschäftsjahr 2020/21 den Wert seines Portfolios um 40 Prozent gesteigert. Dies gab der Finanzinvestor heute Morgen in Frankfurt bekannt. Insgesamt beläuft sich der Nettowert der Beteiligungen der börsennotierten Holding aktuell auf 678,5 Millionen Euro.

Die DBAG investiert hauptsächlich als Co-Investor an der Seite der Fonds des Hauses. Der aktuelle Fonds VIII hat ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro. Daneben geht die börsennotierte Holding aber auch unabhängig von den Fonds langfristige Beteiligungen an Mittelständlern ein. Diese Strategie wurde in diesem Jahr geschärft, der zuständige Manager dieser Investments ist Bernd Sexauer.

Steigende Multiples beflügeln die DBAG

Zwei Faktoren haben den starken Anstieg des Portfoliowerts angetrieben: Gegenüber dem Corona-geprägten Vorjahr stark angestiegene Bewertungs-Multiples bei der Mehrzahl der insgesamt 32 Beteiligungen, aber auch Exits, die laut DBAG „höhere Erlöse lieferten als zunächst erwartet“. Im Verlauf des Geschäftsjahres hatte die DBAG ihre Gewinnprognose gleich dreimal angehoben.

Schlussendlich steht unter dem Strich ein Nettoergebnis von 185,1 Millionen Euro, so viel wie nie, seitdem die DBAG die Bilanzierung auf IFRS umgestellt hat. Das ist zwei Jahrzehnte her. Im vorangegangenen Geschäftsjahr musste das PE-Haus noch einen Fehlbetrag von rund 17 Millionen Euro hinnehmen.

DBAG-Portfolio: Wachstumsfirmen verdrängen Industriewerte

Als wesentlichen Grund für das erfolgreiche Abschneiden nennt DBAG-Chef Torsten Grede aber auch noch einen weiteren Faktor: „Es zahlt sich aus, dass wir unseren Investitionsfokus erweitert haben. Vor allem Unternehmen aus den Wachstumssektoren entwickeln sich operativ besser, während das Industrieportfolio noch Nachholpotenzial bietet.“

Früher konzentrierten sich die Frankfurter fast ausschließlich auf klassische Industriezweige des deutschen Mittelstands wie Maschinenbau und Automotive. Inzwischen machen Telekom-, Software- und Healthcare-Spezialisten mit 46 Prozent nahezu die Hälfte des Portfoliowerts aus, während Industrieunternehmen nur noch auf 37 Prozent kommen.

Weil die Fonds der DBAG immer größer werden und der jüngste Fonds VIII sein Investitionstempo deutlich gesteigert hat, ist auch das Ergebnis aus der Fondsberatung deutlich von 9,5 auf 18 Millionen Euro angestiegen. Für das neue Geschäftsjahr erwartet die DBAG an dieser Stelle aber einen zeitweiligen Dämpfer, da ältere Fonds inzwischen weitgehend zurückgeführt worden sind.

Das Investitionstempo will Vorstandssprecher Grede hoch halten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe sich das zuletzt deutlich ausgebaute Investmentteam der DBAG mit rund 300 Investitionsmöglichkeiten befasst, so Grede. Schlussendlich ausgelöst wurden Investitionsentscheidungen über 280 Millionen Euro. Diese entfielen auf drei neue Beteiligungen sowie 17 Add-on-Akquisitionen für insgesamt zehn bestehende Portfoliounternehmen.

CFO-Profil

Susanne Zeidler, Deutsche Beteiligungs AG

Susanne Zeidler

0
Deutsche Beteiligungs AG

DBAG will bis zu 25 Prozent in Italien investieren

Obwohl die Gewinnbeiträge aus dem Portfolio stets stark schwanken und vom Timing einzelner Exits und der Entwicklung der marktweiten Multiples abhängen, wagt die DBAG einen optimistischen Ausblick: In den kommenden drei Geschäftsjahren (einschließlich dem gerade begonnenen) soll der Nettovermögenswert um 10 bis 14 Prozent pro Jahr wachsen.

Allein aus ihrer Holding heraus will die DBAG künftig pro Jahr 115 Millionen Euro Eigenkapital in neue Beteiligungen stecken. Das wären 50 Prozent mehr als in den vergangenen drei Geschäftsjahren. „Wir können das gut finanzieren“, versichert Finanzchefin Susanne Zeidler. Sie verweist auf offene Kreditlinien sowie eine Kapitalerhöhung, mit deren Hilfe der DBAG im April 105 Millionen Euro zugeflossen waren. Dieses Geld soll vornehmlich in langfristige Beteiligungen und weniger in Co-Investments mit den DBAG-Fonds investiert werden.

Trotz der Verwässerung des Kapitals im Frühjahr notiert die DBAG-Aktie mit 40 Euro nahe ihres Allzeithochs. Die neuen Aktien waren zu 28 Euro ausgegeben worden. Um die Anzahl potentieller Deal-Opportunitäten zu vergrößern, hat die DBAG gerade erst ein Büro in Mailand eröffnet. In Zukunft sollen bis zu 25 Prozent der Gelder in Italien investiert werden.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Website | + posts

Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.