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Private Equity zeigt SPACs die kalte Schulter

Bedrohung oder Geschäftschance? Die deutsche Private-Equity-Branche hält nicht viel von SPACs. Foto: Prazis Images / stock.adobe-com
Bedrohung oder Geschäftschance? Die deutsche Private-Equity-Branche hält nicht viel von SPACs. Foto: Prazis Images / stock.adobe-com

Weit über 200 Milliarden US-Dollar flossen seit Anfang vergangenen Jahres in SPACs, vor allem in den USA. Manche dieser börsennotierten Investitionsvehikel sind bereits mit Zielunternehmen fusioniert, viele suchen noch. M&A-Experten taxieren die Financial Firepower der SPACs auf bis zu 1 Billion Dollar – so viel Dealvolumen könnten sie bis Ende nächsten Jahres bewegen.  Auch deutsche Unternehmen wurden schon von SPACs geschluckt, zum Beispiel der Flugtaxientwickler Lilium und die Ferienhausplattform Hometogo.

Die Manager von Private-Equity-Fonds, die in den deutschen Mittelstand investieren, glauben jedoch nicht, dass SPACs eine relevante Rolle am deutschen M&A-Markt spielen werden. Im Sonderbefragungsteil des neuen FINANCE Private Equity Panels zum Thema SPACs gaben 84 Prozent der Befragten an, dass sie SPACs auch auf mittlere Sicht nicht für ernstzunehmende Konkurrenz um M&A-Targets halten.

Mehr als drei Viertel glauben sogar nicht einmal daran, dass es in den nächsten Jahren mehr als fünf SPAC-Deals pro Jahr geben wird. Träfe dies ein, wären die SPACs am deutschen M&A-Markt tatsächlich eine vernachlässigbare Größe. Zum Vergleich: Allein am deutschen Private-Equity-Midmarket mit Dealvolumina von 50 bis 250 Millionen Euro tätigen Finanzinvestoren pro Jahr 30 bis 40 Neu-Investments.  

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„Auch wenn SPACs global betrachtet die nächsten Jahre eine relevante Größe bleiben werden, bleibt die Skepsis in Deutschland weiter hoch. In der aktuellen Situation ist ein echter Exit über einen SPAC auch nur schwer umzusetzen“, meint Jacob Siebert, Partner der Kanzlei CMS.

Nur wenige deutsche PE’ler haben SPAC-Erfahrung

Konsequenterweise sehen die meisten PE-Manager im SPAC-Umfeld denn auch keine Geschäftschancen. Eigentlich wären sie mit ihrer M&A-Erfahrung und ihren Netzwerken prädestiniert dafür, selbst SPACs aufzulegen oder zu beraten, aber das Interesse an solchen Engagements ist offenbar gering: Für 72 Prozent der von FINANCE Befragten ist dies nach eigener Aussage keine Option. 16 Prozent könnten sich vorstellen, als Berater oder Investor mitzumachen, nur 12 Prozent fänden beide Rollen interessant.

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Zu den wenigen deutschen Finanzinvestoren, die schon einmal aktiv im SPAC-Geschäft mitgemischt haben, zählen die beiden Tech-Investoren Helmut Vorndran und Willi Mannheims, Gründer des PE-Hauses Ventizz. 2011 verkauften sie ihr Portfoliounternehmen Exceet, einen Schweizer Sicherheitsspezialisten, an den SPAC „Helikos“. Ein Jahr später legten sie dann selbst einen SPAC auf, der danach mit dem belgischen Ökostromproduzenten Electrawinds fusionierte.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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