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ZF-Chef Scheider wechselt zu Private Equity

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider wechselt zu dem Schweizer Private-Equity-Haus Partners Group. Foto: ZF
ZF-Chef Wolf-Henning Scheider wechselt zu dem Schweizer Private-Equity-Haus Partners Group. Foto: ZF

Der langjährige ZF-Chef Wolf-Henning Scheider wechselt überraschend zum Private Equity-Haus Partners Group. Nach Ablauf seines aktuellen Vertrags wird er Anfang des Jahres 2023 als Partner und Head Private Equity bei dem Schweizer Unternehmen einsteigen.

Schon im März war bekannt geworden, dass Scheider ZF Friedrichshafen verlässt, wohin es ihn ziehen würde, hatte der Top-Manager damals noch offengelassen. Vergangene Woche hatte ZF zudem mitgeteilt, dass auch ZF-CFO Konstantin Sauer sein Amt zum Ende des Jahres niederlegt.

Partners Group ist Schneiders erstes Private-Equity-Haus

Die Personalie überrascht, denn für Scheider, der über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche verfügt, ist es der erste Private-Equity-Job. Zu ZF Friedrichshafen war Scheider 2018 von Mahle gewechselt. Zuvor war er bei Bosch, wo er 1987 seine Karriere begann. Bei allen seinen jüngeren Stationen begleitete Scheider das Thema Transformation der Automobilbranche vom Verbrennungsmotor zu Elektromobilität. Auf das Konto des CEOs geht in seiner Zeit bei ZF vor allem die Übernahme des US-Bremsenherstellers Wabco, die ZF breiter aufstellte und zum zweitgrößten deutschen Autozulieferer machte.

Mit Private Equity hat Scheider hingegen noch keine Erfahrung. Zwar ist sein Wechsel vom Konzern zu Private Equity kein Einzelfall, wie etwa die Beispiele von René Obermann, der als Telekom-Chef zum PE-Investor Warburg Pincus wechselte, und Ex-Knorr-Bremse-CFO Ralph Heuwing, der beim PE-Investor PAI Partners anheuerte, zeigen. Allerdings wurden beide nicht direkt an die Spitze berufen. Scheider hingegen folgt bei der Partners Group als Leiter des Bereichs Private Equity auf David Layton, der zum CEO des Schweizer Vermögensverwalters aufgestiegen ist. Angesichts des verwalteten Vermögens in Höhe von 63 Milliarden US-Dollar übernimmt er eine große Verantwortung.

Scheider ist Transformationsexperte

Layton, der interimistisch noch Head of Private Equity war, hebt besonders Scheiders Transformationserfahrung hervor: „Mit drei Jahrzehnten Erfahrung im Senior Management ist Wolf der ideale Kandidat, um die operative Expertise zu vertiefen, die unsere transformativen Investitionsmaßnahmen unterstreicht.“ Auch Scheider blickt positiv auf seinen neue Aufgabe: „Für einen Branchenveteranen wie mich ist es äußerst ansprechend, dass die Mitarbeiter mit operativer Erfahrung und Investitionserfahrung bei Partners Group während des gesamten Anlagehorizontes eng zusammenarbeiten.“

Bei dem PE-Haus gibt es viel zu tun: Der Börsenkurs des Zuger Unternehmens war zuletzt stark unter Druck geraten. Ende vergangenen Jahres notierte die Partners Group noch bei 1.500 Schweizer Franken, nun liegt der Preis pro Aktie bei rund 870 Schweizer Franken.

Künftig ist Scheider für die Sparten Waren & Erzeugnisse, Leben & Gesundheit, Dienstleistungen und Technologie zuständig. Das Portfolio der Partners Group umfasst nach eigenen Angaben 100 Unternehmen in 23 Ländern, darunter etwa die Uhrenmarke Breitling. Auch einige deutsche Unternehmen wie der Spielzeugproduzent Schleich und der Heizkostenableser Techem zählen zum Portfolio der Schweizer. Automobilzulieferer sind bislang jedoch nicht darunter.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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