Das Immobilienunternehmen Vonovia sammelt durch eine Kapitalerhöhung rund 744 Millionen Euro ein.

Simon Bierwald, Vonovia

20.05.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Vonovia, VW Immobilien, Frequentis

Vonovia sichert sich frisches Kapital, VW Immobilien schließt die Emission seines zweiten Grünen Schuldscheins ab und Frequentis schafft den Sprung aufs Parkett – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Vonovia sammelt 744 Millionen Euro ein

Der Immobilienkonzern Vonovia hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös in Höhe von 744,15 Millionen Euro abgeschlossen. Die neuen Aktien konnten im Rahmen einer Privatplatzierung in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren gezeichnet werden. Der Bezugspreis der insgesamt 16,5 Millionen ausgegebenen Aktien lag bei 45,10 Euro je Stück.

Die frischen Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen der Refinanzierung der Tochter Victoria Park dienen, die Ende vergangenen Jahres Wohnungen für rund 450 Millionen Euro gekauft hat. Vonovia wurde bei der Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer beraten.  

VW Immobilien sammelt 60 Millionen Euro ein

Volkswagen Immobilien hat die Emission eines zweiten Grünen Schuldscheins mit einem Volumen von 60 Millionen Euro abgeschlossen. Das Orderbuch verzeichnete gegenüber dem Startvolumen von 50 Millionen Euro eine 2,5-fache Überzeichnung, wie VW Immobilien mitteilte. Der Grüne Schuldschein ist in Tranchen mit Laufzeiten von fünf, zehn und fünfzehn Jahren unterteilt und wird fest verzinst. Als Arrangeure der Emission fungierten ING und LBBW.

Die Platzierung des Schuldscheins erfolgte dabei über die digitale Emissionsplattform VC Trade. Die Erlöse der Transaktion sollen zur Finanzierung geeigneter grüner Projekte verwendet werden. Für VW Immobilien ist es nach der Begebung eines Grünen Schuldscheins über 107 Millionen Euro im Mai 2018 die zweite grüne Transaktion bisher. 

Frequentis gelingt Börsengang

Das Wiener IT-Unternehmen Frequentis hat in Frankfurt und Wien den Sprung an die Börse geschafft. Der erste Handelspreis der Papiere lag in Frankfurt bei 18 Euro, an der Wiener Börse notierte die Aktie zum Start bei 18,10 Euro. Frequentis kommt damit auf eine Bewertung von über 200 Millionen Euro, das Platzierungsvolumen beläuft sich auf 54 Millionen Euro.

Mehrheitsaktionär von Frequentis bleibt wie zuvor angekündigt weiterhin die Familie Bardach, die bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption einen Anteil von rund 67 Prozent halten wird. Der Frequentis-IPO ist der bisher erste Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. 

Weitere Meldungen

Der Hamburger Logistikkonzern VTG hat seine Ende April 2019 begonnene Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen abgeschlossen und einen Bruttoemissionserlös von 290 Millionen Euro erzielt. Insgesamt sind rund 5,47 Millionen neue Aktien in einem Bezugsverhältnis von 21:4 und zu einem Bezugspreis von 52,90 Euro je Aktie platziert worden, wie das Unternehmen mitteilte. Die beiden Großaktionäre Joachim Herz Stiftung und die Warwick Holding haben ihre Bezugsrechte wie angekündigt in vollem Umfang ausgeübt. Als Joint Global Coordinators der Transaktion fungierten Berenberg und Credit Agricole.

Der Immobilienprojektentwickler Terragon hat die Platzierung seiner Unternehmensanleihe abgeschlossen. Der Bond hat bei einer Laufzeit von fünf Jahren ein Volumen von 25 Millionen Euro und wird mit 6,5 Prozent fest verzinst. Ursprünglich belief sich das Volumen der Anleihe nur auf 20 Millionen Euro, aufgrund einer hohen Nachfrage wurde dieses jedoch um 5 Millionen Euro aufgestockt, wie das Unternehmen mitteilte. Sole Lead Manager der Transaktion war die IKB. Rechtlich wurde Terragon von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek beraten. Als Kommunikationsberater fungierte IR.on.

Die Verhandlungen zwischen dem angeschlagenen Modekonzern Tom Tailor, seinen Konsortialbanken und dem Großaktionär Fosun sind ins Stocken geraten. Wie das Unternehmen in einer Ad-hoc-Meldung mitteilte, fehle zum einen die Zustimmung der Banken zum Verkauf der Krisensparte Bonita und zum anderen eine Übereinstimmung über die Art und Höhe des Finanzierungsbeitrags von Fosun zwischen dem Großaktionär und den Banken. Daher sei es derzeit offen, ob und wann die Verhandlungen abgeschlossen werden können.

Das Verkehrstechnikunternehmen Schaltbau plant einen neuen Konsortialkredit für eine anstehende Refinanzierung abzuschließen. Dazu haben die Münchener nun Commerzbank und Unicredit mit der Arrangierung eines Konsortialdarlehens über mindestens 100 Millionen Euro mandatiert. Wie Schaltbau bekanntgab, haben bereits weitere Banken ihre Bereitschaft zu einer Beteiligung an dem neuen Darlehen signalisiert.

Der Prozessautomatisierungsspezialist Onoff ist nun an der Münchener Börse notiert. Wie das Unternehmen mitteilte, lag der erste Kurs dabei bei 17,20 Euro, was einer Marktkapitalisierung von 34,40 Millionen Euro entspricht. Bei dem Schritt handelt es sich um eine Notierungsaufnahme. Seinen ursprünglich für Februar 2019 geplanten Börsengang in Frankfurt hatte das Unternehmen im März aufgrund des schwierigen Kapitalmarktumfelds verschoben.

Das biopharmazeutische Unternehmen Probiodrug hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen, bei der rund 4,1 Millionen neue Aktien platziert wurden. Ein Großteil der Aktien wurde dabei an ein Konsortium von Investoren unter der Führung von Claus Christiansen, Gründer und Vorstandsvorsitzender des dänischen Unternehmens Nordic Bioscience, verkauft. Die KAS Bank fungierte als Settlement Agent und Kempen & Co als Listing Agent der Transaktion. Rechtlich wurde Probiodrug bei der Kapitalerhöhung von der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing (Federführung: Ulrich Reers) beraten.

Der dänische Pharmahändler Abacus Medicine, für den Deutschland der wichtigste Absatzmarkt ist, treibt seine IPO-Pläne an der Frankfurter Wertpapierbörse voran. Das Angebot des Kopenhagener Unternehmens soll aus neuen Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit einem Erlös von 50 Millionen Euro sowie dem Verkauf bestehender Aktien bestehen. Der Streubesitz soll nach dem IPO bei rund 45 Prozent liegen. Abhängig vom Marktumfeld soll der Börsengang noch in der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgen.

Das tschechische Energieinfrastrukturunternehmen EP Infrastructure (EPIF) hat einen Schuldschein über 182,5 Millionen Euro platziert. Die Laufzeiten der variabel verzinslichen Darlehen betragen fünf und sieben Jahre. Den Emissionserlös der Transaktion will EPIF für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Als Konsortialführer fungierten die Commerzbank und die Raiffeisen Bank. Rechtlich wurde das Unternehmen von der Wirtschaftskanzlei Dentons (Federführung: Arne Klüwer) beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Industrie- und Stahlkonzerns ThyssenKrupp unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung gesetzt. Derzeit liegt das Rating bei negativem Ausblick bei Ba2. In der Begründung verweist Moody’s auf das gescheiterte Stahl-Joint-Venture mit der indischen Tata Steel sowie die Absage der Aufspaltungspläne

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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