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Spiel gegen die Zeit

Was lange währt, wird endlich gut? Thyssenkrupp will es mit Steel Europe noch einmal selbst versuchen. Foto: Thyssenkrupp
Was lange währt, wird endlich gut? Thyssenkrupp will es mit Steel Europe noch einmal selbst versuchen. Foto: Thyssenkrupp

Thyssenkrupp ist vorerst über den Berg: Der milliardenschwere Verkauf der Aufzugsparte ist geglückt und hat die finanzielle Lage deutlich stabilisiert. Die nun gut gefüllte Kasse müssen die Essener jedoch nutzen, um die Restrukturierung voranzutreiben – eine große Herausforderung für das Management um Chefin Martina Merz und CFO Klaus Keysberg. Speziell die Stahlsparte muss saniert werden, bevor sie in einem zweiten Schritt womöglich als Spin-off an die Börse gebracht werden kann.

Der aktuelle Plan, die Stahlsparte als Teil des Konzernverbunds zu restrukturieren, ist aus der Not geboren, immer wieder stand der Bereich auf dem Prüfstand. Ein Verkauf des Stahlgeschäfts an Tata Steel scheiterte 2019, danach war eigentlich ein Teil-IPO vorgesehen. Doch kurz nach dem Verkauf der Aufzugsparte und dem Ausbruch der Coronakrise schwenkte Thyssenkrupp im Frühjahr 2020 erneut um: Steel Europe sollte doch wieder verkauft werden. Gut ein halbes Jahr später war mit dem britischen Konzern Liberty Steel scheinbar ein Interessent für die Stahlsparte gefunden. Doch auch diese M&A-Gespräche scheiterten – die Essener beendeten die Verhandlungen.

Die Herausforderungen von CFO Klaus Keysberg

Bei der nun geplanten Restrukturierung im Konzern könnte sich die Management-Konstellation als Glücksfall für Thyssenkrupp erweisen, denn neben CEO Merz muss Finanzchef Keysberg die neue Strategie verantworten. Und Keysberg ist ein Mann des Stahls: Großgeworden im Thyssenkrupp-Konzern, kennt er das Unternehmen und die Traditionsbranche bestens. Allerdings macht das seinen Job nicht zwingend einfacher: Der Cashflow ist weiterhin negativ, und die rettenden Erlöse aus dem Elevator-Verkauf schmelzen dahin. Sie werden irgendwann verbraucht sein, wenn nicht endlich der operative Turnaround gelingt.

Keysberg muss den Cashdrain stoppen, sonst droht die Restrukturierung zu scheitern. Parallel muss die Stahlproduktion unbedingt grüner werden – ein teures Projekt, das Keysberg finanzieren muss. Hinzu kommt die operative Vorbereitung und Umsetzung des Steel-Spin-offs. Rückenwind erhält der CFO zumindest vorerst durch die gute Marktlage in der zuletzt krisengeschüttelten Stahlbranche. Doch die Zeit rennt.

Ein Mann des Stahls: Klaus Keysberg arbeitet seit 1996 für den Ruhrkonzern. Foto: Thyssenkrupp
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