Finanzierungen: Siemens, Springer Nature, Jost Werke

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Siemens setzt bei der Finanzierung erneut auf die Blockchain. Foto: nmann77 – stock.adobe.com
Siemens setzt bei der Finanzierung erneut auf die Blockchain. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Siemens begibt weiteren Blockchain-Bond

Nach der Emission einer ersten Anleihe via Blockchain im vergangenen Jahr hat Siemens erneut eine digitale Schuldverschreibung begeben. Die neue Anleihe umfasst ein Volumen in Höhe von 300 Millionen Euro und läuft für ein Jahr. Die Abwicklung erfolgte über die Blockchain-Plattform des Frankfurter Fintechs Swiat sowie der von der Bundesbank zur Verfügung gestellten „Trigger Solution“.

Mit der Anleihe will Siemens Tests der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Einsatz von Distributed Ledger Technologie (DLT) für die Abwicklung von Wertpapieren mit Zentralbankgeld unterstützen. Während die Abwicklung der digitalen Anleihe im Vorjahr noch zwei Tage dauerte, konnte die aktuelle Anleihe laut Siemens in wenigen Minuten und unter der Verwendung von Zentralbankgeld platziert werden. Die Dekabank fungierte als Registerführer der Transaktion, als Investoren traten die BayernLB, Dekabank, DZ Bank, Helaba und LBBW in Erscheinung.

Springer Nature steht offenbar vor zweitem IPO-Anlauf

Die Zeichen für einen baldigen Börsengang von Springer Nature verdichten sich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters plant der deutsche Wissenschaftsverlag noch im Laufe dieser Woche entsprechende Dokumente bei der Frankfurter Börse einzureichen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sprachen gegenüber Reuters von einem „Startschuss für den europäischen IPO-Markt im Herbst“.

Springer Nature, das zu 53 Prozent der Holtzbrinck Publishing Group und zu 47 Prozent dem Private-Equity-Investor BC Partners gehört, plante bereits 2020 einen Börsengang. Damals kam dem Unternehmen aber die Corona-Pandemie in die Quere. BC Partners transferierte das Unternehmen schließlich im Sommer 2021 in einen Continuation-Fonds, um die Haltedauer zu verlängern. Laut Reuters hat sich der Verschuldungsgrad seitdem vom 4,6-fachen auf das 2,9-fache verringert, die Bewertung liege bei bis zu 9 Milliarden Euro.

Jost Werke setzt erneut auf ESG-link in Finanzierung

Jost Werke hat seinen vor der Fälligkeit stehenden Konsortialkredit in Höhe von 280 Millionen Euro refinanziert. Das Volumen verteilt sich zu gleichen Teilen auf einen Term Loan sowie eine revolvierende Kreditlinie, wobei Letztere über eine Verlängerungsoption von zwei Jahren verfügt.

Zudem ist die neue Finanzierung mit einer ESG-linked-Komponente ausgestattet. Konkret wird die Verzinsung dabei an die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen in den drei Bereichen CO2-Reduktion, Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen sowie Reduktion der Arbeitsunfälle gekoppelt. 2022 hatte Jost bereits einen ESG-linked Schuldschein mit entsprechenden Zielen platziert.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Labordienstleister Qiagen steht vor der Platzierung einer neuen Wandelanleihe. Wie der MDax-Konzern Mitte vergangener Woche mitteilte, soll diese bis 2031 laufen und ein Volumen von 500 Millionen Dollar haben. Die jährliche Verzinsung wird bei 2,5 Prozent liegen. Der anfängliche Wandlungspreis soll rund 64 US-Dollar je Aktie betragen. Die Finalisierung der Transaktion ist für den morgigen 10. September geplant.

E.on hat eine Dual-Tranche-Anleihe über insgesamt 1,25 Milliarden Euro emittiert. Die erste ist als Green Bond ausgestaltet und hat ein Volumen von 750 Millionen Euro. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre, der fixe Kupon liegt bei 3,125 Prozent. Die zweite Tranche ist 500 Millionen Euro schwer und hat eine Laufzeit von vierzehn Jahren. Der fixe Zinskupon beträgt 3,875 Prozent. Der Energiekonzern will mit den Erlösenallgemeine Unternehmenszwecke finanzieren.

Devauge, ein auf die Herstellung von Frühstückscerealien spezialisiertes Unternehmen, hat seine erste Konsortialfinanzierung abgeschlossen. Das Volumen beträgt 42,5 Millionen Euro, sowohl Bestands- als auch Neubanken beteiligten sich an der Transaktion. Das Geld wollen die Lüneburger unter anderem für effizienzsteigernde Investitionen einsetzen. FCF Fox Corporate Finance war beratend tätig.

Abo Energy hat einen vor vier Monaten emittierten Green Bond im Volumen von 65 Millionen Euro aufgestockt: Im Zuge einer Privatplatzierung packte der Windparkbauer nochmal 15 Millionen Euro obendrauf. Mit dem zusätzlichen Geld will Abo Energy gemäß dem eigens aufgestellten Rahmenwerk für Green Bonds in die Entwicklung und Errichtung von Wind- und Solarparks sowie Batteriespeichern investieren.

Nach Informationen von Bloomberg will Carlyle das Schweizer Präzisionsfertigungsunternehmen Acrotec an die Börse bringen. Demnach wurden mit der Bank of America, Morgan Stanley und UBS bereits Banken mit dem Deal mandatiert. Die Unternehmensbewertung könnte laut dem Bloomberg-Bericht bei bis zu 4 Milliarden Schweizer Franken liegen.

Mutares hat eine neue Unternehmensanleihe in Volumen von 135 Millionen Euro emittiert. Das Papier ist vorrangig besichert und wird mit einem Zinssatz in Höhe des Euribor (drei Monate) zuzüglich einer Marge von 6,25 Prozent per annum verzinst. Zudem besitzt Mutares die Option, das Volumen auf bis zu 300 Millionen Euro zu erhöhen.

Der Immobilienkonzern Demire (Deutsche Mittelstand Real Estate) hat sich mit seinen Gläubigern auf eine Laufzeitverlängerung seiner eigentlich in diesem Jahr fällig werdenden Unternehmensanleihe geeinigt. Das Papier im Volumen von 600 Millionen Euro läuft nun bis 2027.

Ratingmeldungen

Moody‘s hat das Investmentgrade-Rating „Baa3“ von MTU bestätigt, der Ausblick wurde von stabil auf positiv angehoben.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.