Übernimmt ab 1. Juli die Finanzgeschäfte bei Semper Idem Underberg: Michael Söhlke

Semper Idem Underberg

17.06.20
CFO

CFO-News: Semper Idem Underberg, Norma, Pfeiffer Vacuum

Semper Idem Underberg präsentiert einen neuen Finanzvorstand, Norma hat bald wieder eine eigenständige CFO und bei Pfeiffer Vacuum gibt es für die Finanzchefin ein Déjà-vu – Die CFO-News der Woche.

Semper Idem Underberg mit neuem CFO

CFO-Wechsel beim Spiritousenhersteller Semper Idem Underberg: Ab dem 1. Juli wird dort Michael Söhlke den Finanzvorstand übernehmen. Söhlke folgt auf Ralf Brinkhoff, der den Konzern „nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit“ verlassen werde, ließ das Familienunternehmen mitteilen. Söhlke kommt von der MediaMarktSaturn Retail Group, wo er zuletzt als CFO von MediaMarkt Niederlande tätig war. Zuvor hatte er bereits mehrere Managementpositionen innerhalb der Metro inne.

Der Diplom-Kaufmann Söhlke wird in Rheinberg die Ressorts Finanzen, Controlling, IT, Einkauf, Produktion, Logistik und Personal verantworten. Sein Vorgänger Ralf Brinkhoff wird seine operative Tätigkeit „im Einvernehmen“ mit dem Unternehmen zum 5. Juli beenden. Er will sich neuen Herausforderungen stellen.

Norma bald wieder mit eigener CFO

Beim hessischen Industriekonzern Norma endet für Michael Schneider bald die Doppelrolle als CEO und CFO. Spätestens ab 1. Oktober wird dort Annette Stieve den Posten als neue Finanzchefin übernehmen, ließ der Autozulieferer mitteilen. Stieve kommt vom Münchener Werkzeughändler Hoffmann Group, wo sie zweieinhalb Jahre in gleicher Funktion tätig war. Davor war sie fast 22 Jahre bei dem französischen Automobilzulieferer Faurecia beschäftigt.

Die Norma Group bekommt als Auto- und Industriezulieferer die Auswirkungen des Coronavirus voll zu spüren – nicht nur, weil Schneider selbst im Frühjahr an dem Virus erkrankte. Schon im ersten Quartal dieses Jahres die sanken die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent auf knapp 254 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) rutschte um 36 Prozent auf 18,6 Millionen Euro ab. Die Nettoverschuldung stieg um 3,9 Prozent auf 437 Millionen Euro. Das zweite Quartal dürfte noch größere Minuszeichen bringen. Um sich finanziell stabiler aufzustellen, nahm das Unternehmen laut Quartalsbericht unter anderem zusätzliche Darlehen auf.

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Dr. Michael Schneider, Norma Group

Michael Schneider beginnt seine berufliche Laufbahn 1988 bei Hoechst (heute: Sanofi). Von 1993 bis 2003 ist er für Degussa (heute: Evonik) in verschiedenen Führungspositionen tätig, davon 3 Jahre bei Degussa Brasil in São Paulo. Danach übernimmt er die Verantwortung für Finanzen, Controlling und IT bei Aesculap (B. Braun Melsungen-Konzern).

Anschließend wechselt Schneider zu dem Automobilzulieferer Veritas, wo er von 2006 bis 2009 im Vorstand für das Finanzressort und strategische Projekte zuständig ist. Danach wird er CFO beim Automobilzulieferer FTE Automotive, bei dem er in der Geschäftsführung die Verantwortung für Finanzen, Interne Revision, Einkauf und IT übernimmt. 2015 wird Michael Schneider als CFO in den Vorstand des Verbindungstechnik-Spezialisten Norma Group berufen. Im August 2019 rückt Schneider vorübergehend an die Unternehmensspitze, als CEO Bernd Kleinhens das Unternehmen nach einer Gewinnwarnung verlässt. Nur wenige Monate später, im November 2019, wird Schneider dauerhaft zum CEO berufen. Die Position übernimmt er zusätzlich zu seinen CFO-Aufgaben. Im Juni 2020 wird bekannt, dass Schneider die Finanzaufgaben ab Oktober an Annette Stieve abgeben wird.

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Pfeiffer Vacuum trennt sich erneut von CFO

Bei Pfeiffer Vaccuum verkleinert sich der Vorstand. Statt aus drei Personen soll die neue Unternehmensführung nur noch aus zwei Personen bestehen. Ab dem 1. Januar 2021 soll es nur noch einen CEO und einen Chief Operations Officer (COO) geben, ließ der Maschinebaukonzern mitteilen. Das neue Führungsduo soll dafür zukünftig durch ein neu zu bildendes „Group Executive Commitee“ unterstützt werden, dem ein CFO, ein Chief Sales Office (CSO), sowie ein Chief Technology Officer (CTO) angehören sollen.

Nicht mehr zum Team gehören wird Finanzchefin Nathalie Benedikt, die das hessische Unternehmen laut Mitteilung „einvernehmlich“ verlassen werde. Für Benedikt ist dies nicht der erste Abschied bei Pfeiffer Vacuum: 2013 stieg sie zunächst intern auf und bekleidete den neugeschaffenen CFO-Posten. Nach knapp zwei Jahren musste Sie aufgrund „interner Unstimmigkeiten“ ihren Hut nehmen.

2017 schuf Pfeiffer Vacuum auf Anregung des damaligen Kaufinteressenten und Mitbewerbers abermals einen CFO-Posten – den überraschenderweise abermals Nathalie Benedikt übernahm. Unklar ist, ob Benedikt das Unternehmen aufgrund der neuerlichen Vorstandsstrukturierung verlässt.

Weitere Personalien

Beim Vermögensverwalter Vontobel gibt der langjährige CFO Martin Sieg Castagnola nach 12 Jahren im Amt den seinen Posten an Nachfolger Thomas Heinzl ab. Für Heinzl ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte: Von 2012 bis 2014 leitete er den Bereich Investments, Sales und Product Management im heutigen Wealth Management von Vontobel, wie das Schweizer Unternehmen wissen ließ. Danach wechselte er zur Großbank UBS, wo er zuletzt als COO des Asset Managements und Chairman von UBS Asset Management Switzerland tätig war. Sein Vorgänger Castagnola bleibt indes dem Unternehmen erhalten: Er wird künftig Hans-Dieter Vontobel beim Management seiner Beteiligungen und Immobilien unter die Arme greifen.

Beim Kunststofftechnik-Spezialisten Weber Group hat Jürgen Deters die CFO-Verantwortung übernommen. Wie das Unternehmen jetzt erst bekanntgab, hat der 54-Jährige den Posten bereits seit dem 1. Mai inne. Beim Dillenburger Unternehmen leitet der Diplomkaufmann die Bereiche Finanzen, Controlling, Einkauf, Personal, IT und Recht. Sein Vorgänger Jan Thomas Schmidt hatte das Unternehmen Ende 2019 nach dreijähriger Amtszeit verlassen.

Die Immofinanz geht mit ihrem CFO Stefan Schönauer in die Verlängerung. Wie der Wiener Immobilienkonzern bekanntgab, wurde der Vertrag von Schönauer um weitere fünf Jahre verlängert.  Der Finanzmanager ist seit Ende 2008 in leitenden Position im Unternehmen tätig und ist seit März 2016 Finanzvorstand.

Auch Aurubis-CFO Rainer Verhoeven darf sich freuen. Wie FINANCE erfuhr, wurde sein Vertrag beim MDax-Unternehmen gerade vorzeitig um fünf Jahre, bis zum 31.12.2025 verlängert.

Beim Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller Tornos übernimmt ab 1. September Luc Widmer den Finanzposten von Bruno Edelmann, der das Unternehmen verlässt. Widmer war bereits von 2012 bis 2015 CFO der Gruppe, kümmerte sich zuletzt aber als Head of Global Supply Chain Management unter anderem um das Outsourcing und die globale Lieferkette.

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Rainer Verhoeven, Aurubis AG

Nach Ausbildung zum Bankkaufmann und BWL-Studium startet Rainer Verhoeven seine Berufslaufbahn bei der heutigen Thyssenkrupp AG, wo er zunächst in der Konzernzentrale in den Bereichen Finanzen und Rechnungswesen arbeitet. 2005 übernimmt er verschiedene leitende Aufgaben im Zusammenhang mit der Errichtung des Stahlwerks in Brasilien.

Anschließend ist Verhoeven für Thyssenkrupp in den USA und in Brasilien als Leiter des Controllings beziehungsweise als Leiter Finanzen tätig, 2012 wird er zum CFO der brasilianischen Tochtergesellschaft bestellt.

2014 wird er CFO der Thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, einer Tochter im Stahlbereich des Konzerns mit etwa 1.800 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich und Indien.

Seit dem 1. Januar 2018 ist er Finanzvorstand der Aurubis AG.

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Tobias Nieber ist seit 15. Juni neuer CFO der Mytoys Group. Der 48-jährige Finanzmanager bildet gemeinsam mit CEO Martin Schierer die neue Geschäftsführung. Beide waren zuvor in gleicher Funktion bei der Otto Group Russia beschäftigt. Die bisherigen Gründer und Geschäftsführer von Mytoys waren rund 20 Jahre nach der Gründung laut Unternehmensmitteilung „auf eigenen Wunsch“ ausgeschieden. Der auf Kinderartikel spezialisierte Internethändler gehört bereits seit mehreren Jahren zur Otto Group.

Beim HMS Bergbau hat Finanzchef Steffen Ewald seinen Rücktritt bekannt gegeben. Wie das Berliner Rohstoffhandelsunternehmen bekanntgab, habe Ewald nach rund 6 Jahren im Amt um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten. Im Rahmen seiner persönlichen Lebensplanung werde Ewald neuer Geschäftsführer der Technischen Werke in Eberswalde, hieß es weiter.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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