Bayer pumpt sich mit 6 Milliarden Euro am Anleihemarkt voll.

Bayer

06.07.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Bayer, Deutsche Bahn, FACC

Bayer sammelt eine enorme Summe am Bondmarkt ein, die Deutsche Bahn platziert einen Kangaroo-Bond und FACC schließt eine neue Finanzierungslinie ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Bayer platziert Anleihen über 6 Milliarden Euro

Bayer besorgt sich frisches Kapital am Bondmarkt: Die Leverkusener haben neue Anleihen über insgesamt 6 Milliarden Euro begeben. Die Emission umfasst vier Tranchen von je 1,5 Milliarden Euro. Diese haben Laufzeiten von vier, sechseinhalb, neuneinhalb und zwölf Jahren. Bei der kürzesten Tranche liegt der Kupon bei 0,375 Prozent. Der sechseinhalbjährige Bond wird mit 0,75 Prozent, der neuneinhalbjährige mit 1,125 Prozent verzinst. Der Kupon der längsten Tranche liegt bei 1,375 Prozent. Bayer zufolge war die Platzierung 2,5-fach überzeichnet.

Citi, Deutsche Bank, Mizuho und Unicredit haben die Transaktion federführend als Joint Bookrunner begleitet. „Die Rating-Agenturen haben kürzlich unsere Ratings im soliden Investment-Grade-Bereich bestätigt. Dies war eine gute Basis für eine erfolgreiche Anleiheemission“, kommentiert Finanzvorstand Wolfgang Nickl die Transaktion. 

Deutsche Bahn begibt Kangaroo-Bond

Die Deutsche Bahn hat eine neue Anleihe über 200 Millionen Australische Dollar (rund 123 Millionen Euro) begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 1,987 Prozent verzinst. Er wurde bei institutionellen Investoren in Asien platziert. Der Anleiheerlös wurde in Euro geswappt und dient der Deutschen Bahn zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität. Konsortialführer waren Daiwa, HSBC und die Royal Bank of Canada.

FACC sichert sich neue Liquidität

Der österreichische Flugzeugkomponentenhersteller FACC hat seine Finanzierungsstruktur gestärkt. Demnach hat das Unternehmen seine im Jahr 2013 emittierte Anleihe über 90 Millionen Euro plangemäß zum 24. Juni getilgt. Gleichzeitig schloss FACC eine neue zusätzliche Finanzierungslinie im Volumen von 60 Millionen Euro im Rahmen der Corona-Hilfen der Österreichischen Kontrollbank ab.

Die Finanzierung sichere dem Unternehmen die erforderliche Liquidität für die Fortsetzung des Kostensenkungsprogramms, das jährlich 50 Millionen Euro Einsparungen bringen soll, erklärt FACC-CFO Aleš Stárek. Ein zusätzliches „Corona-Sparprogramm“ über 15 Millionen Euro sei ebenfalls definiert, teilten die Österreicher mit. Für den Herbst plant FACC zudem, Gespräche mit den Kernbanken über eine temporäre Anpassung der laufenden Konsortialfinanzierungen zu führen.

PE-Haus Brockhaus plant Börsengang

Der Technologieinvestor Brockhaus Capital Management (BCM) strebt trotz Coronakrise einen Börsengang in Frankfurt für das dritte Quartal dieses Jahres an. Dafür plant das Private-Equity-Haus die Ausgabe neuer Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Euro zuzüglich einer Greenshoe-Option von 15 Millionen Euro. Die neuen Papiere sollen in einer Privatplatzierung an institutionelle Investoren gehen.

Das Management-Team von BCM, das derzeit zusammen einen Anteil von rund 33 Prozent hält, hat sich zu einer Lock-up-Frist von zwei Jahren verpflichtet. Den Erlös will BCM für die Übernahme weiterer Unternehmen aus Sektoren wie Healthcare, Software und Umwelttechnik verwenden. Citibank und Jefferies fungieren als Joint Global Coordinators und gemeinsam mit der Commerzbank als Joint Bookrunners der Transaktion.

Vonovia platziert neue Anleihen

Vonovia hat zwei unbesicherte Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro begeben. Das Angebot ist in zwei Tranchen mit Laufzeiten von sechs und zehn Jahren unterteilt. Der Zinskupon liegt bei 0,625 beziehungsweise 1 Prozent. Vonovia zufolge war die Emission vierfach überzeichnet.

Die frischen Mittel will Vonovia für die vorzeitige Rückzahlung verschiedener Darlehen in Schweden verwenden, die mit Hembla zusammenhängen. Vonovia hatte im vergangenen Jahr die Mehrheit an dem schwedischen Wettbewerber übernommen. Joint Lead Managers bei der Bondemission waren Morgan Stanley, Société Générale, Credit Suisse, Unicredit, Commerzbank, Deutsche Bank, Bank of America und BNP. 

Weitere Meldungen

Nachdem das Immobilienunternehmen Ado Properties die Übernahme des Wettbewerbers Consus Real Estate angekündigt hat, teilt das Unternehmen nun eine vollständig gezeichnete Bezugsrechtskapitalerhöhung über 450 Millionen Euro mit. Dafür werden rund 30 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 14,60 Euro angeboten. Der Nettoerlös soll für die Rückzahlungen von Fremdfinanzierungen verwendet werden. Damit sollen Verbindlichkeiten von Entwicklungsprojekten von Consus Real Estate reduziert werden.

Hertha BSC erhält eine weitere Finanzspritze von Investor Lars Windhorst. Wie der Berliner Fußballklub vergangenen Mittwoch bekanntgab, zahlt Windhorst über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor insgesamt 150 Millionen Euro. Die Transaktion erfolgt in zwei Schritten. Zunächst sollen im Juli 50 Millionen Euro fließen, weitere 100 Millionen Euro Eigenkapital stellt Tennor im Oktober zur Verfügung. Der Anteil Windhorsts am Bundesligisten steigt dadurch auf 66,6 Prozent.

Das Fintech Solarisbank hat in einer Finanzierungsrunde 60 Millionen Euro eingesammelt. Die Hälfte des Kapitals stammt von einer internationalen Investorenrunde unter der Führung von HV Holtzbrinck Ventures. Als neue Investoren konnte das Berliner Unternehmen dabei die Finanzinvestoren Ventures Vulcan Capital, Samsung Catalyst Fund und Storm Ventures gewinnen. Die andere Hälfte der Finanzierung entfällt auf Bestandinvestoren wie Yabeo Capital, die beiden Banken BBVA und ABN Amro, die japanische SBI Group, Global Brain, Hegus und Lakestar. Die Transaktion ist dem „Handelsblatt“ zufolge das zweitgrößte Funding eines deutschen Fintechs in diesem Jahr.

Der österreichische Sensorhersteller AMS hat die geplanten Senior Notes in Höhe von rund 1 Milliarde Euro platziert. Die Finanzierung besteht aus zwei Tranchen. Die erste Tranche über 650 Millionen Euro mit Fälligkeit in 2025 hat einen Zinskupon von 6 Prozent. Die zweite Tranche über 400 Millionen Dollar (rund 356 Millionen Euro) mit Fälligkeit in 2025 wird mit 7 Prozent verzinst. Als Global Coordinators der Transaktion fungierten UBS und HSBC, die rechtlich von der Kanzlei Skadden (Federführung: Stephan Hutter) beraten wurden.

Das Immobilienunternehmen Alstria Office hat eine neue Anleihe in Höhe von 350 Millionen Euro platziert. Der Bond wird mit 1,5 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis 2026. Als Joint Bookrunners der Emission fungierten BNP Paribas, Morgan Stanley und Unicredit. Clifford Chance (Federführung: Sebastian Maerker) hat das Bankenkonsortium rechtlich beraten.

Der Saatguthersteller KWS Saat erhält ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB). Die von der EU-Bank bereitgestellten Gelder sollen in die Forschung und Entwicklung von KWS investiert werden. Weitere Informationen zur Finanzierung gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Das Solarunternehmen Photon Energy hat die Aufstockung seiner Anleihe 2017/2022 um bis zu 5 Millionen Euro auf insgesamt bis zu 45 Millionen Euro beschlossen. Die Papiere sollen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung zum Kauf angeboten werden. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2022 und einen Zinskupon von 7,75 Prozent. Die Nettoerlöse aus der Aufstockung will Photon Energy zur Finanzierung des Baus von Kraftwerken und zur Stärkung der Finanzkraft verwenden. Bankhaus Scheich Wertpapierspezialist begleitet die Transaktion als Sole Global Coordinator.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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