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Neustart für Eterna

Der Hemdenhersteller Eterna darf sich über Starug sanieren. Foto: Waldemar Milz - stock.adobe.com

Gute Nachrichten für Eterna: Der stark von der Coronakrise betroffene Passauer Hemdenhersteller kann seine Restrukturierung wie geplant angehen. Die Versammlung der Gläubiger, die laut Restrukturierungsplan Einschnitte hinnehmen müssen, hat dem Plan einstimmig zugestimmt. Eterna will eine Sanierung nach dem neuen StaRUG-Verfahren („präventive Sanierung“) durchlaufen. Das Restrukturierungsgericht muss den Sanierungsplan nun noch bestätigen. Das operative Geschäft von Eterna ist von der Restrukturierung nicht berührt, diese betrifft in erster Linie die finanzielle Neuausrichtung auf Holding-Ebene.

„Nun ist der Weg geebnet, um wieder eine nachhaltige Finanzierung der Holding zu gewährleisten“, lässt sich der geschäftsführende Gesellschafter der Eterna Mode Holding, Henning Gerbaulet, zitieren. Gleichzeitig würden durch die Neuaufstellung drohende Finanzierungsrisiken infolge der Covid-19-Pandemie abgewendet und Eterna könne den Weg für eine erfolgreiche technologische Transformation weiter beschreiten.

Mode-Investor Robus steigt bei Eterna ein

Für den Neustart müssen in erster Linie die Anleihegläubiger der bei der Eterna Holding angesiedelten Mittelstandsanleihe über 25 Millionen Euro Zugeständnisse machen: Sie haben einem Schuldenschnitt zugestimmt. Ihre Abfindungsquote ist dank eines neuen Investors noch einmal gestiegen: Die Quote, mit der die Forderungen sowie die ausstehenden Zinsen bedient werden sollen, klettert von ursprünglich 10 auf 12,5 Prozent.

Möglich macht dies ein Engagement des Investors Robus Capital Management, den Quadriga als Co-Investor mit reinholt. Robus hat in der Branche bereits durch Beteiligungen an Hallhuber oder an dem Erotikunternehmen Beate Uhse Erfahrung gesammelt – sowohl mit Investments als auch mit Restrukturierungen. Robus steigt bei Eterna „als strategischer Partner mit einer Beteiligung ein“, teilte Eterna auf Anfrage mit. Wie hoch die Beteiligung von Robus ist, und wieviel der Investor für den Einstieg bei Eterna bezahlt, dazu machte der Modehersteller auf Nachfrage von FINANCE keine Angaben.

Tatsächlich sind Eterna und Robus schon lange geschäftlich verbunden: „Robus begleitet uns bereits seit knapp zehn Jahren über verschiedene Fremdkapitalfinanzierungen“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Gerbaulet. So ist Robus laut Gerbaulet unter anderem mit einer Minderheit beteiligt an einem 2017 aufgelegten Schuldscheinbeteiligt, den die operative Eterna-Gesellschaft begeben hat.

Quadriga schießt frisches Eigenkapital zu

Für die finanzielle Restrukturierung der Eterna-Holding macht auch der Private-Equity-Investor Quadriga, seit 15 Jahren an den Passauern beteiligt, nun Zugeständnisse. Wie bereits angekündigt verzichten die Gesellschafter auf die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von 32,3 Millionen Euro und stellen zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung. Für die erhöhte Abschlagszahlung an die Anleihegläubiger sowie für die Umlauffinanzierung stellen die Gesellschafter insgesamt 7,5 Millionen Euro im Zuge einer Kapitalerhöhung bereit.

Dabei dürfte auch Robus seinen Anteil leisten: „Der Beitrag der Gesellschafter an der Kapitalerhöhung bemisst sich an ihren jeweiligen Anteilspaketen“, so Gerbaulet. Zum Aktionariat zählen künftig Quadriga und Robus sowie das Eterna-Management um Henning Gerbaulet und CFO Helmut Kandlbinder. Durch die Kapitalspritze der Gesellschafter steigt Eternas Eigenkapitalquote dem Unternehmen zufolge per Ende September auf 18,85 Prozent. Vor der bilanziellen Sanierung lag sie im negativen Bereich. Wie die begleitende Kanzlei Pohlmann Hofmann mitteilte, wurde die Eterna-Holding um mehr als 50 Millionen Euro entschuldet.

Auch die Finanzierer des auf der operativen Ebene angesiedelten Schuldscheins von Eterna haben sich geeinigt. Diese hatten nach einem Covenant-Bruch ein außerordentliches Kündigungsrecht erhalten. Sie haben nun zugestimmt, das eigentlich bis Juni 2023 laufende Papier bis Ende 2025 zu verlängern. Der Hemdenhersteller sieht sich nach eigenen Angaben nun langfristig durchfinanziert.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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