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Investor Relations: Gehalt, Ausbildung, Aufgaben

Was genau macht eigentlich ein Investor-Relations-Manager, welche Skills braucht er für seinen Job und wie stehen eigentlich die Gehaltsaussichten?
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Ad-hoc-Mitteilungen verfassen, Hauptversammlungen arrangieren, und daneben das ganze Tagesgeschäft rund um die interne und externe Kommunikation: Der Job des Investor-Relations-Managers hat viele Facetten.

Investor Relations Manager: Das sind die Aufgaben

Als Investor-Relations-Manager ist man für Investoren und alle anderen Teilnehmer des Kapitalmarktes meist der erste Ansprechpartner im Unternehmen. Gleichzeitig ist man dafür verantwortlich, dass das eigene Unternehmen ein gutes Standing am Kapitalmarkt genießt. Dafür müssen Hauptversammlungen, Analystenkonferenzen und Roadshows einwandfrei ablaufen, und Geschäftsberichte sowie Ad-hoc-Meldungen gut verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden.

Allerdings ist der Investor-Relations-Manger heutzutage nicht mehr nur der Lautsprecher nach außen – er oder sie führt auch den Dialog nach innen, zum Beispiel als Sprachrohr des CFOs. Um diese Aufgaben gut bewältigen zu können, ist es daher in erster Linie wichtig, kommunikationsfähig und -freudig zu sein.

Diese Voraussetzungen braucht man für Investor Relations

Darüber hinaus sollte der IR-Manager über das notwendige Finanz-Knowhow verfügen, da der Bereich Investor Relations – wie auch das Treasury, das Controlling oder die Buchhaltung – in der Regel zum Bereich des CFOs im Unternehmen gehört. IR-Manager müssen zudem die börsenaufsichtsrechtlichen Verpflichtungen, die Wirkungsweisen des Kapitalmarktes und das Unternehmen, für das sie arbeiten, sehr gut kennen.

Gleichzeitig hilft diplomatisches Geschick dabei, um angemessen mit den verschiedenen Zielgruppen kommunizieren zu können – insbesondere in schwierigen Situationen, etwa wenn das Unternehmen schlechte Zahlen bekanntgeben muss oder negative Publicity erfährt.

Zudem sollte man den Investor-Relations-Job nicht als kurzfristige Durchgangsstation verstehen, um Erfahrungen mit dem Kapitalmarkt zu sammeln. Denn die beste IR-Arbeit kann man nur leisten, wenn man das Unternehmen wie seine Westentasche kennt und über mehrere Jahre Vertrauen zu den Investoren und Analysten aufgebaut hat.

Welches Studium für den Investor-Relations-Job?

Doch welche Ausbildung oder welches Studium braucht man als angehender Investor-Relations-Manager? Einen Investor-Relations-Studiengang gibt es nicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass die wenigsten Studienanfänger das Ziel haben, IR-Manager zu werden. Daher findet man in der Investor-Relations-Abteilung eines Unternehmens nicht selten ehemalige Controller, Analysten, BWLer, Juristen, Germanisten und Journalisten. Eine Tendenz bei der Ausbildung gibt es aber schon: Dem Deutschen Investor Relations Verband (DIRK) zufolge stammt mehr als die Hälfte der deutschen IR-Manager aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, ein weiterer großer Teil kommt aus dem Kommunikationsbereich.

Wer sich konkret für einen Job im Bereich Investor Relations interessiert, dem helfen zahlenorientierte Studiengänge und kaufmännische Berufe – es ist aber keine notwendige Voraussetzung für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt. Vielmehr helfen Zusatzausbildungen, um sich auf die Tätigkeit als IR-Manager vorzubereiten. Dazu zählen zum Beispiel der „Certified Investor Relations Officer (CIRO)“, den der Deutsche Investor Relations Verband zusammen mit der Frankfurt School of Finance & Management entwickelt hat, oder der „Certified International Investment Analyst (CIIA)“, der die Weiterbildung zum „Certified European Financial Analyst (CEFA)“ um einen weiteren Themenkomplex ergänzt.

Investor Relations ist Karrieresprungbrett

Doch der Berufseinstieg als IR-Manager ist alles andere als einfach: Bei rund 400 börsennotierten Gesellschaften in Deutschland gibt es nur sehr wenige Juniorpositionen im Bereich Investor Relations.

Wer es aber erst einmal in eine Investor-Relations-Abteilung geschafft hat, auf den wartet ein breites Aufgabenspektrum, das für vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sorgt. IR-Manager könnten IR-Leiter in einem größeren Unternehmen werden, oder auch die Leitung einer operativen Einheit übernehmen. Vereinzelt ist es auch möglich, zum CFO in einem Unternehmen aufzusteigen.

In der Tat gibt einige Beispiele von Investor-Relations-Managern, die heute an der Spitze des Finanzressort stehen: Ingo Arnold stieg zum Beispiel bei dem Telekomkonzern Freenet als Leiter Controlling & Treasury ein, später übernahm er die Leitung der Ressorts Finance und Investor Relations, bevor er schließlich zum CFO des Konzerns berufen wurde. Auch Dominik Asam war zunächst in der Investor-Relations-Abteilung von Infineon tätig, bevor er zum Finanzchef bei Airbus aufstieg.

Das ist das Gehalt in der Investor-Relations-Abteilung

Und gute Investor-Relations-Arbeit lässt sich auch monetär messen, beispielsweise in einem niedrigeren Kupon bei einer Anleiheemission und einer höheren Bewertung der Aktie am Kapitalmarkt.

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Das wiederum zahlt auch auf den Verdienst des Investor-Relations-Managers ein: Wie der FINANCE-Gehaltsreport zeigt, verdienen schon Junior Manager zwischen 40.000 Euro und 60.000 Euro im Jahr. Kommunikatoren mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung kassieren im Schnitt zwischen 60.000 und 90.000 Euro. Die 100.000-Euro-Marke knacken Seniors im Bereich Investor Relations: Sie erreichen in der Spitze sogar Saläre von über 150.000 Euro. Als Leiter Investor Relations kann man schließlich auf ein Gehalt von bis zu 250.000 Euro kommen.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Info

IR-Manager, Controller, Buchhalter & Co.: Einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Berufsbilder im Finanzbereich – einschließlich Ausbildung, Karrierewege und Gehaltsentwicklungen – finden Sie auf unserer Themenseite Jobs in Finance.