Stefan Asenkerschbaumer pumpt Bosch in der Coronakrise mit Liquidität voll und wird deshalb unser CFO des Monats Juli.

Bosch

30.06.20
CFO

Doppelschlag von Bosch-CFO Stefan Asenkerschbaumer

Nachdem er bei Bosch die Digitalisierung angetrieben hat, sammelt er jetzt in der Coronakrise mehrere Milliarden ein und setzt damit gleich zwei Meilensteine. Bosch-Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer ist unser CFO des Monats.

Seit über zehn Jahren ist Stefan Asenkerschbaumer CFO von Bosch. Doch so eine Krise wie jetzt mit dem Coronavirus hat er noch nie erlebt. Der Autozulieferer musste zwischenzeitlich seine Produktion „auf breiter Front“ herunterfahren, die Umsätze sind eingebrochen. Schon im ersten Quartal sank der Umsatz um 7,3 Prozent, das zweite Quartal wird noch viel schlimmer werden. Trotzdem ist Bosch-CFO Asenkerschbaumer unser CFO des Monats

CFO Asenkerschbaumer gelingt Jumbo-Schuldschein

Denn der Finanzchef muss plötzlich auch um das Liquiditätspolster des Stiftungskonzerns kämpfen, obwohl dies Ende 2019 bei enorm hohen 19 Milliarden Euro lag. Um möglichen Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken, pumpte Asenkerschbaumer Boschs Kassen schon frühzeitig mit Cash voll.

Dabei gehörte der CFO nicht nur zu den Eisbrechern am Schuldscheinmarkt. Mit seinem Schuldschein setzt er sogar gleich zwei Meilensteine. Der in diesem Monat platzierte 2 Milliarden Euro schwere Schuldschein dürfte nicht nur der größte seit Ausbruch der Coronakrise in Europa sein, sondern ist auch der größte in der Unternehmensgeschichte, wie Bosch der FINANCE-Schwesterpublikation DerTreasurer mitteilte. 2017 hatten die Stuttgarter ein Papier über 1,5 Milliarden Euro begeben.

Asenkerschbaumer und seinem Treasury gelang es, dass das ursprünglich angedachte Schuldscheinvolumen von 500 Millionen Euro fünffach überzeichnet wurde. Und diese enorme Summe ließen die Schwaben nicht auf der Straße liegen. Die Emission umfasst laut Bosch Tranchen mit fixer und variabler Verzinsung, die sich über Laufzeiten von zwei bis 20 Jahren erstrecken.

FINANCE-Köpfe

Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer,

1987 steigt Asenkerschbaumer als Trainee bei Bosch ein. 1990 wird er zum Abteilungsleiter für Auftrags- und Lieferplanung ernannt, zwei Jahre darauf übernimmt er die Leitung der Abteilung Geschäftsbereichscontrolling. Von 1995 bis 1998 fungiert Asenkerschbaumer zunächst als kaufmännischer Werksleiter und als Werksleiter des Bosch-Standorts in Cardiff (Wales). Anschließend wird er Geschäftsleiter für kaufmännische Aufgaben und außerdem Arbeitsdirektor im Geschäftsbereich Mobile Communications/Car Multimedia.

Ab dem Jahr 2002 leitet Asenkerschbaumer die Zentralabteilung Controlling, Planung und M&A, bevor er im Jahr 2006 Vorsitzender des Bereichsvorstands für Starter und Generatoren wird. Seit 2010 ist Asenkerschbaumer Mitglied der Geschäftsführung und CFO der Robert Bosch GmbH.

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Mit der Mega-Transaktion kann Bosch seinen Konkurrenten Schaeffler weit übertreffen. Die Franken hatten zu Beginn der Krise einen grünen Schuldschein in Höhe von 350 Millionen Euro platziert – ebenfalls ein Debüt. Sowohl Schaeffler als auch Bosch mussten für ihre neuen Schuldscheine allerdings tiefer in die Tasche greifen, als sie das vor Corona hätten tun müssen: Corona treibt das Preisniveau am Schuldscheinmarkt nach oben.

CFO Asenkerschbaumer ist seit Ewigkeiten bei Bosch

Schon vor dem Mega-Schuldschein hatte Asenkerschbaumer Bosch Anfang April eine Kreditlinie über 3 Milliarden Euro gesichert. Damit dürfte die Finanzierung jetzt auch bei einem längeren Anhalten der Coronakrise wetterfest sein.

Für ein vorsichtiges Stiftungsunternehmen wie Bosch ist dies die „conditio sine qua non“, die absolute Kernaufgabe der Finanzabteilung. Der 64-Jährige Finanzchef weiß das wie kein anderer, schließlich ist er schon seit 1987 bei Bosch. Vom Trainee arbeitete er sich bis zum CFO hoch, seit 2010 hat er dieses Amt inne. Auf dem Weg dorthin durchlief er sechs Positionen, unter anderem als Abteilungsleiter für Auftrags- und Lieferplanung, als Leiter einer Abteilung im Controlling und zuletzt als Bereichsvorstand für Starter und Generatoren.

Seit einigen Jahren treibt er auch die Digitalisierung im Unternehmen voran. Ende 2019 betonte der CFO gegenüber dem FINANCE-Magazin, welche Bedeutung die Digitalisierung des Finanzbereichs für ihn habe und dass die Stuttgarter bis dato fünf Jahre lang jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag dafür ausgegeben hätten. Damit erzielte der Konzern Effizienzgewinne, die die Prozesskosten im Finanzbereich um 30 Prozent kappten. „Und diese Einsparungen steigen, je weiter wir mit der Digitalisierung vorankommen“, prognostizierte der CFO.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

Mehr über die bisherige Karriere von Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer erfahren Sie auf seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.

Eine Übersicht über alle bisherigen CFOs des Monats gibt es auf der dazu gehörigen FINANCE-Themenseite CFO des Monats.