Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite CFO FINANCE Magazin Lanxess, Green Finance und eine Shortseller-Attacke

Lanxess, Green Finance und eine Shortseller-Attacke

CFO Michael Pontzen ist bei Lanxess zum Dealmaker geworden.
CFO Michael Pontzen ist bei Lanxess zum Dealmaker geworden. Foto: Daniel Schumann

Kein Exzess bei Lanxess. Das ist frei übersetzt die Managementdevise beim Thema M&A. Aber M&A-Deals im großen Stil hat die ehemalige Bayer-Tochter in den vergangenen Monaten trotzdem eingefädelt. Für den Kauf von Emerald Kalama nahmen die Kölner 1,1 Milliarden US-Dollar in die Hand, für den Kauf von IFF Microbial Control sogar 1,3 Milliarden US-Dollar. Das Closing ist für das 2. Quartal 2022 in Aussicht gestellt.

Grund genug für uns, CFO Michael Pontzen zu treffen und über die M&A-Agenda des Konzerns zu sprechen. Auch wenn uns die Bahn bei dem Kurztrip in die Deutzer Zentrale des Konzerns einen Strich durch die Rechnung machte, blieb noch genug Zeit, um intensiv mit der rechten Hand von Lanxess-CEO Matthias Zachert zu sprechen. Der Blick ging nicht nur nach vorne, sondern auch zurück in die Zeiten der Finanzkrise. Aus dieser hat der Konzern bis heute seine Lehren gezogen, wie Pontzen uns berichtete.

Auch diese Learnings führten dazu, dass die Coronakrise die Kölner im März 2020 nicht erschüttern konnte. „Lanxess war finanziell sehr gut aufgestellt“, sagte Pontzen im Gespräch. Ein Grund: Lanxess hatte Ende 2018 seinen Anteil am Kautschuk-Joint-Venture Arlanxeo an den Partner Saudi Aramco veräußert. „Dadurch flossen 1,4 Milliarden Euro in unsere Kasse“, freut sich der CFO. Was noch zu tun ist – speziell hinsichtlich der Profitabilität im Vergleich zum Wettbewerb –, erklärt Pontzen im Gespräch, das Sie heute schon im E-Paper lesen können.

Die große Green-Finance-Zwischenbilanz

An anderer Stelle im neuen Magazin blieb uns Lanxess allerdings eine Frage offen: beim Thema nachhaltige Finanzierungen. Wir haben eine große Green-Finance-Zwischenbilanz erstellt und Konzerne gefragt, ob sie bei ESG-Linked Loans, Green Bonds und grünen Schuldscheinen ihre Ziele erreicht haben. Eine spannende Übersicht, die so noch nirgends gemacht wurde.

Was bringen die nachhaltigen Finanzierungen überhaupt? Die Frage stellt sich auch deshalb, weil grüne Finanzinstrumente nach wie vor aus dem Boden sprießen. Schon mehr als die Hälfte der Dax-Unternehmen hat welche im Einsatz. Unser Zwischenfazit: Green Finance muss noch ambitionierter werden, wenn es nicht nur als schönes Etikett wahrgenommen werden will. Und: Die Reputationsrisiken wachsen, denn die Instrumente werden inzwischen kritischer auf Greenwashing geprüft.

Beilage Structured FINANCE

Green Finance ist auch eines der Kernthemen der kommenden Structured FINANCE. Sollten Sie noch nicht angemeldet sein, dann holen Sie das schnell nach! Es gibt noch wenige Tickets für die Veranstaltung in Stuttgart, aber auch die virtuelle Teilnahme ist beim diesjährigen Hybridevent möglich.

Einen guten Überblick über die Inhalte gibt jetzt schon die Beilage Structured FINANCE, die dem neuen Magazin beiliegt. Zahlreiche Gastbeiträge geben Tipps, wie man moderne Finanzierungsinstrumente – digital und grün – einsetzt. Anleihen, Schuldscheine und Kredite, alles ist dabei. Das macht Sinn, denn die Herausforderungen sind mannigfaltig: hohe Materialpreise, Lieferkettenprobleme und, und, und …

Die Folgen der Supply-Chain-Probleme kommen bereits in der Restrukturierungsabteilungen der Banken an, wie unsere Analyse zum Restrukturierungsbarometer zeigt. Sie sind aber auch Thema der neuesten Ausgabe unserer Makrokolumne „Big Picture“. „Die rein logistischen Probleme in den Lieferketten könnten schon in der ersten Jahreshälfte 2022 beendet sein“, glaubt ING-Ökonom Carsten Brzeski. „Der Nachschub bei Mikrochips wird aufgrund mangelnder Produktionskapazitäten allerdings eher bis Ende 2022 benötigen, um wieder auf einer Höhe mit der Nachfrage zu sein.“ Deshalb mahnt Brzeski Finanzchefs zu mehr Geduld.

Ein Deep Dive in den Fall Adler

Nachsicht ist bei Immobilien schon überstrapaziert, speziell wenn es um bezahlbaren Wohnraum in Großstädten geht. Die Kommunen haben ihr Tafelsilber in den 2000er Jahren an Finanzinvestoren losgeschlagen. Zum größten Wohnungskonzern in Deutschland aufgestiegen ist Vonovia. Die Bochumer verleiben sich gerade den ehemaligen Dax-Konzern Deutsche Wohnen ein. Im Portrait zeichnen wir nach, wie aus der finanziell einst angeschlagenen Deutschen Annington Deutschlands mächtigster Immobilienkonzern werden konnte.

Dennoch ist die jüngste Shortseller-Attacke auf den Branchennachbarn Adler Group auch an Vonovia nicht spurlos vorbeigegangen, zeitweise gerieten deren Bondkurse unter Druck. Hintergrund: Adler ist im vergangenen Jahr aus einer ziemlich undurchsichtigem Fusion hervorgegangen. Seither drücken hohe Schulden und Verluste den Konzern.

Die komplexen Strukturen machen die Immobiliengesellschaft zu einem perfekten Ziel für Shortseller wie Fraser Perring, der dem Berlin-Luxemburger Unternehmen mit einem geharnischten Report auf den Leib rückte. Was ist dran an den Vorwürfen? Wir haben uns Perrings Vorwürfe und Adlers Schwachpunkte in der neuen Ausgabe genauer angeschaut und mit Branchenexperten und Insidern darüber gesprochen. Seien Sie gespannt.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Info

+ posts

Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

Unternehmen