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E.on saugt sich am Green-Bond-Markt voll

E.on ist ein emsiger Emittent am Green-Bond-Markt. Jetzt hat der Versorger eine grüne Anleihe platziert. Foto: Achim Wagner - stock.adobe.com
E.on ist ein emsiger Emittent am Green-Bond-Markt. Jetzt hat der Versorger eine grüne Anleihe platziert. Foto: Achim Wagner - stock.adobe.com

Der Energieversorger E.on hat erneut den Markt für Green Bonds angezapft. Wie die Essener mitteilen, haben sie zwei Anleihetranchen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro platziert.

Rund 800 Millionen Euro an Fremdmitteln nimmt E.on in Form einer grünen Anleihe auf. Diese läuft bis 2034 sehr lang und trägt einen Kupon von 0,875 Prozent. Der Erlös aus der Green-Finance-Transaktion dient „zur Finanzierung und/oder Refinanzierung berechtigter grüner Projekte gemäß Definition im Green Bond Framework von E.on“, wie es heißt.

E.on platziert Benchmark-Anleihe

Zweiter Baustein der Finanzierungstransaktion ist eine reguläre – also nicht grüne – Benchmark-Anleihe über 500 Millionen Euro, die „allgemeinen Unternehmenszwecken“ dienen soll. Das Papier läuft bis Januar 2026 und ist mit 0,125 Prozent verzinst. Als aktive Bookrunner der Transaktionen fungierten Barclays, BNP Paribas, Citigroup und Deutsche Bank.

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Wie bei Investmentgrade-Emittenten üblich, lag das Orderbuch mit 4,2 Milliarden Euro deutlich über dem letztlich erzielten Betrag. E.on zufolge hat der Versorger „einen großen Teil des Refinanzierungsbedarfs für 2022 bereits zu Jahresbeginn und mit attraktiven Kupons sichern“ können. In der zweiten Hälfte dieses Jahres werden Anleihen im Volumen von 2,7 Milliarden Euro zur Rückzahlung fällig.

E.on-CFO Marc Spieker setzt auf Bonds

Anleihen sind der zentrale Baustein der Finanzierungsstrategie des Unternehmens. Laut den aktuellsten verfügbaren Zahlen vom Dezember 2020 machten Bonds knapp 27 Milliarden der fast 30,7 Milliarden Euro an Fremdverschuldung von E.on zu jenem Zeitpunkt aus. Ein Großteil davon ist in Euro, aber auch Anleihen in Britischen Pfund, US-Dollar und im kleinen Rahmen in Japanischen Yen zählen zum Finanzierungsmix.

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Dr. Marc Spieker, E.on SE

Dr. Marc Spieker

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E.on SE

E.on strebt ein jährliches Anleihe-Emissionsvolumen zwischen 2 und 4 Milliarden Euro an, wie es in einer Investorenpräsentation heißt. Dabei zielt CFO Marc Spieker auf Laufzeiten zwischen drei und zwölf Jahren ab, über 50 Prozent der Anleihen sollen in Zukunft zudem als grün deklariert werden. Um Platzierungen zu beschleunigen, verfügt E.on über ein Debt-Issuance-Programm im Rahmen von 35 Milliarden Euro, das von der Deutschen Bank arrangiert wird.

Green Finance Framework erfüllt Taxonomie

E.on gilt zudem als größter deutscher privatwirtschaftlicher Emittent von Green Bonds. Im März vergangenen Jahres haben die Essener laut eigener Aussage als erstes Unternehmen in Europa ein Green Bond Framework vorgestellt, das die Kriterien der zu diesem Zeitpunkt aktuellen Fassung der EU-Taxonomie „vollumfänglich erfüllt“.

Im April 2021 hatte E.on schließlich eine grüne Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro emittiert, die eine Laufzeit bis Oktober 2032 hat. Die ersten Green Bonds hatte E.on vor rund zwei Jahren platziert und damit eine enorme Zinsersparnis erzielt. Unternehmensangaben zufolge erfüllen etwa 90 Prozent der bis 2026 geplanten 27 Milliarden Euro an Investments die Taxonomie-Vorgaben.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.