Der Telekomkonzern Freenet hat einen neuen Schuldschein platziert.

Freenet

03.08.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Freenet, Zalando, Traton

Freenet zapft den Schuldscheinmarkt an, Zalando begibt einen milliardenschweren Wandler und Traton schließt den ersten Konsortialkredit ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Freenet platziert Schuldschein

Freenet hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 345 Millionen Euro begeben. Wie der Telekomkonzern mitteilt, ist die Finanzierung in drei Tranchen unterteilt. Die erste Tranche über 166,5 Millionen Euro wird mit 1,5 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Die zweite mit 1,7 Prozent verzinste Tranche mit einem Volumen von 168,5 Millionen Euro läuft über fünf Jahre. Die Tranche mit der längsten Laufzeit von sechs Jahren verfügt über ein Volumen von 10 Millionen Euro und einen Zinskupon von 1,9 Prozent. Die Marge enthält zudem einen Step-Down-Mechanismus, der ans Leverage geknüpft ist. Freenet rechnet im Verlauf mit einer Reduzierung um 0,3 Prozentpunkte.

Als Joint Lead Manager der Transaktion fungierten BayernLB, NordLB, LBBW und Unicredit. Die Platzierung soll der Refinanzierung bestehender Schuldscheine dienen. Freenet-CFO Ingo Arnold hatte im Mai die Dividende zusammengestrichen, um für Schuldscheinfälligkeiten gerüstet zu sein. 

Zalando begibt Wandelanleihen

Der Online-Modehändler Zalando hat den Markt für Convertible Bonds angezapft und 1 Milliarde Euro eingesammelt. Die Emission teilt sich in zwei Tranchen von je 500 Millionen Euro. Die Erste läuft über fünf Jahre und wird mit 0,05 Prozent verzinst. Da der Bond über par platziert wurde, ergibt sich eine Bruttorendite von minus 0,125 Prozent. Die zweite Tranche hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 0,625 Prozent verzinst.

Zalando will den Erlös der Emission für „das weitere kontinuierliche Wachstum der Gesellschaft, potenzielle strategische Chancen und für allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden. Die Transaktion wurde von JP Morgan und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators, sowie BNP Paribas und Unicredit als Joint Bookrunners begleitet.

Traton schließt ESG-linked Loan ab

Traton ist am Green-Finance-Markt aktiv und nabelt sich weiter von VW ab: Der LKW-Hersteller hat erstmals einen eigenständigen Konsortialkredit abgeschlossen und diesen mit einer Nachhaltigkeitskomponente versehen. Der ESG-linked Loan hat ein Volumen von 3,75 Milliarden Euro und läuft über drei Jahre, teilte Traton vergangenen Mittwoch mit. Der Kredit kann zudem zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Die Marge des Kredits ist an das ESG-Rating Tratons gekoppelt. Das Unternehmen kann das Rating jedoch auch noch durch individuell vereinbarte Nachhaltigkeitskennzahlen ersetzen. Als Arrangeure und Koordinatoren der Transaktion waren unter anderem Bank of America, Crédit Agricole CIB, Mizuho und SEB tätig. Insgesamt bestand das Konsortium aus 21 Banken. 

SAP plant Qualtrics-IPO

SAP beabsichtigt, den Softwarehersteller Qualtrics in den USA an die Börse zu bringen. Die Walldorfer hatten das US-Unternehmen vor rund eineinhalb Jahren im bislang größten M&A-Deal der Firmengeschichte übernommen. SAP bleibt auch künftig Mehrheitsaktionär von Qualtrics, es bestehe „keine Absicht, diese Mehrheitsbeteiligung auszugliedern oder anderweitig zu veräußern“, teilt der Dax-Konzern vergangene Woche mit.

Die finale Entscheidung über den Börsengang sowie seine Bedingungen und den Zeitplan ist abhängig vom Marktumfeld und steht noch aus. SAP will den IPO-Erlös für weitere Zukäufe nutzen, kündigte CFO Luka Mucic der Nachrichtenagentur Reuters zufolge an. 

Weitere Meldungen

Der österreichische Ölkonzern OMV will eine neue unbefristete, nachrangige Hybridanleihe mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro begeben. Die Emission soll in einer oder mehreren Tranchen erfolgen und könnte innerhalb der nächsten zwölf Monate durchgeführt werden, wie OMV mitteilt. Eine Entscheidung über die endgültige Platzierung des Bonds hänge unter anderem von den Preis- und Marktbedingungen, einer Einigung mit den Investmentbanken über die Vertragsdokumente sowie von internen Entscheidungen und Genehmigungen ab. Mit den Erlösen aus der Hybridanleihe will OMV den Kauf des Petrochemiekonzerns Borealis finanzieren. Die Österreicher wollen zusätzliche 39 Prozent der Anteile an Borealis übernehmen.

Das Immobilienunternehmen Ado Properties hat einen fünfjährigen Bond über 400 Millionen Euro platziert. Der Kupon liegt bei 3,25 Prozent. Mit dem Erlös will das Unternehmen bestehende kurzfristige Schulden refinanzieren. JP Morgan war alleiniger globaler Koordinator der Transaktion. Barclays, Deutsche Bank und JP Morgan waren als Joint Bookrunner mandatiert, sowie Natixis und Santander als Co-Manager.

ThyssenKrupp hat den Verkauf seiner Aufzugssparte an die Finanzinvestoren Advent und Cinven abgewickelt. Durch das Geld, das der Deal in die Kassen spült, ist der Konzern nicht mehr auf Geld der Förderbank KfW angewiesen. Eine Linie über 1 Milliarde Euro sei nicht abgerufen worden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Vorstandschefin Martina Merz. 

Das Softwareunternehmen Quantilope hat sich in einer Series-B-Finanzierungsrunde 28 Millionen Dollar (rund 23,9 Millionen Euro) gesichert. Die Runde des Hamburger Start-ups wurde von dem Finanzinvestor Digital+ Partners angeführt. Zudem beteiligte sich neben den bestehenden Investoren Dawn Capital, Senovo und Surplus auch die Silicon Valley Bank an der Finanzierung. Mit den frischen Mitteln will Quantilope seine internationale Wachstumsstrategie weiter stärken sowie seine Technologieplattform ausbauen. Rechtlich wurden die Hamburger bei der Transaktion von der Kanzlei Hogan Lovells (Federführung: Nikolas Zirngibl) beraten.

Der Luftfrachtvermittler Cargo One hat frisches Geld erhalten. In einer Series-A-Finanzierungsrunde sammelt die Lufthansa-Beteiligung 18,6 Millionen Dollar (rund 16 Millionen Euro) ein. Hauptinvestor Index Ventures hat die erste Wachstumsrunde des Berliner Logistik-Start-ups angeführt. Ebenfalls beteiligt waren die bestehenden Geldgeber Lufthansa Cargo und Point Nine Capital. Mit den Erlösen will Cargo One das Geschäft in Nordamerika und Ostasien ausbauen.

Das E-Commerce-Unternehmen Intershop Communications hat die Ausgabe einer Optionsanleihe mit einem Nennbetrag von rund 3,1 Millionen Euro beschlossen. Der Bond beinhaltet demnach eine Kombination aus einer Anleihe und Optionsscheinen zum Bezug von Aktien des Unternehmens. Die Laufzeit der Optionsanleihe beträgt fünf Jahre und der Zinskupon liegt bei 3 Prozent. Der Optionspreis je Aktie beträgt 2,19 Euro. Wie Intershop mitteilt, ist die Anleihe bei den Investoren Shareholder Value Beteiligungen und Axxion vollständig platziert worden. Den Erlös will das E-Commerce-Unternehmen für den weiteren Ausbau des Cloud-Geschäfts verwenden.

Das Medienunternehmen Sporttotal hat eine Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro abgeschlossen. Im Rahmen der Transaktion wurden insgesamt rund 2,2 Millionen neue Aktien von Aktionären und Investoren zum Preis von 1,10 Euro je Aktie erworben. Den Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung will Sporttotal zur Finanzierung eigener Kameraproduktionen sowie des Working Capitals der Unternehmensgruppe verwenden.

Ratingmeldungen

Creditreform Rating hat das Rating für den FC Schalke 04 von BB- auf B+ mit negativem Ausblick herabgestuft. Als Begründung führt die Agentur Beeinträchtigungen der operativen Geschäftstätigkeit des Bundesligaklubs im Zuge der Corona-Pandemie an. Der Fußballklub hat zudem in der vergangenen Woche mitgeteilt die Zusage für eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten zu haben. Weitere Details zu der Vereinbarung nennt der Verein nicht.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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