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Eight Advisory holt KPMG-Berater für neues Büro in Köln

Für den vierten Standort in Deutschland hat sich die Corporate-Finance-Beratung Eight Advisory die Rheinmetropole Köln ausgesucht. Foto: Denis - stock.adobe.com
Für den vierten Standort in Deutschland hat sich die Corporate-Finance-Beratung Eight Advisory die Rheinmetropole Köln ausgesucht. Foto: Denis - stock.adobe.com

Eight Advisory hat einen neuen Standort: Wie FINANCE vorab erfahren hat, hat die auf die Bereiche Transaction, Transformation und Restrukturierung spezialisierte Consulting-Firma ein neues Büro in Köln eröffnet. Mit diesem Schritt will Eight Advisory räumlich näher an die Kunden – vom Mittelständler bis zum Dax-Konzern – in Nordrhein-Westfalen heranrücken. Für die Beratung ist es der vierte deutsche Standort, hierzulande unterhält das Haus mit französischen Wurzeln noch Büros in Frankfurt, München und Hamburg.

Leiten wird das neue Kölner Büro Curt-Oliver Luchtenberg, den Eight Advisory von KPMG abgeworben hat. Bei dem Big-Four-Haus leitete der 50-Jährige ebenfalls den Kölner Standort und war im Deal Advisory für den Bereich Industrial Manufacturing verantwortlich. Vor seiner Zeit bei KPMG war der Berater unter anderem bei EY und Roland Berger tätig.

KPMG musste bereits M&A-Berater ziehen lassen

Luchtenberg bringt laut Eight Advisory mehr als 20 Jahre Expertise in den Bereichen Transaction und Transformation mit und hat unter anderem Spin-offs, Carve-outs, Post-Merger-Integrationsprojekte sowie Strategieprojekte für Portfoliounternehmen von Private-Equity-Investoren, aber auch für Unternehmenskunden wie Siemens Energy, E.on, Lanxess, Heidelbergcement und die Deutsche Bahn begleitet.

Die Lücke, die Luchtenberg bei KPMG hinterlässt, hat das Big-Four-Haus nach FINANCE-Informationen bereits intern geregelt. Wie FINANCE erfahren hat, übernimmt die Leitung des Industrial-Manufacturing-Sektors ein Kollege aus dem Deal Advisory, während der Kölner Standort künftig von einem Kollegen aus dem Düsseldorfer Büro geleitet wird.

Für KPMG ist der Weggang von Luchtenberg ein weiterer in relativ kurzer Zeit: Erst Ende Januar musste das Big-Four-Haus drei Abgänge im M&A-Team verkraften. Anfang Dezember wechselte außerdem der Partner Jürgen Schlangenotto zu der neuen M&A-Boutique Peryton.

Wechselt von KPMG zu Eight Advisory: Curt-Oliver Luchtenberg. Foto: Eight Advisory

Luchtenberg soll CFOs bei Transformation beraten

Konkret soll sich Luchtenberg bei Eight Advisory um den Bereich Transformation kümmern. „In dieser Einheit bündeln wir Beratungsleistungen rund um strategische und operative Transaktions- und Transformationsherausforderungen. Dazu zählen wir zum Beispiel die Beratung von Unternehmen bei der Evaluierung des eigenen Portfolios, bei Carve-outs sowie bei Integrationen“, erläutert Michael Wahl, Deutschlandchef von Eight Advisory. Daneben ist auch die Einheit „CFO-Services“ im Bereich Transformation verortet. Hier bündelt Eight Advisory Beratungsleistungen für Finanzchefs und die Finanzabteilung. Klassische Themen betreffen etwa die Aufstellung des Finanz-Reportings.

Neben dem Kernthema Transformation hat Eight Advisory mit der Transaktions- und der Restrukturierungsberatung zwei weitere Standbeine. Alle drei Bereiche sind bei Eight Advisory gleichberechtigt: „Wir können und wollen alle unsere Bereiche intensiv bespielen“, kündigt Wahl an. Außerdem gebe es Synergien zwischen den drei Einheiten, die die Beratung auch ausnutzt. Einen konkreten Branchenfokus hat Eight Advisory nicht.

„Unsere Zusammenarbeit würde ich als ‚intuitiv‘ beschreiben: Wenn etwa ein Restrukturierungsberater eine Anfrage erhält, erkennt er schnell, ob er die Expertise von weiteren Kollegen aus anderen Einheiten benötigt – und kann sich diese dann auch unkompliziert einholen“, so Wahl. Für ihn sind die Themen Transaktion, Transformation und Restrukturierung eng miteinander verzahnt: So kann ein Restrukturierungsmandat auch Transaktionsexpertise erfordern, wenn der Verkauf einer notleidenden Einheit ansteht. Die Zusammenarbeit funktioniere zudem nicht nur interdisziplinär, sondern auch länderübergreifend. Eight Advisory hat weitere Standorte in Frankreich, Belgien, Großbritannien, in den Niederlanden sowie in der Schweiz.

Seit 2018 Deutschlandchef von Eight Advisory: Michael Wahl. Foto: Eight Advisory

Transformation-Einheit soll auf bis zu 40 Mitarbeiter wachsen

Diese Möglichkeit der engen Zusammenarbeit hat auch Luchtenberg zu seinem Wechsel bewogen. „Bei Eight Advisory gibt es kein Silodenken. Ich kann hier sehr frei und unbürokratisch arbeiten. Das macht die Arbeit schneller und ermöglicht kreativere Lösungen“, sagt der Transformationsexperte. Und auch der Standort habe dem „überzeugten Kölner“ zugesagt. Neben der Leitung des Kölner Büros soll Luchtenberg zudem dabei unterstützen, die Beratung von Großkonzernen und Mittelständlern im deutschen Markt weiter zu intensivieren.

Für diese Ziele steht ihm aktuell ein sechsköpfiges Team zur Verfügung, das 2022 weiteren Zuwachs kriegen soll. Auch für die Zukunft hat Eight Advisory große Pläne: Das Transformations-Team soll laut Luchtenberg „in den nächsten fünf Jahren“ 30 bis 40 Mitarbeiter zählen. Insgesamt sind bei der Beratung über alle Bereiche hinweg in Deutschland derzeit 35 Mitarbeiter eingestellt, in der DACH-Region sind es 45. Europaweit zählt das Beratungshaus nach eigenen Angaben rund 600 Professionals.

Eight Advisory sieht weiteres Wachstum bei Transformation und M&A

Auch bereichsübergreifend soll die Mitarbeiterzahl von Eight Advisory in Deutschland in den nächsten fünf Jahren steigen: „Unsere Zielgröße liegt bei 120 bis 130 Mitarbeitern“, kündigt Wahl an. Das stärkste Wachstum erwartet der Deutschlandchef dabei in der Transformations- sowie in der Transaktionsberatung. Bereits im vergangenen Jahr hat Eight Advisory 10 Berater eingestellt, darunter Hans Wamsteker für den Bereich Transformation & Transaction Tech sowie Johannes Steinel für die Restrukturierungspraxis.

Mit Blick auf die Standorte sieht sich Eight Advisory nun gut aufgestellt. „Aktuell ist kein weiterer Standort in der Planung“, stellt Wahl klar. Sollte das Thema regionale Expansion in der Zukunft allerdings wieder auftauchen, seien die Standorte Berlin und Stuttgart „attraktiv“.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Private-Equity- und M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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