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Restrukturierungsnews: Flughafen Düsseldorf, Steag, Alno

Weniger Personal, gesenkte Strukturkosten: Der Düsseldorfer Flughafen hat die Restrukturierung abgeschlossen. Foto: Andreas Wiese, Flughafen Düsseldorf

Flughafen Düsseldorf schließt Restrukturierung ab

Der Düsseldorfer Flughafen hat seine Restrukturierung nach eigener Einschätzung erfolgreich abgeschlossen. „Wir gehen davon aus, dass der Flughafen Düsseldorf die geplante Ergebnisverbesserung in Höhe von rund 50 Millionen Euro um mehr als zehn Prozent übererfüllen wird“, sagte Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung. Bis Ende 2022 sollen alle vorgesehenen Maßnahmen im Ergebnis realisiert sein.

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Lars Mosdorf ist seit 2019 CFO des Düsseldorfer Flughafens.

„Wir hatten eine Cash-Burn-Rate von 30 Millionen Euro“ (FINANCE+)

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Die Coronakrise hat den Flughafen Düsseldorf schwer getroffen. CFO Lars Mosdorf erklärt, wie er auf die Krise reagierte und dem Flughafen ein neues Finanzierungspaket sicherte.

Im Rahmen der Neuausrichtung hat der Airport unter anderem eine neue Entgeltordnung vereinbart und Strukturkosten über planerisch 12 Millionen Euro eingespart. Die Personalkosten sind gesunken, nachdem 330 Mitarbeiter das Unternehmen über sogenannte Freiwilligenprogramme verlassen haben. Der Flughafen war durch die Coronakrise schwer getroffen worden.

CTO Ralf Schmitz übernimmt Finanzen bei Steag

Der als Chief Transformation Officer an Bord gekommene Ralf Schmitz hat bei der Stadtwerkegesellschaft Steag auch die Verantwortung für die Finanzabteilung übernommen. CFO Heiko Sanders scheidet dem Unternehmen zufolge „auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen aus“, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Es habe große inhaltliche Überschneidungen zwischen den Verantwortungsbereichen des Finanzchefs und des im August bestellten CTO gegeben, hieß es zur Begründung. Interimsmanager Schmitz war zuletzt etwa bei der Restrukturierung von Borgers im Einsatz. 

Der Stromerzeuger, hinter dem die Holding KSBG steht, war durch den Ausstieg aus der Kohleenergie unter Druck geraten. Die Anteile der KSBG liegen bei sechs Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet. Die Refinanzierung der Steag und der Muttergesellschaft KSBG ist einer Unternehmensmitteilung von Mitte September zufolge „fast abgeschlossen“. Den Restrukturierungs- und Refinanzierungsprozess der zurückliegenden Monate hat die Unternehmensberatung Alix Partners begleitet, währenddessen war Karsten König als CTO Teil der Geschäftsführung. Die Kanzlei Iuslake hat AlixPartners rechtlich beraten.

Alno scheidet aus dem Markt aus

Nach der erneuten Insolvenz in diesem Jahr stellt der Küchenbauer Alno nun Ende September den Betrieb ein. Die 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schwestergesellschaften Neue Alno und BBT Bodensee Bauteile wechseln in eine Transfergesellschaft. Die Neue Alno und BBT Bodensee Bauteile gingen 2017 aus der Insolvenzmasse der ehemaligen Alno AG hervor.

Für Alno kommt das Aus. Foto: Alno/Volker Waldorf

Für die Weiterführung des Betriebs hatte sich kein Investor gefunden. Alno hatte sich in Eigenverwaltung sanieren wollen. Vorläufiger Sachwalter war Holger Leichtle (Görg). Christoph Enkler (Brinkmann & Partner) berät die Geschäftsführung im Rahmen der Eigenverwaltung. Die Vorgängergesellschaft des Küchenproduzenten hatte bereits 2017 eine Insolvenz durchlaufen und war anschließend vom Finanzinvestor River Rock übernommen worden. Die Betriebsgrundstücke in Pfullendorf sowie die Markenrechte gehen für einen nicht genannten Preis an ein Unternehmen der Vierhaus-Group.

Robus steigt bei Eterna ein

Der Hemdenhersteller Eterna kann sein StaRUG-Verfahren umsetzen. Die betroffenen Gläubiger haben dem Restrukturierungsplan einstimmig zugestimmt, anschließend muss dieser noch gerichtlich bestätigt werden. Matthias Hofmann (Pohlmann Hofmann) war als Restrukturierungsbeauftragter eingesetzt. Das Verfahren wurde öffentlich bekannt, weil die Restrukturierung einer Anleihe betroffen war, dadurch wurde es ad-hoc-pflichtig. Hofmann zufolge wird das Verfahren für Eterna zu einer Entschuldung der Holding um mehr als 50 Millionen Euro führen.

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Neustart für Eterna

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Nach monatelangen Verhandlungen haben Eternas Gläubiger den Weg für eine Restrukturierung nach dem StaRUG-Verfahren freigemacht. Dabei gibt es einige Überraschungen.

Die Gläubiger der 25 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe der Eterna Holding erhalten eine Abfindungsquote, die gegenüber dem ursprünglichen Plan noch einmal von 10 auf 12,5 Prozent erhöht wurde. Die zusätzlichen Mittel kommen vom Co-Investor Robus Capital Management, der unter anderem bereits in Hallhuber investierte. Robus wurde von Eterna-Großaktionär Quadriga als „strategischer Partner“ an Bord geholt. Wie hoch die Beteiligung von Robus genau ist und wie die finanziellen Details aussehen, ist nicht bekannt. Robus ist unter anderem in den 2017 aufgelegten Schuldschein der operativen Eterna-Gesellschaft investiert. Die Schuldschein-Gläubiger haben Eterna ihre Zustimmung zu einer Verlängerung der Laufzeit von Mitte 2023 bis Ende 2025 gegeben.

Die Eterna-Gesellschafter um Investor Quadriga verzichten auf die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens über 32,3 Millionen Euro und stellen im Zuge einer Kapitalerhöhung zudem insgesamt 7,5 Millionen Euro bereit. Die Münchner Beratungsgesellschaft One Square Advisors hat Eterna im StaRUG-Verfahren als Financial Advisor begleitet. Juristisch waren Hogan Lovells, K&L Gates und Heuking tätig.

Weitere Insolvenz- und Sanierungsverfahren

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) hat offenbar Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des insolventen Autozulieferers A-Kaiser im Landkreis Passau gestellt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der „Passauer Neuen Presse“, es gebe einen Anfangsverdacht, dass Gelder aus dem WSF nicht vereinbarungsgemäß verwendet worden seien. A-Kaiser hatte im Januar dieses Jahres 12,5 Millionen Euro an WSF-Mitteln erhalten. Rund ein halbes Jahr später rutschte das Unternehmen jedoch in die Insolvenz.

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Restrukturierung

Sparprogramme, Verlagerungen, Bilanzsanierung: Kaum ein Unternehmen kommt über die Jahre ohne eine Restrukturierung aus. Für Sanierungsberater ist das ein gutes Geschäft.

Der Karton- und Verpackungshersteller Baden Board hat Insolvenzantrag gestellt, vorläufiger Verwalter ist Marc Schmidt-Thieme (Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme). Zuvor war ein Verkauf des Unternehmens gescheitert. Laut Schmidt-Thieme sei der Käufer „trotz Erfüllung aller vertraglichen Vollzugsbedingungen“ dann doch „völlig überraschend“ vom Kaufvertrag zurückgetreten. Der Käufer war im Rahmen eines umfassenden M&A-Prozesses im Frühjahr 2021 gefunden worden und wollte die nachhaltige Finanzierung des Geschäftsbetriebs sichern. Der Geschäftsbetrieb des 280 Mitarbeiter umfassenden Unternehmens läuft weiter. Erst im vergangenen Jahr war Baden Board über ein Schutzschirmverfahren restrukturiert worden. Derzeit belasten Schmidt-Thieme zufolge auch die stark gestiegenen Gaspreise die Produktion.

Das Amtsgericht Gera hat die vorläufige Insolvenz über den Huthersteller Altenburger Hut & Putz (AHP) angeordnet, Verwalter ist André Rombach (Rombach Rechtsanwälte).  Der Geschäftsbetrieb des Ausstatters für Zylinder, historische Hüte und Bekleidung läuft weiter. AHP ist Rombach zufolge seit 2004 die letzte noch produzierende Hutwerkstatt in Mitteldeutschland. Zu den Kunden gehören vor allem Theater und Opernhäuser, Film und Fernsehen.

Der Bahndienstleister Abellio kann vorerst weiterfahren. In Nordrhein-Westfalen haben der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der Nahverkehr Westfalen-Lippe und der Nahverkehr Rheinland eine Fortführungsvereinbarung mit dem privaten Bahnanbieter verhandelt. Abellio durchläuft ein Schutzschirmverfahren, das voraussichtlich im Oktober eröffnet wird. Die Fortführungsvereinbarung soll zunächst bis Ende Januar 2022 gelten, die Verkehrsverbünde wollen aber mit Abellio eine „rechtssichere Lösung für eine gemeinsame langfristige Zukunft“ erarbeiten. Auf den mitteldeutschen Strecken sollen die Züge nach einer Vereinbarung mit dem Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt bis 2023 weiterrollen. In Baden-Württemberg hat das Land den Bahnbetrieb zunächst bis Ende Dezember 2021 gesichert.

Abellio bleibt vorerst auf der Schiene. Foto: Tobias Arhelger – stock.adobe.com

Der Herforder Autozulieferer Heinze Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Stephan Höltershinken (Höltershinken & Kollegen). Laut „Westfalen-Blatt“ soll die Krise bei der Versorgung mit Halbleitern zur finanziellen Schieflage geführt haben. Mehrere Autobauer hätten aufgrund der Verzögerungen Aufträge bei dem Zulieferer gestoppt. Die Gruppe beschäftigt insgesamt rund 1.100 Mitarbeiter weltweit, die Insolvenz soll 730 Beschäftigte betreffen. Bero-Alexander Lau (White & Case) ist vorläufiger Insolvenzverwalter der Heinze-Tochterunternehmen Linden, Heinze Cobiax Deutschland und Heinze Cobiax International. Die Heinze-Gruppe wird rechtlich von Stefan Meyer, Christoph Chrobok und André Wehner (alle Pluta) beraten, zudem begleiten Patrick Ziechmann und Günter Gathmann von PwC die Gruppe.

Der Fachgroßhandel für Werkzeuge Carl Wilh. Meyer aus Oldenburg hat Insolvenzantrag gestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Hendrik Heerma (Sozietät Fink Rinckens Heerma). Das Unternehmen strebt eine Sanierung mit einem Investor an.

Der fränkische Automobilzulieferer Bolta-Werke ist insolvent. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Volker Böhm von Schultze & Braun. Das östlich von Nürnberg ansässige Unternehmen nennt die aktuelle Halbleiterkrise als Grund für die Schieflage. Dadurch seien Abrufe von Kunden verschoben worden, der Umsatz sei massiv eingebrochen. Das Unternehmen beschäftigt in Diepersdorf zurzeit rund 1.000 Arbeitnehmer, weltweit hat die Bolta-Gruppe rund 2.400 Mitarbeiter und erzielt 230 Millionen Euro Umsatz. Die ausländischen Gesellschaften im US-amerikanischen Tuscaloosa (Alabama) und in Puebla (Mexiko) sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Distressed M&A-Deals

Der Schulranzenhersteller Thorka, bekannt für die Marke „McNeill“, bleibt am Markt. Während der vorläufigen Eigenverwaltung war die Produktion in den zurückliegenden Wochen wegen mangelnder Liquidität über weite Teile eingestellt, teilte Insolvenzverwalter Markus Plathner (Brinkmann & Partner) mit. Nun hat sich mit dem Investor Cadejo ein Käufer für den Produktionsstandort in Eberswalde gefunden, über Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Der Standort im hessischen Hainburg konnte dagegen nicht gerettet werden.

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M&A

Beim Unternehmenswachstum spielt M&A eine wichtige Rolle. Spannende Analysen, News zu Deals, Trends und Playern im M&A-Markt finden Sie hier.

Das Eisenwerk Erzgebirge 1566 (vormals ES Automobilguss) muss den Geschäftsbetrieb einstellen. Der letzte verbliebene Interessent für eine Übernahme des insolventen Autozulieferers hat sich aus dem Prozess zurückgezogen, teilte Insolvenzverwalter Dirk Herzig (Schultze & Braun) mit. Das Aus betrifft 90 Mitarbeiter. Dem Unternehmen waren 2018 und 2020 die beiden größten Kunden weggebrochen, zuletzt schrieb es rote Zahlen. Nach Herzigs Einschätzung sei der Insolvenzantrag „viel zu spät gestellt worden“, heißt es in einer Mitteilung. „Es lagen bereits erhebliche Zahlungsrückstände vor.“ So habe es an Versicherungsschutz gefehlt, außerdem habe es Rückstände bei Zahlungen an den Stromlieferanten und bei Gehältern gegeben. Kontakt zum Geschäftsführer hat der Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben nicht aufnehmen können. Die Verluste seien auch der Grund für den Rückzug des letzten potentiellen Investors gewesen.

Beendete Insolvenz- und Sanierungsverfahren

Verhandlungen über eine Weiterführung des insolventen Waschmittelproduzenten Thurn in Neunkirchen-Seelscheid mit 150 Beschäftigten sind Medienberichten zufolge gescheitert. Insolvenzverwalter Jens Schmidt (Runkel Rechtsanwälte) hatte bereits Mitte September gewarnt, dass die Verhandlungen mit einem internationalen Investor platzen könnten. Zentraler Konfliktpunkt war der Mietvertrag am Standort. Die Gemeinden Neunkirchen-Seelscheid und Much wollten Medienberichten zufolge den Vertrag auf drei Jahre begrenzen und begründeten dies damit, dass der Investor einen geforderten Geschäftsplan nicht eingereicht habe. Der Investor dagegen soll einen längerfristigen Mietvertrag zur Voraussetzung für den Deal gemacht haben. Die Übernahme von 150 Mitarbeitern in Neunkirchen-Seelscheid und 25 Angestellten im niederländischen Kerkrade ist damit geplatzt. Für den dritten Thurn-Standort in Genthin soll es lokalen Medienberichten zufolge noch Hoffnung geben, dort sei ein weiterer Investor interessiert.

Der Automobilzulieferer Huf Hülsbeck & Fürst hat seine Unternehmensfinanzierung neu aufgestellt und damit seine Refinanzierung abgeschlossen. Huf durchlief seit Anfang 2019 das Transformationsprogramm „One Huf plus“. Die Refinanzierung begleitete die Finanzierungsberatung Herter & Co. Die Finanzierung über 400 Millionen Euro umfasst revolvierende Kreditfazilitäten, Factoring-Programme und Schuldscheindarlehen.

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Autozulieferer Huf gelingt Refinanzierung

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Erfolg für Huf nach turbulentem Corona-Jahr: Der Autozulieferer verlängert ein Finanzierungsbündel aus Schuldscheinen, revolvierenden Kreditfazilitäten und Factoring-Engagements. Insgesamt ist das Paket 400 Millionen Euro schwer.

Der Montagedienstleister DG Industries (vormals Ferrostaal Industrieanlagen) hat seine Insolvenz in Eigenverwaltung mit der gerichtlichen Bestätigung des Insolvenzplans abgeschlossen. Sachwalter war Klaus Pannen (Pannen Rechtsanwälte), in der Eigenverwaltung wurde DG Industries von einem Team von PwC Legal um den Insolvenzrechtspartner Christian Abel beraten. Details zur Restrukturierung der Verbindlichkeiten wurden nicht bekannt. 

Die Gläubiger der Schraubenwerke Meusel haben den Insolvenzplan zur Sanierung einstimmig angenommen. Das Unternehmen hatte im Januar 2020 die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Schraubenproduzent war durch wachsende Konkurrenz aus Niedriglohnländern finanziell in Schieflage geraten. Während des Verfahrens wurde das Unternehmen von einem Team der Wirtschaftskanzlei KSB Intax v. Bismarck unter Führung von Hans Fritsche begleitet. Sachwalterin war Karina Schwarz (Schwarz + Rühmland).

Die Gläubiger des Fußball-Oberligisten FSV Wacker Nordhausen haben dem Insolvenzplan zugestimmt, damit kann der Verein das Verfahren abschließen. Die Sponsoren haben den Neustart laut Insolvenzverwalter Thomas Dithmar (Schultze & Braun) mitfinanziert, finanzielle Details wurden nicht bekannt.

Das Insolvenzverfahren des Alfelder Pflegeheims St. Elisabeth steht vor dem Abschluss. „Wir werden für die Gläubiger eine Quote in Höhe von rund 25 Prozent ausschütten können“, teilte Insolvenzverwalter Tobias Hartwig (Schultze & Braun) mit. Norman Lenger (Rödl & Partner) hat die Restrukturierung beraten. Nach einem M&A-Prozess ist die Carestone Gruppe aus Hannover als neuer Investor bei dem Pflegeheim eingestiegen.

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Die Zahl der Insolvenzen im Gesundheitssektor wird steigen. Für eine erfolgreiche Restrukturierung spielt auch der politische Wille der Gremien vor Ort eine Rolle.

Restrukturierungsdruck im Gesundheitssektor nimmt zu

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Das „New Normal“ nach der Coronakrise stellt die Zukunft vieler Krankenhäuser in Frage, oft ist eine Rekommunalisierung die Folge. Die erfolgreiche Sanierung des Klinikums Peine zeigt, wie sich Fallstricke dabei vermeiden lassen.

Das Krankenhaus Land Hadeln Otterndorf wird unter Trägerschaft des Landkreises Cuxhaven rekommunalisiert. Insolvenzverwalter war Christian Kaufmann (Pluta). Die Gläubiger können Kaufmann zufolge „mit einer sehr hohen Quote rechnen“, Details nannte er nicht.

Weitere Restrukturierungen und Branchennews

Die insolvente Hamburger Pella Sietas Werft wird wohl den Großteil der Beschäftigten entlassen. Da sich trotz Ansprache von über 150 möglichen Geldgebern noch kein neuer Investor gefunden habe, sei man aus insolvenzrechtlichen Gründen gezwungen, für den Großteil der verbliebenen rund 200 Arbeitnehmer die Kündigung vorzubereiten, zitierten Medien Mitte September den vorläufigen Insolvenzverwalter Achim Ahrendt. Demnach sollen nur etwa 20 Beschäftigte in Deutschlands ältester Werft bleiben. Pella Sietas hatte Ende Juli Insolvenzantrag gestellt. Zwar lägen unverbindliche Angebote vor, die bestehenden Aufträge sollen zu den derzeitigen Konditionen aber nicht weitergeführt werden. Sollte es noch zu einer Übernahme kommen, könnten allerdings noch weitere Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der aktuelle Besitzer Pella Shipyard aus Russland wolle keine frischen Mittel bereitstellen, zitierten Medien den vorläufigen Insolvenzverwalter.

Viele Restrukturierungs- und Insolvenzexperten in Europa erwarten die große Welle an Insolvenzen im Jahr 2022, zeigt die Studie „When will the wave break? Corporate Insolvencies & Restructuring in Europe“ des Netzwerks strategischer Kommunikationsberatungen AMO. Regional gibt es deutliche Unterschiede. So halten 83 Prozent der Teilnehmer aus Großbritannien es für unwahrscheinlich, dass Unternehmen noch in diesem Jahr in die Krise rutschen. In Deutschland dagegen gehen 59 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass es trotz andauernder Corona-Hilfen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu mehr Ausfällen kommen wird. Teilnehmer aus Frankreich, Spanien und der Schweiz rechnen insbesondere ab dem vierten Quartal 2021 mit einem Anstieg. Besonders stark werden den Einschätzungen nach kleine Betriebe von Insolvenzen betroffen sein.

Gläubiger der insolventen QSSL Industrieservice GmbH aus Fellbach bei Stuttgart sollen eine Quote von 90 Prozent auf ihre Forderungen erhalten, teilte Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli (Pluta) mit. Das Dienstleistungsunternehmen hatte im Februar 2019 Insolvenzantrag gestellt und wurde zwei Monate später an Trigo Böllinger verkauft.

Die neuesten Restrukturierer-Personalien

Die Transaktions- und Transformationsberatung Eight Advisory hat Johannes Steinel als Partner in ihre Restrukturierungspraxis geholt. Er soll das Geschäft von Frankfurt und Zürich aus weiter ausbauen. Steinel war zuletzt Partner bei den Big Four EY sowie zuvor PwC. Zu seinen weiteren Stationen gehören unter anderem AlixPartners, KPMG und die Beteiligungsgesellschaft Capvis. Steinel ist regelmäßig auch als Interimsmanager oder CRO aktiv. Eight Advisory wurde 2009 in Frankreich gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben heute mehr als 500 Mitarbeiter an elf Standorten in sechs Ländern. Der deutschsprachige Raum mit Büros in Frankfurt, München, Zürich und Hamburg ist der Beratung zufolge inzwischen nach Frankreich der zweitgrößte Markt. In der Region sind Eight Advisory zufolge derzeit 38 Consultants beschäftigt, darunter sechs Partner.

Johannes Steinel ist Partner im Bereich Restrukturierung. Foto: Eight Advisory

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de    

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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