Im laufenden zweiten Lockdown mussten die Adler Modemärkte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen.

Adler Modemärkte

14.01.21
Wirtschaft

Restrukturierungsnews: Adler, Appelrath Cüpper, Getnow

Die Modekette Adler hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, Appelrath Cüpper hat sein Verfahren dagegen abgeschlossen, und Getnow will mit neuem Investor weitermachen: Die aktuellen Restrukturierungsnews im FINANCE-Überblick.

Modekette Adler beantragt Eigenverwaltung

Der Modehändler Adler hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Als Grund nannte das Unternehmen den zweiten Lockdown, in dessen Zuge der Modefilialist seine Geschäfte erneut schließen musste. Der in der Modebranche erfahrene Restrukturierer Christian Gerloff von der Kanzlei Gerloff Liebler begleitet das Unternehmen als Generalbevollmächtigter, vorläufiger Sachwalter des Verfahrens ist Anchor-Partner Tobias Wahl.

Frisches Kapital aus staatlichen Unterstützungsfonds habe man trotz „intensiver Bemühungen“ nicht erhalten. Auch die Tochtergesellschaften Adler Mode, Adler Orange sowie Adler Orange Verwaltung haben Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, dort wird ebenfalls Gerloff die Geschäftsführung begleiten. Weitere inländische Töchter sowie die ausländischen Gesellschaften sind von der Insolvenz nicht betroffen. 

Neuer Alleingesellschafter bei Appelrath Cüpper

Im Gegensatz zu Adler ist Appelrath Cüpper bereits einen Schritt weiter: Der Modefilialist hat sein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nun abgeschlossen. Alle 16 Filialen werden weitergeführt. Künftig ist ein Unternehmen des Investors Peter Graf Alleingesellschafter der Kette, finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt. Graf ist bereits an den Modehändlern Kleider Bauer und Hämmerle in Österreich beteiligt. Bei Appelrath Cüpper war 2016 der PE-Investor OpCapita eingestiegen

Die Modehandelskette erzielte 2019 einen Jahresumsatz von rund 110 Millionen Euro. Der „weit überwiegende Teil“ der derzeit 900 Arbeitsplätze soll erhalten bleiben. Als Sachwalter war Bero-Alexander Lau (White & Case) bestellt worden, Generalbevollmächtigter war Jasper Stahlschmidt (Buchalik Brömmekamp). Betriebswirtschaftlicher Berater war Jelmer Kruse (Plenovia). Peter Graf wurde bei der Transaktion von Gerloff Liebler sowie CMS Hasche Sigle begleitet.

Getnow mit neuem Investor

Für den Lebensmittellieferdienst Getnow ist ein Investor gefunden: Zum Jahreswechsel hat das Unternehmen LIS den Betrieb zu einem nicht genannten Preis übernommen, teilte Insolvenzverwalter Max Liebig von der Kanzlei Jaffé mit. Der neue Investor biete dem Unternehmen „die Chance, wieder auf eine finanziell solide Basis gestellt zu werden“, sagte Liebig. Der Käufer LIS ist auf Inhouse-Logistiklösungen im Einzelhandel sowie auf Lagerlogistik spezialisiert.

Das Start-up Getnow musste Insolvenz anmelden, nachdem eine Finanzierungsrunde zum Einwerben neuer Investorengelder gescheitert war. Gerüchten zufolge soll auch Jan Marsalek, flüchtiger Ex-Vorstand des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard, bei Getnow investiert gewesen sein. Unter dem neuen Eigentümer sollen von den einstmals rund 130 Mitarbeitern mehr als 100 ihre Arbeitsplätze behalten können. Die Online-Seite von Getnow war allerdings auch Mitte Januar noch nicht erreichbar, offiziell wegen Wartungsarbeiten. 

Vergleichsvorschlag im MS Deutschland-Verfahren

Die Folgen der MS Deutschland-Insolvenz beschäftigen seit Jahren die Gerichte, nun liegt ein Vergleichsvorschlag vor. In dem Fall hatten 24 private Investoren die Ratingagentur Scope auf Schadensersatz verklagt. Sie werfen der Agentur vor, falsche Ratingmaßstäbe bei einer 60 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe angelegt zu haben, die die Betreibergesellschaft der MS Deutschland 2012 begab. Drei Jahre später ging die Gesellschaft in die Insolvenz. Scope hat die Vorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen. Das Landgericht Berlin hatte den Anlegern zunächst Schadensersatz zugestanden, das Kammergericht Berlin hat das Urteil aber wieder kassiert und stattdessen einen Vergleich angeregt.

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen sich beide Seiten nun grundsätzlich zu einem Vergleich bereit erklärt haben. Der Vorschlag des Gerichts sieht vor, dass Investoren gestaffelt entschädigt würden: Wer die Anleihe über einen Vermögensverwalter gekauft hat, bekäme 20 Prozent seiner Forderung, wer eigenverantwortlich zeichnete und den Ratingbericht nicht gelesen habe, soll ein Drittel der Forderung erhalten. Wer den Bericht gelesen hat, soll die Hälfte der Ansprüche geltend machen können. Der finale Vergleich dürfte sich dem „Handelsblatt“ zufolge an diesem Vorschlag orientieren.

Weitere Insolvenz- und Sanierungsverfahren

Das Amtsgericht Bonn hat das Eigenverwaltungsverfahren der E.I.S. Aircraft Products and Services eröffnet. Dirk Obermüller (Kanzlei dhpg) wurde zum Sachwalter bestellt, Generalbevollmächtigter ist Jörg Bornheimer (Görg). Der Sanierungsplan sieht eine neue Kapitalzufuhr vor. „Uns liegen bereits interessante Angebote vor, die wir im Interesse der Gläubiger und Arbeitnehmer derzeit prüfen“, sagte Bornheimer. Ein Arbeitsplatzabbau zeichne sich jedoch ab. Seit Ende 2019 ist E.I.S. Teil des Portfolios des PE-Investors Hannover Finanz

Die Gläubiger des Berliner Pralinenherstellers Sawade haben dem Insolvenzplan zugestimmt. Damit ist der Weg frei für den geplanten Einstieg der Berliner Beteiligungsgesellschaft Fintura Corporate Finance als neuem Investor. Das Unternehmen durchläuft seit August 2020 eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Oliver Damerius und Christoph Weber (BBL Brockdorff & Partner) begleiten die Restrukturierung, Sachwalter ist Torsten Martini von der Kanzlei Leonhardt Rattunde. Das Unternehmen hatte bereits vor Ausbruch der Coronakrise nach einem Investor gesucht. Staatliche Corona-Hilfen konnte Sawade nicht in Anspruch nehmen, da es die Vorgabe eines Vorjahresgewinns nicht erfüllen konnte. Ziel ist nun der Abschluss des Verfahrens bis Ende Februar.

Das Unternehmen Kopp Stahlbau Buxtehude will im Zuge seines Eigenverwaltungsverfahrens neue Investoren gewinnen. Den nun eingeleiteten Investorenprozess begleitet die Wirtschaftskanzlei SGP Schneider Geiwitz Nord, deren Sanierungsexperte Jan Ockelmann die Geschäftsführung von Kopp Stahlbau als Generalbevollmächtigter unterstützte. Das Unternehmen hatte Umsatzeinbrüche zu verzeichnen, nachdem Schlüsselkunden aus Industrie- und Anlagenbau geplante Baumaßnahmen zurückgefahren hatten.

Die Gläubiger der Ortrander Eisenhütte haben dem Sanierungsplan zugestimmt. Dieser sieht vor, dass das Unternehmen nach der Einigung mit den Gläubigern in Familienhand weitergeführt werden soll. Alle bestehenden Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Als Insolvenzverwalter ist Olaf Seidel (Andres Partner) eingesetzt. Das Verfahren soll im Laufe des ersten Quartals aufgehoben werden. 

Distressed M&A-Deals

Die österreichische Henn Group will zum 1. März den Geschäftsbetrieb von Eisele Pneumatics übernehmen. Wie Insolvenzverwalter Holger Leichtle (Görg) mitteilt, würden durch die übertragende Sanierung rund 100 Arbeitsplätze im schwäbischen Wabilingen gerettet. Allerdings steht der Deal unter dem Vorbehalt, dass auch der Firmensitz in Wabilingen verkauft wird. Leichtle zufolge liegt „ein attraktives Kaufangebot“ für den Firmensitz vor, jedoch kann der Deal nicht ohne die Mitwirkung einer lokalen Immobiliengesellschaft vonstattengehen, die Eigentümerin der Betriebsimmobilie ist. Eisele Pneumatics wird zum Thema M&A von der Beratung Wintergerst sowie von Grub Brugger und arbeitsrechtlich von Stahl & Kessler beraten. Die Henn Group arbeitet mit der Kanzlei Greenfort zusammen.

Der Anlagen- und Produktionsmaschinenbauer APA kann mit der BMZ Gruppe als neuem Gesellschafter fortgeführt werden. APA befand sich seit August in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Die BMZ Group will mit der Übernahme, zu deren finanziellen Details nichts bekannt wurde, die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten sichern. APA war in der Vergangenheit bereits viele Jahre Technologielieferant für BMZ. Marion Gutheil (Mönning Feser Partner) begleitete die Restrukturierung als Verfahrensbevollmächtigte, die operative Betriebsfortführung unterstützte Sanierungsberaters Thomas Paul (SSC Corporate Recovery). Sachwalter des Verfahrens war Nikolaus Ackermann von der Kanzlei HAF aus Aschaffenburg.

Das Unternehmen Reise Center, eine Tochter der Reisebürokette AER Travel, hat zusammen mit dem Berliner Anbieter von Geschäftsreiselösungen Comtravo die Mehrzahl der Büros der insolventen Reiseagentur Bühler übernommen. AER Travel sicherte sich 14 Büros im Tourismusbereich, die Teil der Einheit „Lufthansa City Center Reisebüro Übersee“ werden sollen. An Comtravo gehen sechs Büros im Geschäftsreisebereich. Die Agentur Bühler hatte 2019 noch einen Umsatz von 123 Millionen Euro erzielt und musste Ende November Insolvenz anmelden. Insolvenzverwalter ist Dirk Pehl (Schultze & Braun). Gut die Hälfte der Bühler-Mitarbeiter wird von den neuen Eigentümern übernommen. Für die übrigen Beschäftigten wird noch eine Lösung gesucht.

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Die P2 Medieninvest Holding übernimmt mit Wirkung zum 11. Januar das Unternehmen Wurzel Medien im Zuge eines Asset Deals. Damit ist ein weiteres Unternehmen der Wurzel Mediengruppe verkauft. 22 von 31 Arbeitnehmern werden übernommen. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Haffa (Schultze & Braun) laufen für wesentliche Teile der Wurzel-Gruppe derzeit „aussichtsreiche Verhandlungen“. Die Werbeagentur Markom wurde bereits im Dezember verkauft.

Für MTA Prototyping ist eine Investorenlösung gefunden. Eine neugegründete Gesellschaft von Werbik Industries und einem Privatinvestor übernimmt rückwirkend zum 16. Dezember den Geschäftsbetrieb im Zuge einer übertragenden Sanierung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen erhalten. In die neue Gesellschaft MTA Technical Solutions soll laut Insolvenzverwalter Peter Roeger der „Großteil der Mitarbeiter“ übernommen werden.

Beendete Insolvenz- und Sanierungsverfahren

Die Gläubiger des Taschenherstellers Picard Lederwaren aus Obertshausen bei Frankfurt am Main haben in der Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Das Unternehmen will sein Eigenverwaltungsverfahren nun zeitnah abschließen. Im Zuge der Restrukturierung werden die Vertriebskanäle sowie die gesamte Vertriebsorganisation neu geordnet, zudem baute Picard rund ein Drittel der Stellen ab. Die Insolvenzquote für die Gläubiger liegt dem Unternehmen zufolge bei mehr als 50 Prozent, maßgeblich dafür sei das Engagement der Gesellschafter. Als Chief Insolvency Officer war Franz-Josef Hansen (Bachmann, Hansen, Schuhmann & Partner, Aschaffenburg) eingesetzt. Sachwalter war Alexander Höpfner (AC Tischendorf Rechtsanwälte, Frankfurt). Das Sanierungskonzept wurde zusammen mit Marc Schneider und Nick Piepenburg (Turnaround Management Partners, Düsseldorf) erarbeitet.

Die Gläubiger des Unternehmens HM Kampfmittelbergung haben den Insolvenzplan einstimmig angenommen. Das Unternehmen konnte das Insolvenzverfahren damit beenden. HM Kampfmittelbergung hatte im Januar 2017 die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, nachdem ein fehlkalkulierter Großauftrag 2016 zu Verlusten geführt hatte. Begleitet wurde das Unternehmen in der Sanierung von Olaf Schubert und Christian Matiebel von der Sanierungs- und Insolvenzberatung Schubert, Sachwalter des Verfahrens war Stefan Ludwig von Schultze & Braun. Ihm zufolge erhalten die Gläubiger „eine deutlich überdurchschnittliche Quote auf ihre offenen Forderungen“.

Der Textilveredler Lindenfarb Julius Probst kann die erneute Insolvenz in Eigenverwaltung voraussichtlich Ende Januar wieder verlassen. Die Gläubiger stimmten dem von Sanierungsgeschäftsführer Detlef Specovius (Schultze & Braun) sowie Sachwalter Tibor Braun (Illig Braun Kirschnek) begleiteten Insolvenzplan zu. Als neuer Gesellschafter wird das Unternehmen Strähle + Hess einsteigen, mit dem Lindenfarb seit mehreren Jahren Geschäftsbeziehungen unterhält. 120 Mitarbeiter werden im Zuge der Restrukturierung ihre Stelle verlieren, damit wird die Zahl der Arbeitsplätze auf künftig nur noch 120 halbiert. Grund seien massive Überkapazitäten im Markt, sagte Specovius. Der Textilveredler mit Sitz in Aalen hatte im Juni erneut die Eigenverwaltung beantragt, nachdem Kunden aus der Automobilindustrie die Produktion gedrosselt hatten. Eine vorherige Eigenverwaltung hatte Lindenfarb erst Ende November 2019 beendet. 

Der Anbieter von Kontrollraumtechnik Mauell hat sein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen. Das Unternehmen, das im vergangenen Herbst einen Insolvenzantrag gestellt hat, beschäftigt derzeit 109 Mitarbeiter. Ein Team von BDO (Federführung: Steffen Reusch) hat das Unternehmen begleitet.

Der Leuchten-Hersteller Feilo Sylvania Germany (FSG) hat seine Restrukturierung mit Abschluss des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beendet. Die Gläubiger hatten zuvor den im Herbst erarbeiteten Insolvenzplan einstimmig angenommen. Wie hoch die Quote ist, die die Gläubiger auf ihre Forderungen erhalten, wurde nicht bekannt. Unterstützt wurde FSG bei der Restrukturierung von Andreas Kleinschmidt (White & Case), gerichtlich bestellter Sachwalter war Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.

Weitere Restrukturierungen und Branchennews

Der Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) will den Standort in Oberkirch restrukturieren. Bereits seit Herbst 2018 laufen an allen Standorten Programme zur Effizienzsteigerung. Während PWO zufolge die Auslandsstandorte inzwischen wieder gute Ergebnisse erzielten, treffe dies für Oberkirch nicht zu. Über ein Freiwilligenprogramm haben bereits 200 Mitarbeiter zugesagt, den Standort zu verlassen, der überwiegende Teil schied zum Jahresende 2020 aus. Nun will PWO weitere 120 bis 150 Mitarbeiter freisetzen. Man müsse „auch Produktionsverlagerungen nach Osteuropa in Erwägung ziehen“, teilte das Unternehmen mit. Die Streichungen werden vorwiegend die Stammbelegschaft der Produktion betreffen. Für die Maßnahmen rechnet PWO mit Kosten im oberen einstelligen Millionenbereich. 

Der Logistiker Kühne+Nagel hat die Restrukturierung seines Bereichs Kontraktlogistik abgeschlossen. Nach Verkäufen in Frankreich und Argentinien trennten sich die Schweizer nun auch vom Großteil des britischen Kontraktlogistikportfolios, der zu einem nicht genannten Preis an XPO Logistics geht. Der Verkauf umfasst die Geschäftsfelder Drinks Logistics, Food Services und Retail & Technology.

Die Zahl größerer Insolvenzen ist der Sanierungsberatung Falkensteg zufolge im Coronajahr deutlich gestiegen. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 10 Millionen Euro stiegen die Insolvenzen auf 271, das ist ein Plus von gut 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als lediglich 184 Unternehmen in die Pleite rutschten. Die meisten Insolvenzfälle gab es zwischen März und Juni, als 119 Betriebe in der betrachteten Umsatzspanne den Gang zum Insolvenzgericht antreten mussten. Zwar sind die Gesamtstatistiken dominiert von Insolvenzen kleinerer Unternehmen, die aufgrund der vorübergehenden Erleichterung bei der Insolvenzantragspflicht nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau liegen. Allerdings war rund ein Drittel der Beschäftigten, die 2020 von einer Insolvenz betroffen waren, in einem Großunternehmen tätig.

Die Restrukturierungsberatung Andersch tritt in diesem Jahr unter neuem Markenauftritt als FTI-Andersch auf. Das Beratungshaus ist damit Teil der internationalen FTI-Gruppe, die weltweit mehr als 5.500 Mitarbeiter beschäftigt. Andersch hat nach eigener Aussage im vergangenen Jahr mit dem Partner FTI Consulting zusätzliche Aufträge im Umfeld großer Konzerne übernommen. Der neue Markenauftritt soll die Verzahnung stärker betonen.

Restrukturierer-Personalien

Der Sanierer Kajo Neukirchen ist im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er managte von 1987 an als CEO von Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD, heute Deutz) den Turnaround des Unternehmens, es folgten Einsätze etwa als Restrukturierer bei Hoesch und der Metallgesellschaft (heute GEA Group). Zuletzt war Neukirchen mit einer Beteiligungsfirma aktiv.

Robert Schäfer ist neuer Partner und Geschäftsführer bei Anchor Management. Schäfer ist ehemaliger CEO des Bundesliga-Klubs Fortuna Düsseldorf und sammelte als Geschäftsführer des TSV 1860 München sowie von Dynamo Dresden Restrukturierungsexpertise. Er soll Unternehmen, Sportvereine und Verbände durch Restrukturierungsberatung und Interimsmanagement helfen, die aktuelle Krise zu bewältigen. 

Das Beratungshaus Alix Partners holt Karsten Lafrenz als Managing Director in das EMEA-Team für Turnarounds und Restrukturierungen. Er soll sich auf Business-Transformation-Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie weiteren europäischen Regionen konzentrieren, sein Branchenfokus ist die Konsumgüterindustrie. Lafrenz wechselt von McKinsey, wo er als Partner zuletzt  die Consumer Service Line von McKinsey Transformation in EMEA verantwortete. Zuvor arbeitete er im Bereich Restructuring & Corporate bei Roland Berger Strategy Consultants.

Die beiden vormaligen Münchener Partner von BBL Brockdorff & Partner, Stephan Kolmann und Carl-Christian Kramer, gründen gemeinsam mit Tim Jakobs, zuletzt Partner bei Endrös-Baum, ihre eigene Sozietät KJK Kolmann Jakobs Kramer. Sie blieben BBL jedoch „freundschaftlich verbunden“, teilte die auf Restrukturierungen spezialisierte Kanzlei mit. Für BBL soll Partner Florian Linkert das Geschäft in München ausbauen. Organisatorisch will BBL künftig die Bereiche Restrukturierung, Insolvenzverwaltung, Prozessführung und Beratung zusammenführen. Der Schritt war im vergangenen Jahr angekündigt worden. Jutta Humfeldt soll die operative und administrative Fusion der BBL-Gesellschaften ab Februar 2021 als Interim-Managerin vorantreiben.

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