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Adler-Ticker: Adler sammelt 170 Millionen Euro durch M&A-Deal ein

Der Immobilienkonzern Adler Group ist ins Visier des Shortsellers Fraser Perring geraten. Foto: ah_fotobox-stock.adobe.com

30. Juni 2022

10.18 Uhr: Adler verkauft Portfolio für 170 Millionen Euro

Die Adler Group hat den Verkauf eines Portfolios von rund 1.200 Wohn- und Gewerbeimmobilien
in Berlin verkündet, dass Adler zusammen in einem Joint Venture hält. Adler selbst fließen durch den Deal rund 170 Millionen Euro zu. Dieses Geld will der Immobilienkonzern nutzen, um das Liquiditätspolter zu stärken und anstehende Fälligkeiten zu bedienen. Die Transaktion stehe unter keinem Vorbehalt und werde unverzüglich vollzogen, heißt es von Adler.

Dieser Verkauf könnte erst der Auftakt sein. Wie der Verwaltungsratsvorsitzende Stefan Kirsten der “Börsenzeitung” sagte, prüfe er zur Zeit diverse Optionen, wie es mit Adler weitergehen soll. Auch eine Zerschlagung des Wohnungskonzerns sei denkbar.

29. Juni 2022

15.29 Uhr: Adler-Tochter sucht Abschlussprüfer

Die deutsche Adler-Tochter Adler Real Estate hat am heutigen Mittwoch das Mandat für die Abschlussprüfung des Konzerns ausgeschrieben. Konkret sucht Adler Real Estate einen Prüfer für die Einzel- und Konzernabschlüsse des Unternehmens und für die Abschlüsse ausgewählter in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2022. Die Frist läuft bis zum 13. Juli 2022. Zuletzt hatte das Big-Four-Haus KPMG Adler den Bestätigungsvermerk versagt.

14.27 Uhr: Adler-Aktionäre segnen alle Beschlüsse ab

Die Adler-Aktionäre haben auf der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch alle Beschlüsse angenommen. Die Gläubiger billigten den Konzernabschluss und den Einzelabschluss des Immobilienunternehmens mit klaren Mehrheiten zwischen 89 und 100 Prozent. Zudem bestätigte die Hauptversammlung den Verwaltungsratsvorsitzenden Stefan Kirsten für drei Jahren in seinem Amt.

Darüber hinaus stimmten die Aktionäre der Wiederbestellung der Verwaltungsräte Thierry Beaudemoulin (gleichzeitig Adler-CEO), Thilo Schmid und Thomas Zinnöcker für jeweils drei Jahre als Directors zu, die mit Wirkung der Hauptversammlung von ihren Ämtern zurückgetreten waren. Thilo Schmid wird den Prüfungsausschuss und Thomas Zinnöcker den Investitions- und Finanzausschuss leiten. Thomas Echelmeyer wird bis zur Ernennung eines neuen ständigen Finanzchefs weiterhin als Interims-CFO auf beratender Basis tätig sein.

Zudem bekräftigte CEO Beaudemoulin die bisherige Prognose der Adler Group, die Nettomieteinnahmen zwischen 203 und 212 Millionen Euro vorsieht, was in einem operativen bereinigten Nettogewinn (Funds From Operations, FFO1) von 73 bis 76 Millionen Euro resultieren sollte.

27. Juni 2022

11.10 Uhr: Adler Real Estate übernimmt Wohnimmobilien der Adler Group

Das Berliner Unternehmen Adler Real Estate erwirbt Bestandsportfolios seiner Mutter, der luxemburgischen Adler Group. Insgesamt übernimmt Adler Real Estate 1400 Wohneinheiten im Wert von 326 Millionen Euro in Berlin. Aufgrund von Minderheitsanteilen, Finanzverbindlichkeiten sowie latenten Steuern erhält die Adler Group aber lediglich eine Gegenleistung in Höhe von 275 Millionen Euro.

Wie das Berliner Unternehmen mitteilte, sollen mit der Transaktion die Gesamtvermögensposition sowie der Vermögensmix der Adler Real Estate verbessert werden. Da es sich hierbei um eine Transaktion innerhalb ein und derselben Unternehmensgruppe handelt, wird der Deal unverzüglich vollzogen.

24. Juni 2022

9.30 Uhr: Adler Group plant vollständige Übernahme der deutschen Tochter

Die Adler Group will ihre deutsche Tochter Adler Real Estate vollständig übernehmen und damit von der Börse nehmen. Die luxemburgische Mutter hat am gestrigen Donnerstag ein Squeeze-out-Verfahren beantragt, bei diesem würden alle übrigen Anteilseigner zwangsweise abgefunden werden. Die Adler Group hält aktuell 96,72 Prozent der Anteile ihrer deutschen Tochter.

Adler begründet den Schritt damit, dass dieser eine „deutliche Vereinfachung der Unternehmensstruktur“ darstelle. Nach Reuters-Berechnungen würde die Abfindung der Bestandsaktionäre die Adler Gruppe zum Schlusskurs vom Donnerstag knapp 19 Millionen Euro kosten.

22. Juni 2022

11.16 Uhr: EZB stößt Adler-Anleihe ab

Laut Bloomberg-Informationen hat die EZB die Unternehmensanleihe von Adler abgestoßen. Diese hatte sie im Rahmen ihres Ankaufsprogramms für Bonds gekauft. Gegenüber dem Nachrichtendienst begründete Sprecher William Lelieveldt den Schritt damit, dass die Anleihe nicht mehr die Zulassungskriterien des Sicherheitenrahmens des Eurosystems erfülle und somit nicht mehr CSPP-fähig sei.

10.40 Uhr: Bafin ordnet Prüfung bei Adler an

Wie Adler mitteilte, hat die Bafin eine Prüfung des Konzernabschlusses von 2021 angeordnet. Auch der Lagebericht des Geschäftsjahres 2021 der Adler-Tochter Adler Real Estate soll durch die Finanzaufsicht geprüft werden. Da KPMG Adler Real Estate den Bestätigungsvermerk versagte, bestehen nach Ansicht der Bafin konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Beziehungen und Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen oder Unternehmen entgegen International Accounting Standard (IAS) 24 in der Konzernrechnungslegung möglicherweise nicht vollständig und richtig erfasst und abgebildet worden seien, teilte Adler mit.

Adler begrüßt laut eigener Aussage das Einschreiten der Bafin und hofft, dass die zusätzliche Buchprüfung durch die Aufsicht dafür sorgen könnte, Sorgen des Kapitalmarkts über Bilanzierung und Geschäfte des Konzerns zu mindern.

10. Juni 2022

10.00 Uhr: Wie stehen die Gewinnchancen der Anlegerklage?

Es ging plötzlich ganz schnell: Binnen weniger Tage nachdem die Adler Group ihren Jahresabschluss 2021 mit fehlendem Testat des Wirtschaftsprüfers KPMG vorgelegt hat, reichte die Stuttgarter Kanzlei Weisswert die erste Aktionärsklage beim Landgericht Frankfurt ein. Der verantwortliche Anwalt Maximilian Weiss will einen Kursdifferenzschaden geltend machen. Sein Argument: Die Adler-Aktie hat nach der Veröffentlichung des untestierten Jahresabschlusses stark gelitten, und dass ein Versagungsvermerk drohte, müsse dem Adler-Management schon vorher bewusst gewesen sein.

Adler habe nach Weiss’ Überzeugung also den Kapitalmarkt mehrfach falsch und unvollständig informiert sowie Insiderinformationen verschwiegen und damit seine Ad-hoc-Publizitätspflichten verletzt. Da viele Anleger betroffen sind, hat die Kanzlei einen Antrag auf Einleitung eines Musterverfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz gegen Adler gestellt. Darüber hinaus prüft Weiss eine Ausweitung des Musterverfahrens auf weitere Beschuldigte, dabei rücke insbesondere KPMG ins Visier, erklärte der Anwalt.

Diese erste Klage gibt nun den Startschuss für Schadenersatzforderungen im Fall Alder. Wie erfolgsversprechend die erste Anlegerklage sein wird, bleibt abzuwarten. Rechtsexperten befürchten allerdings, dass Weisswert zu schnell und früh gehandelt haben könne, sich der Sachverhalt also noch nicht richtig aufarbeiten lies. Das könnte die Erfolgschancen schmälern.

8. Juni 2022

11.49 Uhr: So will Adler bis zu 1 Milliarde Euro einnehmen

In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ hat Stefan Kirsten erklärt, dass die Adler Group Veräußerungen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro plant. In der Präsentation zu den Quartalszahlen hatte der Konzern Mittelzuflüsse in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für 2022 angegeben. Im Interview sagte Kirsten nun, dass dies Projekte seien, bei denen Adler Cash im laufenden Jahr erwarte. „Es wird sich nicht zwangsläufig alles materialisieren, aber das macht niemanden nervös“ fügte er hinzu.

Adler habe LEG bis September eine Option eingeräumt, seine Aktien an Brack Capotal Properties für rund 765 Millionen Euro zu übernehmen. „Die übrigen Verkaufsprojekte haben mindestens einen unterschriebenen „Letter of Intent“, teils sind sie notariell signiert und nur noch nicht abgeschlossen“, so Kirsten weiter.

Im Hinblick auf die Personalaufstellung erklärte Kirsten, dass das Unternehmen kein Personal abbauen wolle. „Wir werden uns auch verstärken müssen, auf der regulatorischen Seite und bei der Compliance.“ Auch zum Thema eines neuen Wirtschaftsprüfers für Adler hat sich Kirsten im „Handelsblatt“-Interview geäußert. Für den Vorsitzenden des Verwaltungsrats war es wichtig, den neuen Interim-CFO Thomas Echelmeyer mit an Bord zu haben, der über 20 Jahre in der Wirtschaftsprüfung tätig war. Nun werde es eine Ausschreibung geben. „Namen von potenziellen Kandidaten möchte ich nicht nennen, solange nichts unterschrieben ist“, sagte Kirsten.

Im Gespräch zeigte sich Kirsten durchaus selbstbewusst – ein Szenario, bei dem Adler noch kippen könnte, sehe er zurzeit nicht.

31. Mai 2022

8.33 Uhr: Adler-CLO Frank wird Alleinvorstand von Consus

Personelle Veränderung bei der Adler-Tochter Consus Real Estate: Der bisherige Alleinvorstand Bernd Schade wird sein Amt zum 7. Juni dieses Jahres niederlegen und auch als CDO der Gruppe ausscheiden. Schade werde dem Unternehmen künftig aber noch als Berater zur Verfügung stehen. Seinen Posten übernehmen soll der Chief Legal Officer (CLO) von Adler, Sven-Christian Frank, der das Amt zusätzlich zu seiner Tätigkeit als CLO ausüben will. Consus durchläuft gerade eine bilanzielle Restrukturierung.

30. Mai 2022

19.24 Uhr: Adler schreibt im ersten Quartal Verlust

Adler hat im ersten Quartal weniger eingenommen als im Vorjahreszeitraum. Die Nettomieterträge beliefen sich in den ersten drei Monaten des neuen Jahres auf rund 71 Millionen Euro, nach über 84 Millionen Euro im ersten Quartal 2021. Als Grund hierfür führt Adler die Größe des Portfolios an, das heute deutlich kleiner sei als im vergangenen Jahr.

Das Ebitda aus der Vermietung ging im selben Zeitraum von 54 auf knapp 49 Millionen Euro zurück. Die Portfoliooptimierung habe dafür die Ebitda-Marge gesteigert, von 64,3 auf 68,5 Prozent, betont Adler. Doch auch die Funds from Operations aus der Vermietung verzeichneten im ersten Quartal einen Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2021 – von rund 32 auf knapp 30 Millionen Euro. Zudem ist der Verschuldungsgrad des Immobilienunternehmen (Loan-to-Value, LTV) leicht angestiegen, er betrug nach dem ersten Quartal 52 Prozent. Zum Jahresende 2021 lag er noch bei 50,9 Prozent.

Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 15 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2021 stand noch ein Gewinn von 108 Millionen Euro zu Buche. Darüber hinaus bestätigte Adler den Ausblick für das Gesamtjahr 2022.

25. Mai 2022

9.56 Uhr: Adler angeblich im Visier der Staatsanwaltschaft

Adler kommt wahrlich nicht zur Ruhe: Nachdem Bafin-Chef Mark Branson in einer Sondersitzung des Finanzausschusses des Bundestages ausgesagt hat, häufen sich die Medienberichte, wonach die Staatsanwaltschaft Frankfurt strafrechtliche Ermittlungen gegen Adler eingeleitet haben soll. Die Finanzaufsichtsbehörde führt aktuell ein Bilanzkontrollverfahren beim Immobilienkonzern durch und soll laut dem „Handelsblatt“ in den vergangenen Wochen eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht haben. Nicht klar ist, ob die hessischen Strafverfolger durch die Bafin oder unabhängig davon aktiv wurden, nachdem KPMG in seiner Sonderprüfung Adler erhebliche Mängel attestierte, das Bilanztestat für 2021 verweigert und einen Versagungsvermerk ausgestellt hatte.

Weder die Bafin, noch die Staatsanwaltschaft oder Adler wollten dies bislang kommentieren. Allerdings betonte eine Adler-Sprecherin gegenüber der F.A.Z., dass das Unternehmen „selbstverständlich vollumfänglich kooperieren wird, sollte die Staatsanwaltschaft auf uns zukommen“. Auch ohne offizielle Bestätigung belastet die Nachricht Adler am Kapitalmarkt. Die Aktie krachte am Dienstag zeitweise um 18 Prozent auf ihr Allzeittief ein, konnte im frühen Handel am Mittwoch zwar drehen, aber bisher nur 4 Prozent aufholen. In Mitleidenschaft ziehen die Nachrichten um Adler auch die Aktie von Ankeraktionär Vonovia mit minus 2 Prozent.

17. Mai 2022

15.20 Uhr: KPMG will Adler nicht mehr prüfen

KPMG will Adler künftig nicht mehr prüfen. Das gab Verwaltungsratschef Stefan Kirsten am Nachmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Noch am Morgen hatte er gegenüber Medienvertretern gesagt, dass Adler KPMG wieder zum Wirtschaftsprüfer bestellen will. Die sehr professionellen Gespräche dazu seien im Gange, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Nach der letzten Telefonkonferenz am heutigen Tag habe KPMG dem Unternehmen mitgeteilt, dass sie der Adler Group nicht als Abschlussprüfer zur Verfügung stünden. Kirsten zufolge kommt die Entscheidung KPMGs nun „äußerst überraschend, ist enttäuschend und irritierend“. Alle Mitglieder des Verwaltungsrates hätten in den vergangenen Wochen sehr professionelle Diskussionen mit den Verantwortlichen von KPMG geführt.

Kirsten betonte erneut, dass es das klar formuliertes Ziel sei, „ab dem Halbjahresabschluss 2022 alle Schritte zu unternehmen, um den von KPMG ausgesprochenen „Disclaimer of Opinion“ für den Jahresabschluss 2021 zu „heilen“, um für 2022 ein uneingeschränktes Testat zu erhalten.“ Der Verwaltungsratschef gibt zwar zu, dass die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfung nicht frei von Konflikten war: „Es ist uns noch einmal wichtig zu betonen, dass die Adler Group sicher ihre Diskussionen und auch Dissens mit der forensischen Abteilung von KPMG im Zuge der Sonderuntersuchung hatte, weil durch eine zeitliche Ausuferung der Sonderuntersuchung unsere rechtzeitige Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2021 gefährdet war.“ Davon unabhängig sei die Zusammenarbeit mit KPMG aber „sehr professionell“ gewesen. Man bedauere die Entscheidung daher sehr.

„Dass ich die sicher geglaubten klaren Indikationen von KPMG auf eine Fortführung der Zusammenarbeit noch heute Morgen falsch eingeschätzt habe, liegt in meiner Verantwortung,“ kommentiert Kirsten jetzt. In der Einladung der Hauptversammlung werde man nun keinen Wirtschaftsprüfer benennen können, man sei aber auf der Suche nach einem neuen Prüfer. Er erläutert, dass sich ein anderer Prüfer neu einarbeiten müsse, was „eine gewisse Zeit dauern“ werde. Diese Zeit hätte das Unternehmen sich gerne durch die weitere Zusammenarbeit mit KPMG erspart. In Folge der Absage KPMGs brach der Aktienkurs von Adler am Nachmittag auf rund 5 Euro ein.

11.00 Uhr: Adler bestellt Interims-CFO Echelmeyer, neue Sorgen um Consus

Adler hat einen neuen Interims-CFO bestellt: Thomas Echelmeyer übernimmt ab dem 1. Juni die Leitung der Finanzabteilung. Die Suche nach einem dauerhaften CFO sei im Gange, so Adler. Zudem meldet Adler, dass der Verwaltungsrat PwC „mit der Analyse und der Entwicklung einer robusten Compliance-Funktion“ beauftragt habe.

Außerdem gibt es schlechte Nachrichten bei der Adler-Tochter Consus Real Estate, ohnehin das Sorgenkind des Unternehmens. Consus kündigte in der Nacht von Montag auf Dienstag an, „überwiegend wahrscheinlich“ Abschreibungen auf Beteiligungen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen vornehmen zu müssen. Durch den Verlust werde sich das bilanzielle Eigenkapital (HGB) der Gesellschaft auf weniger als die Hälfte des Grundkapitals belaufen, so Consus. Mehr über die Hintergründe und die Reaktion von Adler lesen Sie hier. 

16. Mai 2022

10.15 Uhr: Adler-Manager Kirsten bietet Parlamentariern Gespräch an

Nach Bafin-Präsident Mark Branson, der am kommenden Mittwoch im Finanzausschuss des Bundestages die bisherigen Erkenntnisse zu der Adler-Untersuchung vortragen soll, könnte auch Adler-Verwaltungsratschef Stefan Kirsten den Mitgliedern bald Rede und Antwort zu den Vorgängen in dem Immobilienkonzern stehen. Ein dementsprechendes Angebot für ein persönliches Gespräch habe Kirsten den Parlamentariern in einem Brief gemacht, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

In dem dreiseitigen Schreiben schildere Kirsten, der seit Februar Verwaltungsratschef von Adler ist, wie das Unternehmen in die dramatische Situation gekommen war. Damit will der Adler-Manger bei den Parlamentariern um Vertrauen zu werben. Ein Gespräch könnte nun bereits Mitte der Woche per Videoschalte stattfinden, wie das „Handelsblatt“ aus Berliner Kreisen erfahren haben will.

12. Mai 2022

12.37 Uhr: Bafin-Chef soll im Bundestag berichten

Die Bafin soll im Finanzausschuss des Bundestages ihre bisherigen Erkenntnisse zu der Adler-Untersuchung vortragen. Bafin-Präsident Mark Branson werde Mittwoch nächster Woche erwartet, schreibt das „Handelsblatt“. Die Bafin wertet aktuell die Informationen aus dem Sonderbericht von KPMG aus. Zudem läuft eine Bilanzprüfung bei der deutschen Adler-Tochter. „Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und mögliche Ansteckungseffekte sorgfältig“, zitiert die Zeitung Cansel Kiziltepe, parlamentarische Staatssekretärin im SPD-geführten Bauministerium. Adler sei ein Einzelfall, in Teilen der Immobilienbranche gebe es aber Schwächen in puncto gute Unternehmensführung, heißt es weiter.

6. Mai 2022

11.30 Uhr: Kanzlei reicht Klage ein

Die Kanzlei Weisswert hat im Auftrag eines Anlegers eine Klage gegen die Adler Group beim Landgericht Frankfurt am Main eingereicht. Der Kläger will einen Kursdifferenzschaden geltend machen. Auch KPMG steht im Fokus der Anwälte. Weisswert teilte mit, dass man eine Erweiterung des Musterverfahrens auf zusätzliche Haftungsgegner prüfe. „Namentlich betrifft dies insbesondere den Abschlussprüfer KPMG.“

2. Mai 2022

11:12 Uhr: KPMG verweigert Adler das Bilanztestat

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG haben den Jahresabschluss von Adler geprüft, verweigern aber das Bilanztestat. Stattdessen stellen sie einen Versagungsvermerk aus. Grund dafür sind fehlende Informationen zu Related-Party-Geschäften. Adler hatte aus rechtlichen Gründen rund 800.000 Emails und Dokumente zurückgehalten. Nach der Hiobsbotschaft verliert die Adler-Aktie fast die Hälfte an Wert und fällt auf Kurse um 4 Euro.

22. April 2022

10.40 Uhr: Adler sieht sich nach KPMG-Sonderprüfung entlastet

KPMG hat die endgültigen Ergebnisse seiner Sonderprüfung vorgelegt, in der die Betrugsvorwürfe des britischen Shortsellers Fraser Perring gegen die Adler Group untersucht wurden. Wenngleich der Wirtschaftsprüfer Alder keine systematischen betrügerischen Transaktionen attestiert, seien erhebliche Mängel bei der Compliance erkennbar, so KPMG. Adler-Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Kirsten sieht den Konzern damit aus dem Schneider und erklärt: „Es sind Schwachstellen in der Corporate Governance aufgezeigt worden, die wir beseitigen werden…von systematischen Bereicherung zulasten anderer Stakeholder kann meines Erachtens überhaupt keine Rede sein.“

30. März 2022

12.00 Uhr: Termin für Veröffentlichung des Jahresabschluss steht

Morgen, am 31. März hätte Adler ursprünglich den Jahresfinanzbericht vorlegen sollen. Dass diese Frist gerissen werden würde, war bereits im Januar bekannt geworden. Nun vermeldet Adler den neuen Termin, wenn auch nur grob: In der letzten Aprilwoche, so strebt es der Verwaltungsrat an, sollen der Jahresfinanzbericht und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht werden. Voraussetzung ist, dass KPMG seine Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu den Vorwürfen des Leerverkäufers Viceroy vorlegt. Dies soll laut Adler-Mitteilung am 22. April erfolgen. Erste Eckpunkte hatte KPMG bereits Anfang März veröffentlicht.

Auch wurde A. Stefan Kirsten heute in den in den Prüfungsausschuss, den Investitions- und Finanzierungsauschuss sowie in den Nominierungs- und Vergütungsausschuss des Verwaltungsrats der Adler Group gewählt. Seit Mitte Februar ist der ehemalige Vonovia-CFO bereits neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats der Adler Group.

16. März 2022

8.30 Uhr: Adler gibt Entwarnung bei Sorge um Anleihe

Inmitten der turbulenten Berichterstattung rund um Adler, gibt das Unternehmen seinen Investoren nun eine kleine positive News: Die Anleihe der Konzerntochter Adler Real Estate in Höhe von 400 Millionen Euro werde vollständig und pünktlich zurückgezahlt, erklärt das Unternehmen. Investoren hatten bei Adler Nachfragen über die Rückzahlung gestellt. Die Anleihe ist am 17. April fällig.

11. März 2022

11.11 Uhr: Erste Ergebnisse der KPMG-Untersuchung veröffentlicht

Der Verwaltungsrat der Adler Group hat die ersten Ergebnisse der Sonderuntersuchung durch KPMG veröffentlicht. Sie lassen aufhorchen. Während es zum Wert des Immobilienportfolios gute Nachrichten gibt, werfen die Ergebnisse zum Wert des Entwicklungsportfolios einige Fragen auf. Insbesondere der Vorwurf bezüglich Transaktionen mit nahestehenden Personen konnte noch gar nicht entkräftet werden. Hier geht es zu den ausführlichen Ergebnissen.

22. Februar 2022

10.37 Uhr: Aggregate kontert und will rechtliche Schritte einleiten

Die Adler-Aktie befindet sich seit der Meldung über den aufgestockten Anteil durch Vonovia im Höhenflug. Wie lange dieser zeitweise zweistellige Kurssprung anhält, bleibt abzuwarten, denn Adler-Eigner Aggregate äußerste sich umgehend zu den ausgefallenen Forderungen seinerseits, die die Pfändung ausgelöst hatten: Das Vorgehen von Vonovia stehe im Widerspruch zu einer klaren Vereinbarung zwischen den beiden Adler-Aktionären. Der Investor will die Pfändungsaktion rechtlich prüfen lassen, gab Aggregate in einer Stellungnahme bekannt. Sein Anteil an Adler hat sich nun von 26,6 Prozent auf 6,1 Prozent reduziert. Einen Cross-Default seiner 2025er-Anleihe schließe man allerdings aus.

9.34 Uhr: 20,5 Prozent der Adler-Aktien gehen an Vonovia

Vonovia macht seine Ansprüche auf 20,5 Prozent der Adler-Aktien geltend. Hintergrund: Im Oktober vergangenen Jahres hatte Vonovia dem kriselnden Immobilienunternehmen Adler ein Darlehen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe gewährt, nachdem Adler durch die Shortseller-Attacke von Fraser Perring ins Straucheln geraten war. Im Gegenzug hatte das Dax-Unternehmen eine Kaufoption für Adler-Aktien bekommen. Im vergangenen Jahr ging es um eine Kaufoption von 13,3 Prozent der Aktien – heute sind es 20,5 Prozent. Der Unterschied ergibt sich durch den zwischenzeitlich weiter gefallenen Aktienkurs von Adler.

Da der Adler-Großaktionär Aggregate die vertraglich vorgesehene Barsicherheit bis Februar 2022 nicht an Vonovia leisten konnte, wurde nun der technische Schritt zur Pfändung eingeleitet. Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Kartellamtsfreigabe, die laut Vonovia in ein bis zwei Monaten erfolgen wird. Zudem muss erst die KPMG-Prüfung im zweiten Quartal abgeschlossen werden, so eine Vonovia-Sprecherin. Bis dahin verwaltet Vonovia die Aktien treuhänderisch und entscheidet erst danach, ob das Unternehmen die Adler-Aktien verkauft oder weiterhin hält.

16. Februar 2022

8.35 Uhr: A. Stefan Kirsten wird Vorsitzender des Verwaltungsrats

Der frühere Vonovia-Vorstand A. Stefan Kirsten ist neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats der Adler Group. Die Mitglieder des Verwaltungsrats haben ihn mit sofortiger Wirkung zum Mitglied gestellt und zum Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Verwaltungsratschef Peter Maser übernimmt den stellvertretenden Vorsitz.

Kirsten war mehrere Jahre in der Immobilienbranche tätig: 2011 wurde er CFO der Deutschen Annington, die seit dem Zusammenschluss mit Gagfah unter dem Namen Vonovia firmiert. Der FINANCE CFO des Jahres 2017 verließ das Unternehmen im Mai 2018.

CFO-Profil

15. Februar 2022

11.18 Uhr: Shortseller Perring soll Angaben im Viceroy-Report ändern

Fraser Perring soll einige Stellen in seinem Bericht zur Adler Group, in denen es um den Großaktionär Aggregate Holdings geht, ändern oder streichen. Das hat das Landgericht Berlin erwirkt, schreibt das „Handelsblatt“. Die Krux: Die Verfügung des Gerichts kann nicht vollstreckt werden, weil diese noch nicht bei Perring angekommen ist. Verschickt wurde die Verfügung bereits vor einigen Monaten an seine Adresse im US-Bundesstaat Delaware, doch dort konnte sie nicht zugestellt werden. Auch der Versand an eine weitere Adresse in Australien scheiterte offenbar.

Gemäß der Verfügung soll Perring unter anderem die Stelle streichen, in der Aggregate-Eigner Günther Walcher als ein „wichtiger Investor in Caners Level One“ beschrieben wird, und eine weitere Passage, in der es heißt, Aggregate Holdings führe „angeblich Caners Anweisungen buchstabengetreu“ aus, so der Bericht. Perring sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, er sei über das Verfahren nicht informiert worden, und man hätte ihm nicht erklärt, was an seinem Bericht falsch sei. Die Verfügung wurde in einem Eilverfahren erlassen, dabei wurde Perring nicht angehört. Er kann gegen den Beschluss Widerspruch einlegen – sobald dieser bei ihm eingetroffen ist.

11. Februar 2022

09.10 Uhr: Thilo Schmidt ersetzt Michael Bütter als Vorsitzenden des Prüfungsausschusses

Stühlerücken bei Adler: Thilo Schmidt rückt ab 10. Februar zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses auf, er war schon Teil des Gremiums. Schmidts Beförderung geht mit Michael Bütters Rücktritt als Verwaltungsratmitglied einher. Bütter war Vorsitzender des Prüfungsausschusses im Adler-Verwaltungsrat. Den Rücktritt hat Alder mit möglichen Interessenkonflikten begründet. Bütter ist seit Oktober 2020 Chef der Immobilientochter der Union Investment und hat, mit Zustimmung der Bafin, weitere Verantwortungsbereiche innerhalb der regulierten Immobiliensparte von Union Investment übertragen bekommen.

Als neuer Vorsitzender des Prüfungsausschusses übernimmt Schmidt auch eine Position im Nominierungs- und Vergütungsausschuss der Gesellschaft. Ebenfalls neu in den Prüfungsausschuss wurde Thomas Zinnöcker berufen. Auch er ist bereits Mitglied des Verwaltungsrats.

10. Februar 2022

16.40 Uhr: Bafin eröffnet Bilanzprüfverfahren

Die Vorwürfe von Shortseller Fraser Perring verfehlen ihre Wirkung nicht. Die Finanzaufsicht hat offiziell eine Bilanzprüfung bei der Adler Gruppe eingeleitet, wie die Aufsicht auf FINANCE-Nachfrage bestätigt. Die SDax-Aktie bricht daraufhin am heutigen Donnerstag erneut um über 4 Prozent ein und liegt jetzt so tief wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Nachdem Adler bereits vehement hat sämtliche Vorwürfe der bilanziellen Überbewertung zurückgewiesen hat, sieht sich ganz aktuell auch der attackierte Großaktionär Aggregate durch Nachforschungen der Kanzlei Hogan Lovells entlastet.

Eine im Oktober angekündigte detaillierte Stellungnahme zu Perrings Vorwürfen hat Adler allerdings immer noch nicht vorgelegt. Auch zu der nun bekannt gewordenen Bafin-Untersuchung gibt das Unternehmen keinen Kommentar ab.

4. Februar 2022

11.24 Uhr: Händler wetten gegen Adler-Anleihen

Einem Bloomberg-Bericht zufolge wetten Bondhändler der Goldman Sachs Group auf fallende Adler-Kurse. Demnach hätten sie in letzter Zeit vermehrt Credit Default Swaps gekauft, zudem hätten sie eine Short-Position bezüglich der Bonds aufgebaut, schreibt Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Nicht nur der Aktienkurs, auch die Anleihekurse der Adler Group stehen immer noch unter Druck, seitdem der Shortseller Fraser Perring im Oktober schwere Anschuldigungen veröffentlichte. Die Kurse werden auch dadurch belastet, dass Adler die Veröffentlichung des Geschäftsbericht verschieben musste, da die Überprüfung der Shortseller-Vorwürfe durch Wirtschaftsprüfer mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. Entgegen eigener Aussagen hat Adler bisher außerdem immer noch keine eigene ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht.

28. Januar 2022

15.38 Uhr: Adler muss Geschäftsbericht verschieben

Weil die Untersuchung der Vorwürfe des Shortsellers Fraser Perring durch ein Forensik-Team von KPMG länger als geplant dauert, kann Adler die Publizitätsfristen nicht einhalten. Der Jahresabschluss 2021 könne nicht mehr wie vorgesehen am 31. März vorgestellt werden, da ein Abschluss der KPMG-Untersuchung Voraussetzung für die Fertigstellung des Jahresabschlusses sei, teilte der Immobilienkonzern mit. Einen konkreten neuen Termin für die Bilanzvorlage nannten die Berliner nicht – nur, dass dieser voraussichtlich im zweiten Quartal liegen werde. Die Börse quittierte die Nachricht mit einer Verkaufswelle und einem Kurssturz von 20 Prozent.

Eine zweite Prüfung konnte hingegen inzwischen abgeschlossen werden: Der Immobiliengutachter Bulwiengesa habe den von CBRE ermittelten Marktwert des Immobilienportfolios bestätigt, schreibt Adler. Perring hatte unter anderem die Werthaltigkeit des Immobilienvermögens der Adler Group angezweifelt.

13. Januar 2022

11.30 Uhr: Immo-Deal mit KKR vollzogen

Die Adler Group hat nun auch den geplanten Deal mit dem Private-Equity-Investor KKR eingetütet. Der Verkauf von rund 14.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Ostdeutschland spült dem SDax-Konzern nach eigenen Angeben einen Nettoerlös von 600 Millionen Euro in die Kasse. Mit dem Geld will Adler seinen Verschuldungsgrad unter 50 Prozent senken. Zugleich teilte der Immobilienkonzern mit, den geplanten Verkauf von Teilen seines Portfolios nun weitgehend abgeschlossen zu haben.

3. Januar 2022

9.26 Uhr: Adler schließt Deal mit LEG ab

Der Verkauf von gut 15.000 Wohn- und Gewerbeimmobilien an den Wettbewerber LEG Immobilien ist abgeschlossen. Der Netto-Erlös von rund 800 Millionen Euro ist Adler zugeflossen. Das Geld soll „hauptsächlich“ in die Schuldensenkung gesteckt werden.

14. Dezember 2021

10.03 Uhr: Noch ein Hedgefonds zweifelt an Adlers Angaben

Der Londoner Hedgefonds Argonaut Capital Partners zweifelt an Zahlen, die Adler im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Portfolios an die LEG genannt hat. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, der ein Schreiben des Hedgefonds vorliegt. Das Schreiben sei an die Bafin gerichtet. Argonaut Capital ist wie Viceroy als Leerverkäufer in Adler investiert.

Laut Bloomberg weist der Hedgefonds die Bafin darauf hin, dass Adler in einer Telefonkonferenz mit Analysten zu dem Verkauf des Portfolios einen Preis genannt habe, der 130 Millionen Euro über dem von LEG genannten Preis liege. Zudem stelle er die von Adler angegebenen Transaktionskosten in Höhe von 100 Millionen Euro für den Deal infrage, da sie ihm zu hoch erscheinen. Der Verkauf an LEG ist ein wichtiger Deal für Adler, um den Beleihungsgrad zu senken. Außerdem betont Adler stets, dass die Einheiten über Buchwert verkauft wurden – und kontert damit die Vorwürfe von Fraser Perring, der behauptet, dass die Einheiten in den Bilanzen überbewertet ausgewiesen würden.

1. Dezember 2021

11.33 Uhr: Adler verkauft Immobilien an LEG

Adler hat wie geplant Teile des Portfolios an LEG verkauft. Es handelt sich dabei um 15.362 Wohn- und 185 Gewerbeeinheiten. Der Nettoerlös liegt bei 800 Millionen Euro, der Verschuldungsgrad LTV sinkt durch den Deal von 57 Prozent auf 52,7 Prozent. Der Verkauf zu einem Niveau über Buchwert sei ein klarer Beleg für die bilanzierten Werte des Portfolios der Adler Gruppe, heißt es – damit greift Adler die Vorwürfe von Fraser Perring auf, dass das Immobilienportfolio angeblich weniger wert sei, als von Adler in der Bilanz ausgewiesen.

Darüber hinaus verkauft Adler Real Estate alle Anteile an der börsennotierten Brack Capital Properties. Insgesamt fließen dem Unternehmen daraus 82,5 Millionen Euro zu. Mit den beiden Deals unternehme Adler wichtige Schritte in der Umsetzung der Strategie, betont das Unternehmen: Neben der Reduzierung des Verschuldungsgrad gehört dazu auch eine Fokussierung auf Wohnimmobilien in den Top-7-Städten Deutschlands. Ein anderer, Ende Oktober angekündigter Verkauf von Immobilien an eine nicht näher genannte Investmentgesellschaft soll bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern sein, verspricht Adler.

Das Unternehmen war zuletzt erneut unter Druck geraten, nachdem der Quartalsbericht durchwachsene Zahlen präsentiert hatte. Vor allem dass die Beleihungsquote des Unternehmens um 2 Prozentpunkte auf 57 Prozent gestiegen war, missfiel den Aktionären.

8. November 2021

17.45 Uhr: Hat Adler Kreditlinie völlig ausgeschöpft?

Die Adler Group soll eine Kreditlinie in Höhe von 300 Millionen Euro vollständig abgerufen haben. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen Insider, ebenso das „Handelsblatt“. Das Immobilienunternehmen war für eine Stellungnahme gegenüber FINANCE zunächst nicht zu erreichen.

Das SDax-Unternehmen hatte den RCF erst im März mit Barclays, Deutsche Bank und J.P. Morgan Chase & Co. vereinbart. Im August war sie noch als verfügbare Liquidität aufgeführt. Bloomberg zufolge habe Adler noch Ende August gesagt, dass man nicht plane, die Linie vollständig auszuschöpfen. Adler war nach der Shortseller-Attacke durch Fraser Perring schwer unter Druck geraten, die Bond- und Aktienkurse waren zeitweise stark eingestürzt.   

28. Oktober 2021

13.04 Uhr: Adler bekommt neuen CDO

Bernd Schade wird zum 1. November neuer Chief Development Officer der Adler Group. Zudem wird er in den Vorstand der Konzerngesellschaft Consus Real Estate einziehen, wo das Geschäft mit der Projektentwicklung der Adler Group angesiedelt ist. Er tritt damit die Nachfolge von Jürgen Kutz an. Vor Kurzem kündigte Adler den Verkauf eines weiteren größeren Portfolios an und gab bekannt, sich künftig nur noch auf Wohnimmobilien in den Top-7-Städten zu konzentrieren. Das beinhaltet die Entwicklung von Immobilien, die nach Fertigstellung ins Portfolio des Unternehmens übergehen.

Schade werde „mit seiner Expertise und seiner ausgewiesenen Management-Kompetenz maßgeblich dazu beitragen, die Projekte der Gruppe erfolgreich voranzutreiben“, sagt Thierry Beaudemoulin, Co-CEO der Adler Group. „Bei Jürgen Kutz bedanken wir uns herzlich für langjährige erfolgreiche Arbeit insbesondere für Consus und seit dem Zusammenschluss für die Adler Group.“

Das Projektentwicklungsgeschäft bei Adler war auch Gegenstand der Kritik von Fraser Perring. Er behauptete, dass in diesem Segment Abschreibungen von bis zu 1,8 Milliarden Euro notwendig seien. In den Bilanzen von Adler wurde der Wert zuletzt mit 3,7 Milliarden Euro angegeben. Perring glaubt, dass das von Adler genutzte Restwertmodell für die Bewertung von Projekten auf zu optimistischen Annahmen beruhen würde und begründet dies damit, dass Adler einige Projekte in der Vergangenheit angeblich nicht fertiggestellt hatte.

26. Oktober 2021:

11.15 Uhr: Adler verkauft nächstes Großportfolio

Mit einer weiteren Milliardentransaktion versucht Adler, die Vorwürfe des Shortsellers Fraser Perring, das Immobilienvermögen sei überbewertet, zu entkräften: Für 1 Milliarde Euro verkaufen die Berliner ein Portfolio von rund 14.300 Immobilien aus Ostdeutschland an einen nicht genannten Investmentfonds. Der erzielte Verkaufspreis liegt laut Adler über dem aktuell ausgewiesenen Buchwert dieser Immobilien. Nach der Rückzahlung von Darlehen würden Adler nach Vollzug der Transaktion noch rund 600 Millionen Euro zufließen, wodurch der Verschuldungsgrad des Konzerns (Loan to value: LTV) unter 50 Prozent sinken soll. Das Signing soll im Dezember erfolgen, das Closing dann im ersten Quartal nächsten Jahres.

Erst vor zwei Wochen hatte Adler einen Deal mit LEG Immobilien geschlossen, wonach der Konkurrent für fast 1,5 Milliarden Euro Adler-Immobilien übernehmen soll. Die Adler-Aktie reagierte auf die neuerliche Verkaufsankündigung mit einem Kursanstieg von über 5 Prozent. Dieses Minus reduzierte sich dann nach wenigen Minuten allerdings schon wieder deutlich.

20. Oktober 2021

16.30 Uhr: Bafin gerät in Adler-Debatte unter Druck

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin soll mehr Hinweise auf fragwürdige Adler-Geschäfte erhalten haben als bisher bekannt. Das besagt offenbar die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Finanzpolitikers Fabio De Masi, aus der das „Handelsblatt“ zitiert. Demnach seien zwischen 2005 und 2020 insgesamt 14 Hinweise bei der Behörde eingegangen. Sechs davon bezogen sich auf die Fusion zwischen Adler Real Estate und Ado im Jahr 2019.

Anwälte der Kanzlei Hengeler Mueller sollen die Fusion als „problematisch“ eingestuft haben. Die Übernahme der Muttergesellschaft Adler durch ihre Enkelgesellschaft Ado sei „strukturell angreifbar“ und damit von der Bafin nicht zu billigen. Die Behörde ist dagegen der Meinung, es habe keine Gründe für eine Untersagung der Transaktion gegeben. Für das Geschäft zwischen Enkel- und Muttergesellschaft sei zudem die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF zuständig, da die Adler Group einen Firmensitz in Luxemburg habe.

15. Oktober 2021

10.04 Uhr: Cevdet Caner bezeichnet Perring als „kriminellen Dummkopf“

In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ hat sich der österreichische Investor Cevdet Caner erstmals ausführlich zum Viceory-Report geäußert. In dem Report behauptet der Shortseller Fraser Perring, dass ein Netzwerk rund um Caner von angeblich undurchsichtigen M&A-Deals bei Adler finanziell profitiere. Zudem impliziert er, dass in der Adler-Geschäftsführung faktisch Strohmänner sitzen würden, da in Wirklichkeit Caner das Unternehmen aus dem Hintergrund steuere. Daraufhin hatte Caner vor einigen Tagen Strafanzeige gegen Perring gestellt.

„Der Report ist eine intellektuelle Beleidigung“, so der österreichische Investor, der Perring im Interview mit dem „Handelsblatt“ auch als „kriminellen Dummkopf“ bezeichnet. Die Entwicklung von Adler habe er auf Aktionärsseite beratend begleitet, betont er. „Die Leute verbinden Adler mit mir, weil sie wissen, dass ich die Entwicklung der Gesellschaft mitgeprägt habe. Es gibt aber nicht den Puppenspieler Cevdet Caner, der alle anderen steuert.“ Zu Perrings Kritik, dass im Adler-Umfeld auffällig viele Caner-Vertraute wie etwa sein Schwager aktiv seien, sagt er: „Sippenhaft haben wir doch schon seit dem Mittelalter nicht mehr. Mein Schwager ist ein eigener Mensch, mit eigenen Teams und eigenem Büro. Er macht sein Business, und ich mache meines.“

13. Oktober 2021

15.39 Uhr: Cevdet Caner stellt Strafanzeige gegen Perring

Der österreichische Investor Cevdet Caner, der gemeinsam mit der Adler Group ins Visier von Fraser Perring geraten ist, hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige und Strafantrag gegen den Shortseller sowie andere am Viceroy-Bericht Beteiligte gestellt. „Der Strafanzeige liegt der begründete Verdacht zu Grunde, dass Fraser Perring und weitere Mitwirkende sich durch die Veröffentlichung ihres Berichts strafbar gemacht und hier insbesondere den Straftatbestand der Marktmanipulation gemäß § 119 WPHG verwirklicht haben“, heißt es in einer Mitteilung von Irle Moser Rechtsanwälte. Der zentrale Vorwurf sei die „Veröffentlichung eines nachweislich falschen Berichts mit dem Ziel, den Aktienkurs der Adler Group SA widerrechtlich und zum eigenen Vorteil des Fraser Perring und etwaiger Mittäter zu beeinflussen“.

Das Geschäftsmodell des Shortsellers wird in der Mitteilung als „zweifelhaft“ bezeichnet. Auch eine zivilrechtliche Klage gegen Perring und Viceroy Research in Deutschland, Großbritannien und den USA befinde sich in Vorbereitung. Viceory hat sich zu der Strafanzeige bereits geäußert: „Die Aktionäre werden weiterhin den Atem anhalten, da in diesem Schreiben nicht einmal der Versuch unternommen wird, unsere Beweise für Transaktionen mit verbundenen Parteien zu widerlegen.“

S&P Global hat derweil das langfristige Emittentenrating von Adler sowie die Ratings für die vorrangigen unbesicherten Schuldtitel des Unternehmens gesenkt. Die Ratingagentur setzte das Unternehmen auf „Credit Watch Negative“ und begründete diese Entscheidung mit einem „hohen Maß an Unsicherheit“ hinsichtlich des endgültigen Umfangs und des Zeitpunkts geplanter Veräußerungen von Vermögenswerten sowie der „Fähigkeit und Bereitschaft“ des Unternehmens zur Refinanzierung von Schuldtiteln mit kurzer Laufzeit.

11. Oktober 2021

04.50 Uhr: Adler verkauft Einheiten an LEG

Die Adler Group verkauft 15.350 Wohn- und 185 Gewerbeeinheiten an LEG Immobilien. Der Deal basiert auf einer Immobilienbewertung von rund 1,5 Milliarden Euro. Das liege über dem ausgewiesenen Buchwert, betont Adler. Das Unternehmen bleibt mit 10,1 Prozent an den „relevanten Gesellschaften“ beteiligt. Der Netto-Mittelzufluss liegt– nach Rückzahlung besicherter Darlehen – bei 800 Millionen Euro. Mit dem Deal will Adler die Verschuldungsquote drücken – eine Kennzahl, die der Shortseller Fraser Perring besonders ins Visier genommen hat.

8. Oktober 2021

13.51 Uhr: Adler veröffentlicht zweite Stellungnahme

Zwei Tage nach der Shortsteller-Attacke hat die Adler Group eine ausführlichere Stellungnahme auf den Weg gebracht. Die Aussagen im Viceroy-Report seien „irreführend und nicht korrekt“, heißt es darin. Bei den Angaben zum Wert des Immobilien- und des Entwicklungsportfolios sowie zur Durchführung von M&A-Deals beruft sich Adler auf Gutachten und Prüfungen Externer, insbesondere des Gutachters CBRE, des Beratungsunternehmens NAI Apollo sowie der Wirtschaftsprüfer und Berater KPMG, PKF Amit Halfon und PwC. Trotzdem kündigt Adler an, weitere externe unabhängige Prüfer und Berater zu beauftragen, um die Vorwürfe von Viceroy zu überprüfen. Weitere Stellungnahmen zu den Anschuldigungen sollen folgen.

Alles zum Thema

Adler – Im Visier des Shortsellers

Der berüchtigte Shortseller Fraser Perring wirft der Adler Group angeblichen Betrug und Täuschung vor. Nun beginnt der Schlagabtausch zwischen Perring und dem Immobilienkonzern – wer behält die Oberhand?

11.00 Uhr: Steigt Vonovia bei Adler ein?

Überraschend gibt der Großaktionär der Adler Group, Aggregate Holdings, bekannt, dass sich der Adler-Wettbewerber Vonovia Kaufoptionen für 13,3 Prozent an Adler gesichert hat. Die Optionen kann der Dax-Konzern innerhalb der nächsten 18 Monate ziehen. Aggregate hält derzeit 26,6 Prozent an Adler.

Im Gegenzug hat Vonovia Aggregate ein Darlehen in Höhe eines niedrigen dreistelligen Betrags ausgereicht. Die Mittel nutzt der Großaktionär, um ein bei Adler ausstehendes Darlehen zurückzuzahlen. Mit diesem Schritt will Vonovia „den Immobilienmarkt stabilisieren“, erklärt das Unternehmen.

6. Oktober 2021

17.36 Uhr: Adler kontert mit erster Stellungnahme, Bafin reagiert

Einige Stunden, nachdem der Shortseller-Fraser Perring einen Bericht mit heftigen Anschuldigungen veröffentlicht hatte, hat sich der Immobilienkonzern Adler erstmals offiziell dazu geäußert. Der Vorwurf, dass die bilanzierten Immobilienwerte zu hoch seien, „ist nachweislich falsch“, heißt es darin. „Die angesetzten Immobilienwerte wurden von unabhängigen, marktführenden Immobilienbewertern ermittelt und von finanzierenden Banken selbständig überprüft. Anders als in dem Report dargestellt, hat Adler allein in den vergangenen zwölf Monaten mehrere Portfolien an institutionelle Investoren verkauft, bei denen der Kaufpreis über dem von Adler ausgewiesenen Bilanzwert lag“, argumentiert das Unternehmen.

Entsprechend läge auch kein Kündigungsgrund bei den begebenen Anleihen vor. Der Report würde zudem „zahlreiche weitere nicht zutreffende Anschuldigungen“ beinhalten. Eine ausführlichere Stellungnahme soll „zeitnah“ kommen.

Zuvor reagierte schon die Bafin auf den Shortseller-Bericht: „Wir nehmen den Report ernst und überprüfen die darin erhobenen Vorwürfe. Wenn sich daraus Verdachtsmomente für Straftaten ergeben, zeigen wir diese bei der zuständigen Staatsanwaltschaft an“, so eine Sprecherin. Als Perring vor einigen Jahren in einem Report Vorwürfe gegen Wirecard erhoben hatte, unterließ es die Bafin, dem näher nachzugehen.

11.02 Uhr: Fraser Perring veröffentlicht Bericht zu Adler

Der berüchtigte Shortseller Fraser Perring, der hinter dem Research-Haus Viceroy steht, hat den Immobilienkonzern Adler Group ins Visier genommen. In einem 61-seitigen Bericht mit dem Namen „Bond-Bösewichte“ wirft er dem SDax-Konzern Betrug und finanzielle Falschdarstellung vor. Das Unternehmen sei eine „Brutstätte für Betrug, Täuschung und finanzielle Falschdarstellung“ mit dem Ziel, „die wahre Finanzlage zu verschleiern“, welche „düster“ sei, heißt es darin.

Perring hält den Wert des Immobilien- sowie des Entwicklungsportfolios für zu hoch und behauptet, dass milliardenschwere Abschreibungen notwendig seien. Infolgedessen sei auch der Verschuldungsgrad des Unternehmens (Loan to Value: LTV) zu niedrig ausgewiesen. Perring vermutet den LTV bei bis zu 87 Prozent, was allerdings zu einem Covenant-Bruch bei Adlers Anleihen führen würde, behauptet der Shortseller. Darüber hinaus wirft er dem Konzern undurchsichtige M&A-Deals vor, bei denen Dritte beteiligt sein sollen, die über die Deals angeblich Gelder aus dem Konzern ziehen würden. Der Aktienkurs stürzte daraufhin um fast 30 Prozent ab.

redaktion[at]finance-magazin.de

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Julia Schmitt ist Chef vom Dienst bei FINANCE-Online und Moderatorin bei FINANCE-TV. Sie betreut die Themenschwerpunkte Wirtschaftsprüfung, Controlling und Bilanzierung. Julia Schmitt hat einen Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Publizistik und arbeitete während ihres Studiums unter anderem in der Online-Redaktion der ZDF heute.de-Nachrichten.

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